Werbung durch Leistung
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Gedanken und Wunschträume zum Jahresbeginn. Von Max Maucher, Leiter des Landesfremdenverkehrsverbandes Ostfriesland.
Zu einer guten Werbung gehört ein System, Erfahrung auf dem Gebiet der verschiedensten Werbemittel, vor allem aber Wahrhaftigkeit. So muß auch im Sinne des Grundsatzes: Die Wahrheit in der Werbung!" die Leistung hinter der Werbung stehen.
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Ostfriesland hat als Fremdenverkehrsgebiet im Verhältnis zu seiner Bevölkerungszahl eine recht erhebliche Bedeutung. Das verpflichtet, insbesondere aber der Chavakter Ostfrieslands als deutsches Grenzland im Westen.
Die ostfriesischen Städte und Dörfer pflegen deshalb das Drtsbild: stillose Reklamen verschwinden, die Verschandelung alter Giebel bei Umbauten wird peinlichst vermieden. Bei der Aufstellung von Verkehrszeichen usw. waltet neben der Zweckmäßigkeit auch der Geschmack. Ostfriesland hat ein eigenes Vielerorts werden Gesicht, es will es aber auch wohren.
neue Anpflanzungen das Landschaftsbild verschönern. Der Gemeinsinn wird hier Pate stehen. Vielleicht wird es soger ostfriesische Landessitte, daß Kinder zur Erinnerung an ihre Konfirmation einen Baum oder Strauch pflanzen, Natürlich unterstüßen Gärtner dieses auch durch Planung, da derartige Anpflanzungen nachher das Ortsbild verschönern sollen.- Die Gemeinden tun durch Aufstellen von Wegweisernes gibt auch gute oftfriesische Holzbildhauer! ein übriges.
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Nun zu der iesischen Gaststätte. Der tüchtige ostfriesische Wirt legt schon stets Wert auf eine zweckmäßige Einrichtung feines Fremdenzimmers. Er will dem Gast sein Zuhause er setzen. In der ruhigen Zeit des Jahres schläft er mal eine Nacht in jedent seiner Zimmer. Daher weiß er, wo der Spiegel hängen, und wie er beleuchtet fein muß, damit der Gast sich frisieren oder rasieren fann. Ein dunkelfarbiger Roller soll die Nachtruhe seines Gastes vor Störung durch Nichteinfall sichern. Die Schreibmappe in jedem Zimmer enthält deshalb auch nicht müdes, verbrauchtes Löschpapier, auch der fleine Papierforb fehlt nicht. Vielleicht wird der Gasthalter Das ist schörer als Hotelier sogar einen Eimer oder eine kleine Fußb vanne auf das Zimmer stellen lassen Möchten doch diesem Beispiel immer einige folgen, dann haben wir bald ein hundertprozentige Leistung. Wie angenehm waren Gäste auf einer ostfriesischen Insel berührt, als die sorgsame Wirtin in der Nachttischlade ihrer Zimmer fleine Schachteln mit Sicherheitsnadeln, Nähnodeln, Nähgarn fär die Dame und Kragen- und Patentfnöpfe für den Herrn gelegt hatte. Es sind grade die lekten Kleinigkeiten, die die wirtliche Betreuung augen.
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Bom Zimmer geht dieses cutomatisch auf den Küchenbetrieb über. Der tüchtige ostfriesische Gasthalter erlebt es nicht, daß ostfriesischer Tee zum Frühstück mit Würfelzucker und warmer Milch serviert wird, oder daß ohne den ausgesprochenen Wunsch des Gastes dieser ostfriesische Tee im Glas mit TecEis mit warmer Milchne Kandis gereicht wird.
und sehen nicht ihre Fahrkunst im Kurvenschneiden an unübersichtlichen Stellen.
Die ostfriesischen Reedereien, stets um das Wohl des Fahrgastes bemüht, planen Kurse für das Bord- und Landpersonal im Sinne des Wortes: Seid gastlich!"
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Die Reichsbahn will noch mit einigen Fahrplanverbesserungen vielleicht auch mit Triebwagenverkehr aufwarten. Die Reichspost wird nicht fehlen, wenn es zu ver bessern gilt.
Schließlich bringt die ostfriesische Presse täglich:„ Eine Minute Fremdenverkehr!" Alles in allem, das ist Werbung durch Leiſtung!
