Sonnabend, den 2. Januar 1937

Dftfriesische Tageszeitung

Pagenburg und Umgebung

Statistisches von den Standesämtern

otz. Das Jahr 1936 schließt mit 623 Eintragungen gegen 571 im Vorjahre und 527 im Jahre 1934 und zwar mit mehr Geburten, mehr Eheschließungen, aber auch mehr Sterbefällen, gegen das Vorjahr ab.

Beim Standesamt I( Untenende) sind 150 Lebendgeburten ( 136), 51 Eheschließungen( 40) und 110 Sterbefälle( 100), da von 11 Tobgeburten, und beim Standesamt II( Obenende) 181 Geburten( 176), 52 Eheschließungen( 59) und 63 Sterbefälle ( 60), davon 5 Totgeburten) oemeldet.

Insgesamt sind im Stadtbezirk Papenburg 331 Lebend­geburten gegen 312 im Vorjahre und 296 im Jahre 1934 er­folgt. Von den Geborenen waren 160 Knaben und 171 Mäd chen. Der Geburtendurchschnitt beträgt auf je tausend Ein­wohner 29. Die Totgeburten haben leider gegen das Vorjahr

zugenommen.

Der Kreis Aschendorf- Hümmling im Jahre 1936

Ein Jahr des Aufstiegs auf allen Gebieten.

otz. Im Wesen von uns Deutschen liegt es, jeden Zeitabschnitt| rückschauend zu betrachten, und so soll auch beim Eingang in das neue Jahr 1937 Rüdschau gehalten werden auf die Ereignisse des verflossenen Jahres.

Wie taum ein anderer Freis in unserem gesamten Gaugebiet Weser/ Ems ist gerade der Kreis Aschendorf- Hümmling amit seinen weiten Moor- und Heideflächen zum Mittelpunkt umsas sender Bodenbearbeitungs- und Kultivierungs­arbeiten geworden, die auch weiterhin im Rahmen des neuen Bierjahresplanes zu den wichtigsten Aufgaben hinsichtlich der Schaf­fung der Nahrungsfreiheit unseres Volkes aus eigener Scholle ge­hörenw erden.

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SA.­

In dem vor einigen Tagen veröffentlichten Aufsatz Die E.­Gruppe Nordsee packt an" konnte bereits in großen Zügen umrissen werden, was im nordwestdeutschen Grenzgebiet, zu dem der Kreis Aschendorf- Hümmling gehört, an Kultivierungsarbeiten durch die Emsland- SA. bewältigt worden ist. Die in diesem Zusammenhang

genannten Maßnahmen und Zahlen sind so überwältigend, daß sie für sich sprechen und eigentlich keiner weiteren Bestätigung und Ergänzung bedürften.

Die Zahl der Eheschließungen ist auf 103( 99) gestie gen. Ge haben geheiratet: im Alter bis zu 20 Jahren 3 weib­Die Besiedlung des Kultivierungsgebietes A" hat im Jahre 1936 Liche Personen, zwischen 21-30 Jahren 56 männliche und 72 weibliche Personen, zwischen 31-40 Jahren 38 männliche durch die Schaffung von 20 Neubauernstellen ihre Krönung gefun und 21 weibliche Personen, zwischen 41-50 Jahren 7 männe den und die Jnangriffnahme der Arbeiten im Stultivierungsgebiet liche und 5 weibliche Personen und darüber hinaus 3 männ" hat zu dem erfreulichen Erfolg geführt, daß der größte Teil Tiche und 1 weibliche Person. der noch in Papenburg und Umgebung verhanden gewesenen Et­werbslosen wieder Arbeitsmöglichkeit erhalten hat, während an vie­len anderen Stellen des Kreises die Arbeitslosigkeit bereits völlig überwunden ist.

