Vermischtes.

Festen an England gelieferten Soldaten betrug 29,186 Mann, von denen 17313 Europa wiedersahen; der Kaufschilling dafür betrug 6,896,857 Pfd. Sterl,, der grvßtmtheils in die landesväterlicheu Kassen floß.

Zusammmstcllung dtö Ergebnisses der Volkszählungen vom 3. Decbr. 1861 und 1864 im Amtsdistriete Brake.

Wohnhäuser

Haushaltgu.

Eiuw.-Zihl.

1861

1864

1861

1864

1861

1864

I. Stadt Brake.

1.

Freihasenbezirk . . .

230

243

489

514

2339

2448

Uebriger Bezirk . .

166

170

352

377

1630

1799

Zusammen

396

413

841

891

3969

4247

11. Gemeinde Harn-

m elward en.

1.

Bauerschaft Hammel- warden-Fünfhansen

81

84

148

168

710

784

2.

Bauersch. Käseburg .

18

19

30

34

136

155

3.

Oberhammel

warben

81

82

1S1

137

636

660

4.

Sandfelv-

Rnschfeld

43

43

54

54

261

262

5.

Süderfeld

29

29

45

44

204

198

6.

Norderfeld .

22

22

33

35

134

129

7.

Harrierwurp

23

23

39

35

165

158

8.

Außendcich

(McyerShof, vor Brake)

47

51

78

79

391

393

Zusammen

344

353

558

586

2687

2739

III. Gemeinde Golz-

warde n.

1 .

Bauersch. Golzwarden

63

65

87

89

409

43«

2.

Boitwardm

78

82

164

170

688

718

3.

Schmalenfleth

46

48

61

63

292

299

Zusammen

187

195

312

322

1398

1447

IV. Amtsbezirk Brake.

1 .

Stadt Brake . . .

3S6

413

841

891

3969

4247

2.

Gem. Hammelwarder! .

344

353

458

5-86.

2637

2739

3.

Gern. Golzwarden. .

187

195

312

322

1389

1447

Im Ganzen

927

961

1711 1799

7995

8ü33

s Zusammenstellung der Brandkaffen-Taxate im Amtsbezirke > Brake am 1. Januar 1864 und 1. Januar 1865.

Zahl der VersichertessSumme Gebäude 1864 ' 1865

1864 1865 Rthlr.

I.

StadtBrake . . . .

640

654

796,370

817,990

II.

. Gemein

de Hammelwarder!.

1.

Bauersch.

Hammelwarden-Fünf-

Hansen ....

136

142

117,810

126,840

2.

Käseburg . .

44,

45

19,810

19,930

3.

Oberhammelwarden

136

136

112,730

113,606

4.

Scmdsetd-Ruschfeld

104

104

58,960

61,280

5.

Süderfeld . . .

58

58

3.1,700

32,000

6.

Nordcrfcld . . .

49

49

18,700

18,700

7.

Harrierwurp .

46

4 6

30,840

31,790

8.

,,

Außendeick mit

MeherShos:c. .

102

102

107,420

107,600

Zusammen

6 75

682

497,970

511,740

II

I. Gemci

nde Golzwarden

1.

Bauerschaft Golzwarden . .

101

104

100,360

104,570

2

Boitwardcu .

121

125

100,520

103,760

3.

Schmalenfleth

67

69

75,180

79,140

Zusammen

289

298

276,060

287,470

IV

AmtSb

czirk Brake.

i.

Stadt Brake.

640

654

796,370

8.17,990

2.

Gemeinde

Hammelwardeu. .

675

682

497,970

511,740

3.

Golzwarden. . ..