Gielmönlen
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Gilomon
Bom Kloster zum Familiennamen
WHW 1936/37
„ Wir alle helfen!"
gen, zum Teil nach Marienthal. Gin Sielmöntener Moster. ſiegel vom Jahre 1465 stellt einen heiligen Martin zu Pferde dar, der von seinem Mantel ein Stück mit dem Schwerte ab trennt. Neben ihm ein Inieender Bettler.
Es ist nicht genau bekannt, wann Sielmönken verweltlicht und zur Domäne wurde. 1644 bekam es der Reformator Uti Wallis in Pacht, der aus Groningen ausgewiesen war und in Ostfriesland seine Ufowallisten- Kirchengemeinschaft gegrün det hatte. Im vorigen Jahrhundert standen noch einige Flügel der ehemaligen Klostergebäude und dienten zur Wohnung der vier Bächter( man hatte inzwischen aus dem Domänengut vier Plätze gemacht). Der alte Klosterhof ist zum Teil in Gärten verwandelt. Jm Dst friesischen Landesmu jeum in Em den zeigt man heute noch einen fupfergetriebenen Schlüssel des ehemaligen Klosterkellers.
Von Kloster Sielmönten tann die in Ostfriesland bekannte Familie Silomon ihren Namen herleiten. Der älteste be kannte Ahne der Familie Silomon war der zu Sielmönten ansässige Bauer Jann Willms Janssen, der 1669 mit Anfe Andreessen aus Engerhafe die Ehe einging. Der zweite Sohn aus dieser Ehe mit Namen Jakob wird etwa 1680 in den Urfunden Jakob Janssen Silomon nach seinem Besitz in der alten Klostergemeinde genannt. In dieser Zeit wurde der alte Famil'enname Janssen in dieser Linie zum Vornamen. Nachkommen dieser Familie wurden später Kaufleute in Norden; im Jahre 1744 wird in Norden ein Tuchdas jetzige Kaufhaus Silomon in Aurich. Er hatte bei einem Verwandten D. Silomon in Leer in den Jahren 1834-37 das Tuchgeschäft gelernt. 1911 übernahm der Kaufmann Hugo Kramer das jezige Kaufhaus Silomon durch Kauf.
otz. Heute ist der ehemalige Meerbusen von Sielmönken völlig verlandet, und der Durchreisende, der etwa mit der Kleinbahn durch den Krummhörn fährt, bemerkt von ihm nichts mehr. Doch der Bauer, der den sandhaltigen jüngeren Verlandungsboden von dem älteren Marschboden genau un terscheidet, vermag den Verlauf des alten Busens noch festzulegen. Auch von dem alten Kloster Silom a ch um, das vielleicht seinen Namen einem hier früher gelegenen Siel verdankt, sind für den flüchtigen Beschauer kaum noch arißhändler Silomon erwähnt. 1844 gründete Gerhard Silomon linien zu erkennen. Anfänglich war Sielmönken ein Nonnenkloster des Benediktinerordens, das dem heiligen Martin gewidmet war. Aus alten Urfunden hören wir aus dem Jahre 1255 von der Existenz dieses Klosters, das eine Zeitlang auch den Zisterziensern gehört haben mag, wie man aus seiner en gen Verbindung mit den Zisterzienserklöstern Thedingen und Mariental- Norden schließen tann. Im Jahre 1444 fam das Nonnenkloster in die Hand der Augustiner und wurde un ein Männerkloster. Die Nonnen tamen zum Teil nach Thedin
Die Familie Kramer, die noch im Besize des bald 10C Jahre alten Kaushauses ist, hält begreiflicherweise an der alte" Üleberlieferung des Namens Silomon fest, ist doch mit diesem Firmennamen ein Stück alter ostfriesischer Geschichte der bunden.
Sechs Millionen Betriebe ernähren uns
Die Speisekarte zeigt hier auch ostfriesische Gerichte. Heführte, im Reichsnährstand erfaßt, um das Bedürfnis des ringe auf verschiedenste Art werden beliebte Vorspeisen sein. Die ostfriesischen Fischgroßhandlunger erachten es als ihren besonderen Beitrag zur Förderung des Fremdenverkehrs, daß es in der ostfriesischen Gaststätte anerkannt den allerbesten Hering gibt. Die Bäcker pflegen mehr als sonst heimische Gebädarten wie füppelkuchen, Honigfuchen auf oftfriesischer Art, in überlieferten Formen gebacken; da sie natürlich nicht abseits stehen wollen, wenn es gilt, Ditfrieslands Gäste durch höchste Leistung zufriedenzustellen.
