Milchwirtschaft- Stüße der Bauernhöfe

Reichsbauernführer Walter Darré eröffnete die Kieler Forschungsbauten

Kiel, 13. November.

In der schleswig- Holsteinischen Gauhauptstadt Kiel, in einer der wichtigsten deutschen Milchwirtschaftsprovinzen, wur­den am Freitagmittag durch den Reichs- und preußischen Minister für Ernährung und Landwirtschaft, Reichsbauern­führer,-Obergruppenführer R. Walther Darré die Er­weiterungsbauten der Versuchs- und Forschungsanstalt für Milchwirtschaft eröffnet.

In dem festlich geschmückten neuen Hörsaal' des Instituts begrüßte nach einem Musikvortrag der Verwaltungsdirektor der Anstalt, Professor Dr. Bünger, die Ehrengäste. Regierungs­bauassessor Albrecht übergab mit einem Bericht über die bau­lichen Ausgaben die neuen Forschungsstätten an Reichsminister R. Walther Darré und überreichte ihm zum Andenken an die Eröffnung ein Photoalbum mit Aufnahme der neuen Forschungsstätten.

Der Reichsbauernführer,

Reichsminister R. Walter Darré

sagte nach herzlichen Dankesworten u. a.: Es muß jedem, der hier arbeitet, vom Institutsdirektor bis zum legten Angestellten und Arbeiter, klar sein, daß seine Arbeit der Förderung eines der bedeutendsten Zweige der Landwirtschaft dient, da die. Milch viehhaltung zu den wichtigsten Einnahme­quellen und Stügen gerade der Bauernhöfe und der fleineren landwirtschaftlichen Betriebe gehört.

Von den zehn Millionen Milchkühen in Deutschland werden fast acht Millionen in Betrieben von 2 bis 50 Hektar gehalten. Die Männer, die hier arbeiten, müssen sich bewußt sein, um welche großen Werte des deutschen Voltsvermögens es geht; : es geht um höhere als den Wert der deutschen Jahres­erzeugung von Kohle und Eisen, denn die Kohle und Eisen­förderung zusammengenommen erreicht in Geldwert aus­gedrückt im Jahre noch nicht den Wert der produzierten Milchmenge.

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Ihre Arbeit wird vor allem dann stets vom richtigen Geist beseelt sein, wenn ihnen als Ziel vorschwebt, dazu mitzuhelfen, die deutsche Ernährung weitestgehend auf eigene Grundlage zu stellen und damit die Willensfreiheit des deutschen Volkes zu sichern. In diesem Kampf um die Nah­rungsfreiheit stehen an erster Stelle die Bestrebungen zur Schließung der Fettlücke, wobei der deutschen Milch­wirtschaft eine ganz besondere Rolle zufällt. Die Zeit, in der die Milchverarbeitung ausschließlich eine Sache der Erfahrung war, ist vorüber. Dafür hat einmal die Entwicklung der Technik gesorgt, die nach der Erfindung der Milchschleuder es verstand, Apparate und Maschinen immer vollkommener und leistungsfähiger zu gestalten und damit die Milchwirtschaft auf eine neue Grundlage zu stellen. Hand in Hand damit brachte die junge Wissenschaft der Milchwirtschaft zunächst in der Bakteriologie, dann in der Chemie und Physik Ergebnisse, die für die Molkereipraris von ausschlaggebender Be= deutung werden sollten.

Im Rahmen der Marktordnung wurden zur molkerei­mäßigen Erschließung Deutschlands seit 1933 in steigender Zahl neue Molkereien erbaut. Dadurch stieg von 1933 auf 1936 die von den Molkereien erfaßte Milch um 44 vs. und die molkerei­mäßige Buttererzeugung sogar um 72 vs.

lung gelegt haben, Benno Martini, des Altmeisters der deutschen milchwirtschaftlichen Wissenschaft, Wilhelm Fleisch­mann, unter dessen Leitung die erste milchwirtschaftliche Ver­suchsstation in Deutschland entstand, und Hermann Weigmann, des Gründers der Kieler Anstalt und Ehrenpräsident des im vergangenen Sommer abgehaltenen Welt- Milchwirtschafts­Kongresses, der selbst bei der Feier zugegen war.