Gestorben sind in diesem Jahre 173 Personen, gegen 160 im Vorjahre und 127 im Jahre 1934. G starben 7C männliche und 87 weibliche Personen. Die Altersstufen ver­teilen sich: im Säuglingsalter 28, bis zu 10 Jahren 18, 3i schen 11-20 Jahren 5, zwischen 21-30 Jahren 27, zwischen 41-60 Jahren 24, zwischen 61-80 Jahren 38 und über 8C Jahre 17. Durch Unglüdsfälle sind in unserer Stadt 8 männliche und 3 weibliche Personen ums Leben gekommen Erwähnt sei noch, daß die Säuglingssterblichkeit am Obenende 19 und am Unbenende 9 betrug. Der Geburtenüber fchuß betrug 174 in unserer Stadt.

Die Behörden geben bekannt:

Die Stadtkasse gibt bekannt:

Auf die Hebung der Grundvermögens- und Hauszin steuer für Januar 1937 und der 4. Rate Hundesteuer in der Zeit bom 1. bis 15. Januar wird hingewiesen. Die Hebetermine und zeiten sind auf der Rückseite des Steuerzettels angegeben.

Der Bürgermeister gibt bekannt:

Die Ausgabe der Fettverbilligungsscheine Speisefette für das 1. Vierteljahr 1937 findet wie folgt statt: Untenende:

für

Bon 8-9 Uhr Nr. 1-250, von 9-10 Uhr Str. 251-500, von 10-11 1hr Nr. 501-750, von 11-12 Uhr Nr. 751-1000, von 12-1 Uhr Nr. 1001-1250 von 3-4 Uhr Nr. 1251-1500, von 4-5 Uhr Nr. 1501 bis Schluß, am Montag, dem 4. Januar. in der alten Kirchschule( Orts­gruppe der NSV.).

Obenende:

am Donnerstag, dem 7. Januar, in der Wirtschaft Finkenbrink: von 8-9 Uhr Nr. 1-175, von 9-10 Uhr Nr. 176-300, von 10-11 Uhr Nr. 301-475, von 11-12 Uhr Nr. 476-600, von 3-4 Uhr Nr. 601 -700, bout 4-5 Uhr Nr. 701-800. Am Freitag, dem 8. Januar: bon 8-9 Uhr Nr. 800-900, von 9-10 Uhr Nr. 900-1000, von 10-11 1hr Nr. 1000-1100, von 11-12 Uhr Nr. 1100-1200, von 12 bis Uhr Nr. 1200-1300, von 1-2 1hr Mr. 1300-1400, von 2-3 Uhr Nr. 1400 bis Schluß.

Die Kontrollnummern sind wie bei den früheren Ausgaben mitzu­bringen, da ohne dieselben auf keinen Fall die Ausgabe erfolgen kann. Bei Aenderungen find die notwendigen Unterlagen vorzuzei­aen. Die Ausgabe erfolgt nur an Erwachsene.

Leerer Filmbühnen

Balajt- Theater.

Seit Donnerstag wird im Palast- Theater ein Programm vorge führt, das Hauptstück einen Film, der uns alle angeht, das seit län­gerer Zeit angekündigte Filmwerk Verräter" enthält. Dieser Film schildert einen Spionagefall aus unserer Zeit, läßt uns in ein­dringlichen Bildern die Arbeit fremder Spione und Agenten, das Mitwirken eines erbärmlichen Verräters aus dem eigenen Valf, aber ebenso packend und eindrucksstark die Abwehr unter herver­ragender Mitwirkung der Gestapo miterleben. Es ist wirklich kaum nötig zu erwähnen, daß dieser Film u. a. mit den Prädikaten Künstlerisch und Staatspolitisch besonders wertvoll"- volksbil dend" ausgezeichnet worden ist, und daß Reichsminister Dr. Goeh bels das Protektorat für die Uraufführung übernommen hatte. Wie groß das Interesse auch hier für ein Werk derartigen Inhalts iil, mag man ermessen aus den außergewöhnlich hohen Besucherzahlen, die das Palast- Theater in diesen Tagen zu verzeichnen hatte. Gestern abend war z. B. das Haus ausverkauft.