Für den Radfahrer wird auch gesorgt. Die ostfriesischen Ortsgruppen des DDAC. werden das Wunschbild eines Sonntags- und Nachtdienstes, der Reparatur- und Tankstellen in den ostfriesischen Städten Wirklichkeit werden lassen. Die Die Radfahrer fahren grundsätzlich nicht zu zweien oder dreien nebeneinander auf den ostfriesischen Landstraßen; Milch- und Botenführwerke fahren natürlich rechts- und nicht etwa_lints oder in der Mitte, die Kraftfahrer lassen überflüssiges Hupen
Der Freie
Südwester Tiergeschichte mit ostfriesischem Einschlag. Von Heinrich Herlyn.
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Pfeiferauchend und tiefsinnig schweigend umstanden die Bockiesfarmer, die Gemiebauern aus dem unteren Swakoprevier, den aus gewichtigen Eichenbohlen gefügten Transportstall des schweren schwarzweiß gescheckten Stiers, den sich der Großfarmer aus dem Hereroland für eine große Summe baren Geldes aus der nordischen Viehzuchtgegend Ostfrieslands verschrieben hatte. Sie fuiffen ein Auge zu, legten schräg den Kopf auf die Seite, gingen einige Schritte hin und her, zogen schließlich bedächtig die sonnengebrännten Braßen aus der Kakihose und betasteten vorsichtig durch die Stäbe den feisten Nacken und die eisenharten Ständer de3 wuchtigen Tieres. " Donnerwetter, so'n Tier; natürlich konnte sich 10 etwas nur ein Großfarmer erlauben" solche und ähnliche neidvolle Bemerkungen raunten sie sich schließlich mißvergnügt zu.
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Auch schwarze und braunhäutige Sachverständige fanden sich ein. Sie schätzten den Bullen danach ab, welche Menge Fleisches er abgeben würde und meinten, es sei nicht übel, wenn der Schwarzweiße plößlich verenden würde. Solche profane Magengedanken entsprangen den dunklen Hirnen der Ewigfleischhungrigen. Als der Bulle trotz all ihrer sehnlichen Würsche munter am Leben blieb, began nen sie, sich über seine furzen geraden Hörner lustig zu machen. Das sollte ein Zuchtbulle sein- ein Herdenbeschützer, der Hörner hatte wie ein Ziegenbod so flein. Der Ostfriesenbulle sant gewaltig in ihrer Achtung; ein ordentlicher Stier trug lange, gewaltig weit ausladende, schwungvoll gebogene Hörner auf dem Schädel, So hatten sie alle ihre Meinung.
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Den Bullen, der geruhig die frische Luzerne käute, die sein Begleiter ihm vorschüttete, kümmerte nicht das Geschwätz der Menschen aller Hautfarben um ihn. Er brummte zufrieden und wohlig; er fühlte nach der wochenlangen Seereise wieder festen Boden unter den Füßen und die Sonne schien warm auf sein Jell! Bald nachdem er nach längerer Fahrt durch Wäste und Steppe, durch Busch- und Bergland ausgeladen worden war, wurde er be= schlagen, damit er auf dem harten steinigen Boden seiner neuen Heimat keinen Schaden an den Hufen nehme. Der Farmer im Hereroland hatte richtig gerechnet, als er das viele Geld für den teuren Bullen ausgegeben hatte; er züchtete fortan Tiere, die in Form und Leistung hoch über seinem Herdendurchschnitt standen. Die Kreuzungsfühe gaben weit mehr Milch, als die langgehörnten mageren Buschkühe, auch brauchten bei ihnen die Kälber vor dem Melfen nicht mehr anzusaugen. Gewaltig stark waren die Jung