Daß die Gedanken dieser Männer richtig waren, erkennt heute jeder Fachmann als selbstverständlich an. Daß auch die weiteren Erkenntnisse auf dem schnellsten Wege der Praxis zugute kommen und umgekehrt die Wissenschaft die Nöte und Sorgen der Praxis fennenlernt, dafür sollen die milchwirt­schaftlichen Wochen" sorgen, die sich gut eingeführt haben und die auch in Zukunft alle Jahre abgehalten werden sollen.

Kurze Tage,

wenig Sonne und wenig Bewegung im Freien, das sind Nach­teile der Wintermonate, die unser förperliches Befinden ungünstig beeinflussen.

Kinder und Erwachsene nehmen in dieser Zeit Bioferrin, das blutbildende Kräftigungsmittel. Bioferrin hat eine vor zügliche Wirkung auf das Allgemeinbefinden bei Appetitlosig= feit, Blutarmut, Schwäche und Erschöpfungszuständen. Es ist in allen Apotheken und Drogerien erhältlich.

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Frühehe auch für Lehrer

Das Preußische Staatsministerium hat eine Aenderung des Volksschullehrerbesoldungsgesetzes vorgenom­men, die es jungen Lehrern ermöglichen soll, frühzeitig zu heiraten. Danach wird den verheirateten, bisher aber nur auftragsweise in planmäßigen Schulstellen vollbeschäftigten Lehrern im ersten und zweiten Vergütungsdienstjahr die Grundvergütung des 5. Vergütungsdienstjahres gewährt. Im dritten Vergütungsdienstjahr erhalten sie dann schon eine Grundvergütung in der Höhe des Anfangsgehaltes der feftan­gestellten Lehrer. In dieser Dienstaltersstufe verbleiben sie fünf Jahre und rücken dann im Grundgehalt in gleicher Weise auf, wie fest angestellte Lehrer. Eine ähnliche Regelung ist auch für die Lehrer an den Berufsschulen getroffen. Ferner wird den wissenschaftlichen Assistenten der Wissenschaftlichen Hochschulen und Institute Preußens im gleichen Sinne eine Er­leichterung gewährt. Diese Regelungen werden rückwirkend vom 1. April 1937 an in Kraft gesezt.

Die Maßnahmen des Preußischen Staatsministeriums lehnen sich an die vom Reich zur Förderung der Frühehe der Assessoren getroffenen Besoldungsmaßnahmen an. Damit wird für einen weiteren wichtigen Personenkreis eine im Hinblick auf die be= völkerungspolitische Entwicklung dringende Forderung verwirk­

In diesem Zusammenhang gedachte der Minister dankbar der deutschen Männer, die die Grundlagen zu dieser Entwicklicht.

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Neue Absage Japans an Brüssel

Sofio fordert Berücksichtigung der lebendigen Tatsachen/ Neunmächtekonferenz nicht mehr anwendbar

Zotio, 13. November.

Das japanische Kabinett beschloß gestern die Ableh­nung der zweiten Einladung zur Brüsseler Konferenz. Außenminister Hirota überreichte im Auftrag des Kaisers dem belgischen Botschafter in Tokio die Antwortnote, in der erklärt wird, daß Japan die Einladung ablehnen müsse, da sich die Voraussetzungen auch durch die Ein­berufung der Brüsseler Konferenz nicht geändert hätten. In der Erläuterung des Außenministers heißt es mit Bezug auf den Neuner- Vertrag:

Die Lage im Fernen Osten habe sich in den letzten 15 Jahren so grundlegend geändert, daß die Be­stimmungen aus dem Neunmächte- Vertrag heute nicht anwendbar seien. Weiter betont Japan, daß die ver­änderte Lage heute auch eine kollektive Lösung nicht mehr zulasse, sondern daß eine normale Lage vielmehr nur durch direkte Verhandlungen zwischen Japan und China wiederhergestellt werden könnte.