Verräter" ist ein Spionagefilm, der weder in seinem Inhalt, noch in Aufmachung und Bildern etwas mit billigen Sensationen zu tun hat und der dennoch von Anfang bis zum Schluß uns in Spannung hält. Er behandelt Geschehnisse. die aus der Wirklich teit entnommen sein könnten, lebensnah und padend geschildert. Wir erkennen plötzlich, welche Verantwortung wir, jeder und jede Einzelne von uns tragen, daß die in Kriegszeiten so oft vernom­mene Warnung: Vorsicht, Feind hört mit" durchaus keine veraltete Parole ist, sondern auch heute von uns beachtet werden muß. Vor wenigen Jahren noch wäre es ein Ding der Unmöglichkeit ge­wesen, mit Hilfe der Behörden und Wehrmachtstellen, die diesen Film förderten, ein solches Werk herauszubringen. Das schändlichste Verbrechen, der Verrat wichtiger Staatsgeheimnisse, gibt Gelegen­heit, uns in das Wesen und Wirken der Spionageabwehr einzu­führen. Mit veralteten Vorstellungen wird gründlich aufgeräumt; es wird nicht geheimnisvoll gespielt", sondern llar gezeigt, wie nüchtern und dennoch wie gefährlich auch in unseren Tagen sich der Kampf zwischen Spionen, Verrätern und Abwehr abspielt. Karl Ritter als Spielleiter hat es verstanden, ausgesuchte Kräfte in den Dienst der Sache zu stellen. Genannt seien hier nur Willi Birgel als feindlicher Hauptagent, Rudolf Fernau als ver­schuldeter Konstrukteur, der zum Verräter wird und schinachvoll en­det, Herbert Böhme als Mouteur", der später auf der Flucht mit einem gestohlenen neuen Sturzbomber abgeschossen wird, Heinz Welzer, der junge Panzerwagenschüße, der fast den Spionen ins

In die Erinnerung zurückgerufen zu werden verdient auch die großzügige Förderung des Kleinsiedlung baues. Sm Fühjahr 1936 wurden allein im Stadtgebiet Papenburg am Lüshtenburg- Kanal 9 Neubauernsiedlungen errichtet und im Laufe des Jahres ihrer Bestimmung übergeben. Der Bau von Volfs= wohnungen wurde ebenfalls nach besten Kräften gefördert und nicht weniger als 30 von den im Kreise in Angriff genommenen Volkswohnungsbauten entfallen auf die Stadt Papenburg. Viele andere Baumaßnahmen in den verschiedenen Teil des Kreises wären noch zu erwähnen, doch soll in diesem Zusammenhange nur noch mals auf das Emslandhaus" hingewiesen werden, das am Oktober durch Gauleiter Röver seiner Bestimmung als Kamerad schaftsheim für die SA.- Männer des Sturmbanns z. b. V. der SA.­Gruppe Nordsee übergeben wurde.

15.

Hand in Hand mit den vorerwähnten Maßnahmen ging der Ausbau des Wege- und Wasserstraßennezes, der eine so umfassende und großzügige Ausgestaltung erfahren hat, daß es im Rahmen dieses kurzen Rückblickes nicht möglich ist, die Ein­zelmaßnahmen aufzuzählen. Die Straßen- und Wegebauarbeiten werden auch im neuen Jahr durch die zuständigen Behörden eine dem Fortschreiten der Kultivierung entsprechende Förderung er= fahren.