289

298

276,060

287,470

Im Ganzen

1604

1634 1

,470,400 1

,617,200

Ain vergangenen Sonntag so erzählt ein Antwerpener Blatt bildete sich vor dem Polizei-Bnreau auf dem großen Stadtplatz ein Znsammenlauf vieler Neugieriger. Man hatte nämlich gesehen, wie ein Droschkenkutscher mit eingebläutem Gesicht, blutend an Mund und Nase, arretirt worden war. Ein breitschulteriger Britie, welcher auS dem Wagen gestiegen, folgte hinterdrein, und ans dem Polizeiamt schallten heftige Auseinandersetzungen aus die Straße. Hören wir, um was cs sich handelte. Der Engländer hatte sich am Bahnhose in eine Droschke gesetzt und dem Kutscher die Adresse gegeben: Master C. auf dem Bisch-Market. Auf dem Fischmarkte angekonimen, konnte unser Reisender jedoch das Hans des Herrn C. nicht ausfindig ma­chen, obgleich er aus Englisch verständlich machte, daß er dort schon gewohnt habe. Um sich zurecht zu finden, bedeutete er dem Kutscher, ihn nach der Domkirche zu fahren. Als der unschuldige Wagenlenker ihn dorthin geführt hatte, fluchte der Engländer ganz wüthend in sei­ner Landessprache und erklärte den Kutscher für einen Schurken, denn die Kirche da sei gar nicht der Dom. Bei dem wahren Dom würde er den Weg nach dem gesuchten Hause sicher finden können. Der Kutscher wußte nicht, was der gestrenge Herr denn eigentlich wollte, setzte aber auf die Wortenach den Docks" sein Pferd wieder in Trab nach dem Werste zu. Hier augelangt, konnte der Engländer seinen Zorn nicht länger bemeistern. Er wirft sich aus den Kutscher und tracrirt denselben reichlich mit Faustschlägen und Fußtritten, indem er die Hülfe der Polizei mit dem Ausruf: Policemau! Policeman! reqmrirt. Wau eilt herbei und führt den angeblich Betrogenen auf die PolizLW.achs, wo der fnnctionireude Beamte^ welcher glücklicher­weise Englisch verstand, das Räthsel löste. Der Engländer kam von London über Ostende, um sich direct nach Brüssel zu begeben, war aber auf der Station zu Mecheln in den falschen Zug gestiegen und auf diese Weise, ohne eine Ahnung davon zu haben, nach Antwerpen gerathen. Ec glaubte fest, daß er sich in der Hauptstadt befinde. John Bull mußte das Opfer seiner Täuschung und Rauflust um Ent­schuldigung bitten und ihm dazu ein nicht geringes Schmerzengeld zah­len, um nur selbst auS den Händen der heiligen Hermaudad, die er so wüthend angerissen, wieder losznkommeu.

In Berlin zieht augenblicklich eine höchst mysteriöse Verbrecher- gcschichte alle Aufmerksamkeit auf sich. Eine anständig gekleidete Frau soll sich in letzter Zeit wiederholt jdamit beschäftigt haben, neugeborne uneheliche Kinder anzukansen. Sie besuchte zu diesem Zweck nament­lich Privat-Eutbiudungs-Anstalten, forschte hier nach und begab sich später, wenn die Mütter sich anderweitig eingemiethet hatten, dortyin. In einigen Fällen soll es ihr gelungen sein, die Kinder zu kaufen, ohne daß dir Mütter erfahren konnten, wohin die Kinder gebracht wurden. Die Berliner Criininalpolizei ist ernstlich bemüht, das Ge- heimniß zu ergründen.

Ein Herr von Newiadowski, ein Pole, der früher als Hauptmaun in ver preußischen Armee diente, soll von einem Kasfernstamme in Südafrika feierlich znm König ansgcrnsen wurden sein.

In Berlin epistirt ein sonderbarer Kauz. Man sieht ihn zuweilen unter den Linden, häufiger im Thiergarten, unv stets' trägt er einen fadenscheinige!! Ueberzieher, der einst schwarz gewesen, jetzt aber ins Gelbliche spielt und starr geflickt ist; die grauen, schmutzigen Hosen sind eine Hand breit zu kurz und lassen ein Paar zerrissene Stiesel sehen. Dieser Mensch erschien seit einiger Zeit jeden Nachmittag um 3 Uhr bei einem Restaurant, wo er ans einem Sopha Platz nahm und sein Diner verzehrte, aller kein gewöhnliches Diner, sondern im­mer ans dein Feinsten bestehend, was Die Karte bot. Dazu trank er zwei Flaschen Wein, vergaß das Dessert nicht und rauchte nachher bei einer Tasse Kaffee eine Upmauu. Die Zeche bezahlte er stets, ohne sich die geringste Bemerkung über die Höhe des Preises zu erlauben. In der vorigen Woche nun, nachdem er sehr gut Liuirt hatte, verlangte er Credit bis- znm andern Tage, woraus der Wirrh ater nicht einge- hen wollte. Jept bat nufer Lncullns von einer neuen Sorte, daß man ihm erlauben möcktc, einen Augenblick jenen Ort zu besuchen, wohin, wie Blmuaner sagt, der Kaiser selbst zu Fuß sich begeben muß. Sein Wunsch wurde ihm gewährt, aber ein Kellner zn seiner Beaufsichtigung mitgcschickt. Au dem bewußten Orte knöpfte er die Weste los, worauf zuerst ein zerrissenes Hemde zum Vorschein kam, daun aber eine lederne Geldkatze, welche er abschuallie und welche dick vollgepfropft mit dop­pelten Friedrichöd'orS war. Bon diesen reichte er einen dem Kellner, wies stolz daS Geld, welches er noch herausbekam, zurück, und ent­fernte sich, ohne daß der Gvnrmand in Lumpe», die aber mit Gold gefüttert waren, sich bis jetzt wieder bei dem Restaurant hätte sehen lassen.

Ovelgönne. Am Sonnabend vergangener Woche stürzte sich die Frau eines hiesigen Eingesessenen in einen Brunnen, um darin den gesuchten Tod zn finden. Es geschah des Abends gegen 9 Uhr, und hatte sich die Unglückliche, um ihr Vorhaben auSzusühreu. wieder aus dem Bette begeben, in welches sie sich schon zur Nachtruhe niedergclegt hatte. Sic soll übrigens schon seit längerer Zeit schwermnthig gewe­sen sein.