Die Note schließt mit der Feststellung, daß durch die Ueberhandnahme des Einflusses der Komintern nicht nur in West- und Nordwestchina, sondern selbst in Nanking eine völlige Verschiebung der zur Zeit des Abschlusses des Neunmächte- Vertrages herrschenden Lage im Fernen Osten herbeigeführt worden sei, eine Tatsache, die von den Signatarmächten überhaupt nicht berücksichtigt würde.

Japans Vorgehen sei gegen diese Verschiebung der Lage gerichtet und bedeute deshalb den Kampf zur Ueber­windung der Komintern, die den Frieden im Fernen Osten bedrohe.

Fünf englische Flugzeugträger im Bau

Auf der Vickers Armstrong- Schiffswerft in Barrow erfolgte die Kiellegung eines fünften Flugzeugmutter­schiffes für die englische Marine, das den Namen Indomi­table" tragen wird. Als erstes der fünf neuen Flugzeugmutter­schiffe wird die Ark Royal", deren Bau vor etwa zwei Jahren begonnen wurde, im Juli 1938 fertiggestellt sein. Bei der ,, Ark Royal handelt es sich um ein Schiff von 22 500 Tonnen, das 70 Flugzeuge an Bord mitführt.

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Wie International Aero Preß mitteilt, ist beabsichtigt, die Stärke der Luftstreitkräfte der englischen Ma­rine zu verdoppeln. Zur Zeit beträgt nach den An­gaben dieser Agentur- die Zahl der modernen, gefechtsklaren Flugzeuge der englischen Marineluftstreitkräfte 217. Siervon sind 140 auf Flugzeugträgern, 32 auf Kriegsschiffen mit Kata­pult- Einrichtung und der Rest bei Küstenstüßpunkten stationiert. Es handelt sich ausschließlich um Zweidecker. Vor kurzem waren jedoch sehr schnelle Eindecker mit einziehbarem Fahrgestell des Typs Bladburn Stua für die englische Marineluftwaffe in Auf­trag gegeben.

6,5 Millionen Zwangsarbeiter in Sowjetparadies

( R.) Moskau, 12. November.

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Bei det Militärparade vor dem Kreml am zwanzigsten Jahrestag der bolschewistischen Revolution erklärte Marschall Woroschilow im Brustton verlogener Heuchelei, die Sowjet­union sei der Typ einer freiheitlichen Demokratie mit allen Segnungen des sozialistischen Fortschritts". Die Mostauer Zentrale der GPU. fühlte sich durch diese bombastischen Phrasen veranlaßt, einmal ihrerseits den Wahrheitsbeweis für diese paradiesischen Zustände" anzutreten. Nach ihren An­gaben befinden sich zur Zeit in den sowjetrussischen Zwangs­arbeiterlagern rund 6,5 Millionen Gefangene, eine Zahl, die fait vier Prozent der Gesamtbevölkerung der Sowjetunion ausmacht! Die Durchschnittsbelegschaft dieser| Lager schwankt zwischen 200 und 10 000 Personen ner, Frau und Kinder, die in den dünn besiedelten und klima­tisch unzuträglichen Gebieten der Sowjetunion Eisenbahnen, Straßen und Kanäle bauen, Befestigungsarbeiten zu verrich­ten und Flußregulierungen durchzuführen haben. Allein in Ostsibirien müssen zur Zeit rund 200 000 3wangsarbeiter Bahnbauten anlegen. Mehrere hunderttausend Arbeiter schmachten in dem eisigen Klima der Murman- Küste. Hun­derte von Todesfällen lichten täglich ihre Reihen, denn förper­liche Erschöpfung, Unterernährung, Erkrankungen und Miß­handlungen halten fürchterliche Ernte. Und für kleinen dieser 6.5 Millionen Gefangenen besteht je Aussicht, diesem gräßlichen Martyrium entrinnen zu können. Gie alle erwartet das gleiche Los. Gleichgültig, aus welchem Grunde man sie in Siese Zwangslager gesteckt hat: Politische Gefangene und Schwerverbrecher, Geistliche und verwahrloste Kinder, depor tierte Bauern und Industriearbeiter; selbst die Angehörigen