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Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Wasserstraßenezes sind die zahlreichen Deicherhöhungs- und Sielbau Ar beiten hervorzuheben, die im Bereiche des Kreises durchgeführt worden sind und deren Gesamtkosten sich auf etwa 1,2 Millionen Reichsmart belaufen. Aus der Fülle der im Laufe des Jahres be­wältigten Arbeiten greifen wir die Arbeiten zur Behebung der Sommerhochwassergefahr an der Eins heraus, ferner die Sommerdeichbauten an der Ems bis Herbrum, den Groß­Sielbau bei Tunydorf, den Bau des Doppelspiels bei Rhede, die Schaffung des Barbarei- Sieles und zahlreicher Teich­scharten und Rückstauvorrichtungen. Wie notwendig alle diese Maßnahmen waren, hat das im Frühjahr 1936 unerwartet aufge­tretene Hochwasser des Ems bewiesen, das sich zu einer Ueber= schwemmungsfatastrope ausgewirkt hat, deren verhee­rende Folgen durch ein opferbereites und gemeinschaftliches Hiss

Garn gegangen wäre, aber kurzentschlossen zu seinem Hauptmann geht und Meldung erstattet, obgleich er sich dadurch selbst start ge­fährdet, Paul Dahlte als Mitarbeiter des Hauptagenten und Hans

flot, Sepp Rist und Volker v. Gollande

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als Beamte der Geheimen Staatspolizei. Nicht unerwähnt Eleiben sollen Lida Barrova, als kostspielige Freundin des Verräters, und Irene von Meyendorff als Braut des tapferen jungen Soldaten.

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Folge 1

werk von den Betroffenen abgewendet wurden. Hier war es wie bei vielen anderen Notständen wieder unser Gauleiter Rover, der mit einer namhaften Spende den vom Hochwasser geschädigten Vollsgenossen beispielgebend die erste Hilfe angedeihen ließ.

In der freien Wirtschaft hat sich das Jahr 1936 im Zuge der nationalsozialistischen Aufbauarbeit hier außerordentlich be fruchtend ausgewirkt. Die Torf- und Torfstrea Indu strie erfuhr einen stetigen Aufschwung, die Binnen- und See schiffahrt kann von einer Belebung berichten und die Schiff 3- bau- Industrie weist eine aussichtsreiche Beschäftigungslage auf. In vielen Erwerbszweigen herrschte bereits ein fühlbarer Facharbeitermangel. Zur Befriedigung des Baumaterial­bedarfs ist am Campe- Dörpen- Kanal eine Ziegelei gegrün det worden, die ihrer endgültigen Fertigstellung entgegengeht. Der Frühgemüse- und Gemüse- Absaß hat namentlich in Papenburg eine so große Steigerung erfahren, daß in Papen burg am Obenende eine geräumige Versand- und Lagerhalle errich

tet werden mußte. Auch in der Kleinvieh, Vieh- und Pferdezucht ist das Jahr 1936 erfolgreich gewesen und die überaus glänzend verlaufene Kreistierschau in Sögel/ Clentenswerth war ein überzeugender Beweis für den in der bäuerlichen und ländlichen Bevölkerung des Kreises berrschenden Leistungs- und Aufbauwillens.

Mit der vorerwähnter Kreistierschau war eine als hervorragend anerkannte Kulturschau. verbunden, und damit kommen wir zu den kulturellen Ereignissen des Jahres 1936 im Kreise Aschendorf­Hümmling, aus denen die vor wenigen Wochen durchgeführte Gau­Kulturwoche mit ihren eindrucksvollen und hochwertigen Einzelver­anstaltungen an mehreren Orten des Kreisgebietes noch in bester Erinnerung ist. Regelmäßige Filmvorführungen durch die Gau­filmstelle selbst an den fleinsten Orten des Kreises, Aufführungen der NSG. Kraft durch Freude" und andere kulturelle Veranstaltun gen sorgten dafür, daß die Bevölkerung mit dem Geiste der natio­nalsozialistischen Weltanschauung mehr und mehr vertraut wurde.