Sechs Millionen selbständige Existenzen stehen heute in der Ernährungswirtschaft bereit, an der Nahrungsmittelversoran der Nahrungsmittelversorgung unseres Voltes mitzuwirken. Fünf Millionen Erzeuger, 650 000 Verteiler und 320 000 Be- und Verarbeitsbetriebe sind, wie der für die Durchführung der Marktordnung im Reichsnährstand verantwortliche Reichshauptaf teilungsleiter 3, Dr. Korte auf dem Reichsbauerntag in Goslar aus deutschen Verbrauchers nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu befriedigen. Die Befriedigung dieses Bedürfnisses ist in der nationalsozialistischen Wirtschaft nicht mehr dem freien willtürlichen Spiel der Kräfte überlassen. Eine sinnvolle Ordnung des Marktes ist an die Stelle des von Eigenus diftierten Handelns getreten ein Mensch wird rerkennen, daß eine solche Aenderung viel leichter gejagt als getan ist. Nicht allein, daß sechs Millionen Betriebe auf diesen neuen Nenner gebracht werden mußten. Auch die Vielfalt der Artikel machte eine systematische Lenkung notwendig, die die strukturellen Eigenarten der einzelnen Warengruppen und ihre Verflechtung mit anderen Erzeugnissen berücksichtigen mußte. So wie kein Stand und kein Beruf unserer Ernährungswirtschaft aus der Marktordnung herausgenommen werden kann, ohne daß das Ganze davon beeinflußt wird, so fann auch kein landwirtschaftliches Erzeugnis für sich allein von der Marktordnung erfoẞt werden. Die sorgfältige Beob
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achtung dieser Verflechtungen und der Bedürfnisse der Vere braucher ist oberste Pflicht der Marktorganisation. Diese Pflicht ist um so größer, als das Barometer", das früher das Verhältnis oder Mizverhältnis zwischen Angebot und Nahfrage anzeigte, die Preisbildung, heute im Allgemeininteresse der freien Entwicklung entzogen ist. Brauchte man früher nur die Preisbewegungen laufend zu beobachten, um festzustellen, ob das Angebot oder die Nachfrage größer war von der künstlichen Beeinflussung der Preisbildung und der künstlichen Verfnappung des Angebots sei in diesem Zusammenhang einmal abgesehen, so gehört heute eine genaue Kennt nis der Erzeugungs- und Absatzbedingungen, der Wünsche der Verbraucherschaft und der Warenbewegung dazu, um eine sozial gerechte Warenverteilung vorzunehmen. Diese größere Kenntnis des Marktgeschehens vermittelt die Marktorganijation, die unter möglichst geringer Beschränkung der Freiheit des einzelnen der Gesamtheit zu ihrem Recht verhelfen will. Marktordnung und Marktregelung werden wir im sozialistischen Deutschland auch in Zukunft haben. Das hat erst Hermann Göring auf dem Reichsbauerntag in Goslar erklärt, eine Marktordnung auf den Gebieten der Ernährungswirtschaft, die in ihren Zielen: Erzeugerschutz, Verbraucherschutz und geordnete Warenbewegung sich stets gleichbleiben wird, denn diese Marktordnung schafft erst die Voraussetzungen für die Nahrungsfreiheit, die im zweiten Vierjahresplan des Führers mit verstärkten Kräften angestrebt wird.
der Sieger von
stiere, die Halbblutföhne des schweren Schwarzweißen; fie gaben| Bedächtig und selbstbewußt 30dannen, hinaus in
leistungsfähige Tredochfen und gutte, gewichtige Schlachttiece ab.
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ganzen Okahandjagebiet fielen schwere Kälber von ihm, zeugten die Narben der Herdenballen von ihren Kämpfen mit dem Eindringling. Der Ruhelose beherrschte alle Herden ringsum.
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An den Feuern vor den Pontots auf den Farmwersten wurden flüsternd schauerliche Geschichten von dem„ Dngombe otjilulu"- dem wilden Geisterbullen erzählt. Die Herero sagten, er sei so geschwind wie der Wind und greife jeden an, der ihm begegne. Pifanini, der Kleine, konnte davon berichten. Einen ganzen Tag fer hatte er auf einem Baum Hocken müssen; der wilde Bulle hatte ihn bis zum Abend dort belagert." Omambo tjirri" wirklich wahr war das ein Schrecken, am Tage hatte der Gehörnte ihn furchtbar geängstigt und dann hatte er obendrein im Finstern man bedenke, in der Dunkelheit nach Hause schleichen müssen.