Wie sehr das Gedankengut des Nationalsozialismus und der Geist der Voltsgemeinschaft im verflossenen Jahre bei der Bevölkerung des Kreises Eingang gefunden hat, beweist am deutlichsten die positive Einstellung zur Opferbereitschaft. So konnte die Mitgliederzahl der in der NS. Volts wohlfahrt zusammengeschlossenen Bolts­genossen im Laufe des letzten Jahres um 50 Prozent erhöht werden. In der Hergabe von Freiplätzen für die Hitler- Freiplatspende stand der Kreis Aschendorf- Hümmling 1936 im Gau an erster Stelle. Die Menge der gespendeten Obst- und Gemüsekonservendosen hat sich gegenüber 1935 vervierfacht, während sich die Zahl der in Heime entsandten Mütter und Kinder verdeifachte. In 30 Fällen konnten Wohnungsbauzuschüsse ausgeschüttet werden. Trotz der Tatsache, daß der Kreis als Notstandsgebiet angesprochen werden muß, konne ten hier nicht weniger als 137 Landjahrkinder Unterkunft finden. andere Kreise betrug Die Kartoffellieferung an etwa 16 000 Zentner. 4600 Kinder nahmen im Kreise an der Weih­nachtsbescherung teil und die Zuwendung von Weihnachtsgaben war so reichlich, daß für die einzelnen betreuten Familien ganz nam hafte Weihnachtszuwendungen bereitgestellt werden konnten.

Als ein leuchtendes Fanal unter der Vielzahl der erfreulichen Er­eionisse des vergangenen Jahres soll aber besonders der am 26. Juli in Papenburg durchgeführte Kreistag der NSDAP. des Kreises Aschendorf- Hümmling herausgestellt werden, vor dem der Kreisleiter dem Gauleiter das einmütige Bekenntnis eller Volls genossen des Kreises zu unserem Führer melden konnte. Daß dieses Bekenntnis, das zugleich ein Gelöbnis der treuen Gefolgschaft und Mitarbeit war, nicht nur ein Lippenbekenntnis gewesen ist, sondern auch eine Willensäußerung zur Tat, das haben die Erfolge des ge­meinsamen Schaffens im Jahre 1936 bewiesen und davon legen die Opferbereitschaft und die Mitarbeit im Winterhilfswerf 1936; 37 der Volksgenossen im Kreise ein beredtes Zeugnis ab.

seenen und prachtvolle Aufnahmen von der sonnigen Riviera bringt. Peter Kreuden zeichnet für die musikalische Untermalung, die dem Spiel die hiteer- beschwingte Note verleiht.

Im Beiprogramm sieht man neben einem schönen Film Eladt und Land" einen Bildstreifen, der das Leben der Tiere in der Großstadt" in guten Aufnahmen schildert. Außerdem wird natür­lich eine interessante Wochenschau gezeigt.

Zentral- Lichtspiele.

Heinrich Herlyn.

Die Neujahrsspielfolge des Zentral- Lichts verdient in mehr als einer Hinsicht Beachtung, denn ebenso wertvoll wie der ernst- heitere ver­

mochte, sind auch die Beifilme, unter denen der Kulturfilm: Die Kamera fährt mit" an erster Stelle zu nennen ist. Dieser lehrreiche, in die vielseitige und oft gefahrvolle Arbeit der Wochenschau- Kame ramänner hineinführende Film zeigt die Entwicklung der Film­Wochenschauen von ihren ersten Anfängen in der Zeit vor rund

Der Inhaltes fällt schwer, ihn herzusagen", wenn man den Film erlebt hat sei furz wie folgt nochmals umrissen. Feind­liche Agenten verstehen es, einen verschuldeten Konstrukteur zu ihrem willenlosen Werkzeug zu machen. Sie zwingen ihn, für sie die Konstruktions- Pläne eines wichtigen Werks und die Lagepläne Hauptfilm, der so recht der Silvesterſtimmung sich anzupassen were eines Wasserwerks zu entwenden. Ein Mitglied des Spionenfom­plotts, der wagehalsige Monteur, findet Gelegenheit, nachdem er sich das Vertrauen seiner Vorgesetzten bei den Flugzeugwerfen er= rungen hat, mit einem Sturzbomber neuesten Modell3 zu fliehen; er wird jedoch, auf eine Meldung eines jungen Panzerwagen schüßen bin, der nach geschickter Umgarnung gezwungen werden soll, die neuesten Dienstvorschriften herauszugeben, verfolgt und abge­schossen. Alles spielt sich ab im Rahmen einer lebensnahen Hand­lung, die uns das Ganze als wirklich geschehen erscheinen läßt. Mit diesem Werk ist das alte Jahr gut abgeschlossen und das neue Jahi würdig auf dem Gebiete des Films hier eingeleitet worden.

Das reichhaltige Beiprogramm, das zwei wertvolle kultur­filme neben einer sehenswerten Wochenschau enthieit, wurde ebenfalls beifällig aufgenommen.

Tivoli- Lichtspiele.

Heinrich Herlyn.

Wer sich einmal von Herzen freuen und recht fröhlich sein will, follte sich das Programm mit dem Film Ein Hochzeits­traum" ansehen. Es genügt fast, die wichtigsten Mitwirkenden aufzuzählen, um erkennen zu lassen, daß es sich wirklich um eine fröhliche Angelegenheit handelt. Ida Wüst, eine Mama mit großen Plänen für ihre Tochter, die reizend von Inge List darge­stellt wird, damit ist schon viel gesagt. Umgeben sind diese Frauen von Heinz Salfner, dem falschen Fürsten mit den sehr echt wirkenden Räuschen, Theo Lingen, sehr vornehm als ein armer Prinz, für den die Mama sehr großes Interesse inbezug auf ihre Pläne zeigt, und schließlich Ferdinand Marian, der Kraft­wagenführer, der durch alle Pläne einen dicken Strich zu ziehen ver­steht. Erich Engel inszenierte nach dem Lustspiel von Arel Micken

Kontuschtewa" frei diesen lustigen Film, der gelungene Einzel­

40 Jahren bis heute.

Was über den Kulturfilm Die Kamera fährt mit" zu sagen ist, bestätigt eindrucksvoll die neue For tönende Wochenschau", die wieder eine Serie von Bildern aus aller Welt bringt. Wir erleben das verheerende Explosionsunglück in Frankreich mit, freuen und über den schwer erfämpften Sieg unseres deutschen Borers Neusel der Begeisterung der Menschen und lassen uns mitreißen von maffen in Amerifa, die dem glücklichen Präsidentschaft3landidaten Roosevelt nach seinem Wahlsieg zujubeln.

Ein Tridfilm und ein farbiger Märchenfilm, beide amerikani schen Ursprungs, tragen durch ihre lustige Note zur Unterhaltung bei, die in besonderem Maße aber durch den Hauptfilm Stra sen musit" gewährleistet wird. Wer das gleichnamige erfolg­reiche Bühnenstück von Paul Schured kennt, für den mußte es zur Gewißbeit werden, daß das Stück in der Verfilmung unter der Regie von Hans Deppe, der auch den Film Ferien vom Ich" inszenierte, fich zu einem großen Wurf gestalten konnte. Ein Stück blutwarmes Leben tritt uns in den von Walter Gronostay fein musikalisch untermalten Szenen entgegen, in denen Ernst und Fröhlichkeit wie im täglichen Lebenskampf bunt durcheinandergewürfelt sind. In volkstümlicher Handlung wird vor Augen geführt, wie ein armes Straßenmusikerleben und eine verachtlich behandelte Volksmusik wieder ihren Wert erhaiten, wenn nur der Mensch von der gekün stelten Artfremdheit zu seinem schlichten Volkstum und zu seiner im Blut bedingten Artgebundenheit zurückfindet.

Heinrich Herderhorst.