die Freiheit. Ein uriges, büffelähnliches Tier aber war der erste Jungbulle, Die Farmer im Lande sprachen viel von dem wandernden der Sohn des Ostfrieslandbullen mit der dreizißigen, fnochig- hoch- Bullen. Bald war er hier, bald weit fort dort aufgetaucht. Im beinigen Hererokuh Okawitâtu", zu Deutsch Drei". Er vereinte die Massigkeit seines Vaters mit dem hohen Wuchs des Geschlechts seiner Mutter; auch trug der Recke auf seinem Büffelschädel als ge= fährliches Gewaffen das wehrhafte Gehörn der Hererorinder. Solange er als Kalbbulle bei der Herde lief, war er gutartig und gehorchte willig dem Leitbullen und den dunkelhäutigen Herdenwächtern. Seiner gewaltigen Kraft wurde er sich zum ersten Mal bewußt, als er sich eines Tages eines beutegierigen Leoparden erwehren mußte, der ihm auf den Nacken gesprungen war, als er sich zum beschaulichen Wiederkäuen im spärlichen Schleierschatten eines Dornbusches hatte niedertun wollen. Dumpf- grollend brifte er zornig auf, raste wie toll im Kreise umher, wühlte mit Läufen und Hörnern den Boden auf, so daß die anderen Jungbulen, die um ihn herum sich hatten niederbetten wollen, erschreck: abpollerten, flüchtig zur Hauptherde stoben und dort alles in Aufruhr trachten. Der alte hagere Herdenwächter eilte dem Ueberfallenen mit dem Kirri, seiner eisenharten Wurfteule, zu Hilfe, doch sein Eingreifen war überflüssig; der Bulle hatte den buntgefleckten Räuber greifen war überflüssig; der Bulle hatte den buntgeflecten Häuber bereits abgeschüttelt und ihn zu einer blutigen, formlosen Masse zertrampelt. Aus rotunterlaufenen Augen stierte er jetzt den Wuchter von unten herauf an, wie schmerzhaftes Stöhnen quoll das zornige Grollen aus seiner breiten Brust. Er scharrte mit den Vorderläufen die Erde und es schien, als wollte er den Hirten annehberuhigend auf ihn einsprach, auch auf die Hörner nehmen oder ihn zertrampeln. Doch schließlich wich er Schritt um Schritt langsam zurück, dann drehte er sich plötzlich um und zeg ab in den dichten Busch.
Am Abend kehrte er nicht mit heim in den Kraal. An den folgenden Tagen ließ er sich nur kurze Zeit in der Nähe der Herde sehen, er zog auch wohl mit zur Tränke am Staudamm, doch dann war er plötzlich verschwunden. Er wurde ein Einzelgänger, ein gefährlicher Bagabund, der wie ein wilder Büffel frei durch Busch und Steppe streifte. Es gelang nicht, ihn wieder an die Herde zu fesseln; auch gelang es nicht, ihn mit Gewalt oder mit Liſt einzufangen er brach immer wieder aus. Einmal hatten die Schwarzen ihm junge Kühe zugetrieben und ihn damit bis vor den Kraaleingang gefodt. Als er das Kraaltor jah, machte er plöglich Kehrt und stürmte mit gesenkten Hörnern auf die Hirten los. Ze ternd flohen die Schwarzen und erfletterten mit affenartiger Geschwindigkeit die Pfefferbäume vor dem Verwalterhaus und ihre Köter drückten sich mit eingeklemmtem Schwanz in den Busch.
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Der Bulle und die Schar der bösen Nachtgeister hatten den Aermsten geplagt, er war tolles Teufelswerk. Fürchtete man den Bullen auf der einen Seite, so bereitete andererseits sein Dasein und sein Treiben Vielen Freude. Er verbesserte den Farmern kostenlos den Viehbestand und lieferte immer wieder neuen Gesprächsstoff, was in einem menschenarmen Lande, in dem die Zeitung nicht immer weit herumkommt, wohl etwas bedeuten will.
Dann hörte man lange Zeit nichts mehr von dem Ausreißer und man begann anzunehmen, er sei ausgewandert. Der alte Herdenwächter meinte, Langhorn habe, mistin Hartloop nach die Onamboland gemacht", er sei nordwärts, dem Amboland zu fortgezogen.
Eines Tages kam in der Frühe eine junge Kaffernfran zum Aubaas und meldete, fie habe den großen Bullen gefunden. Er sei „ buuta, huuka", schon lange tot, verendet. Man folgte der Frau durch den Busch und fand die Refte des Gewaltigen. Die ausge dörrte Haut, das Gehörn und Gebein hingen in einer Felsspalte, an deren Grund etwas fauliges Wasser stand. Beim Wasserschöps fen war der schwere Bulle ausgeglitten und hatte sich beim Sturz im engen Gefels verklemmt. Es war ihm nicht gelungen, sich wieder zu befreien. Angesichts des Wassers war er elend verdurstet und war außerdem wehrlos den Angriffen feiger Nachträuber ausgefeßt gewesen.
Das gewaltige Gehörn des Ruhelosen hängt auf der Veranda des weißgetünchten Farmhauses zwkschen den Trophäen, die der Weide mann dem freien Getier der Steppe abrang es ist nur Recht so, denn auch der Bulle war ein Freier gewesen.