nationaler Minderheiten, beispielsweise einen großen Teil der aus Karelien vertriebenen Finnen, hat man in diesen Lagern zusammengepfercht. Das ist nur eines der vielen Beispiele, die die verlogenen Phrasen der bolschewistischen Henker mit einer grauenerregenden Deutlichkeit entlarven.

Das große Morden Stalins

Von ehemaligen Volkskommissaren der Sowjetunion be finden sich gegenwärtig neun in Haft, von ehemaligen Volks­fommissaren der russischen Räterepublik sogar zwölf. Acht Vorsitzende von Volkskommissarenräten verschiedener Sowjet­republiken wurden in diesem Jahre erschossen oder haben, den amtlichen Meldungen zufolge, Selbstmord verübt. 7 Vorsitzende pon Zentralvollzugsausschüssen der Kommunistischen Partei und 57 Gebietsparteisekretäre wurden in den ersten zehn Mo­naten dieses Jahres hingerichtet. 45 Vorsitzende von Gebiets­vollzugsausschüssen befinden sich in Saft oder sind schon hin­gerichtet worden.

Die versenkten Schiffe vor Gijon werden gehoben

Die nationalspanische Marineleitung hat einen Sachver ständigen ernannt, der die Hebungsarbeiten der von den Bol­schewisten im Muselhafen( Gijon) versenkten Schiffe sofort bes ginnen soll, damit der Hafen für die Schiffahrt wieder frei wird. Die gehobenen Schiffe sollen in die nationale Flotte eingereiht werden.

Die Lage in Brasilien

Die brasilianische Botschaft hat dem Deutschen Nachrichtenbüro folgende Darstellung der innerpolitischen Lage Brasiliens zur Verfügung gestellt:

,, Bekanntlich schränkte die Verfassung von 1934 die Befug nisse des Chefs der vollziehenden Gewalt ein. Sie stand damit im Gegensatz zu der Tendenz, die heute in der Welt aktuell ist, diese Befugnisse zu verstärken, wie dies in anderen Ländern, sogar in den Vereinigten Staaten und Frankreich, der Fall ist, wo Rechte der gesetzgebenden Gewalt auf sie übertragen wors den sind. Dieser Grundfehler der Verfassung von 1934 trat noch stärker hervor infolge der Notwendigkeit, ausländische Ideologien zu bekämpfen, die in verbrecherischer Weise sich über die ganze Welt ausdehnen und die hier in Brasilien die öffentliche Ordnung mit Gewalt umstürzen wollten. Infolgedessen wurde die Verfassung von 1934 in der Praxis nicht mehr angewandt, ihre grundlegenden Bestimmungen zeit­weilig außer Kraft gesezt und der für Ruhe und Ordnung des Landes notwendige Kriegszustand angeordnet.

eiteln.

Diese Zustände verschlimmerten sich, da für die auf den 3. Januar des nächsten Jahres in Aussicht genommenen Wahlen zwei Präsidentschaftskandidaturen auftauchten. Ihrer bekannten Tattit folgend, nuzten die Anhänger Moskaus diese doppelte Präsidentschaftskandidatur aus, um beide Kandidaten zu unterstützen und gegeneinander auszus spielen. Sie hofften durch diese Taktik im Laufe des Wahl­tampfes die öffentliche Meinung aufzupeitschen, um auch späters hin die Neminierung eines Präsidentschaftskandidaten zu vers Deswegen wurden die Kandidaturen der Herren Szalles Oliveira und José Americo de Almeida unmöglich, denn diese doppelte Kandidatur rief in dem ganzen Volf eine untragbare Unruhe hervor. Die konservativen Kreise ebenso wie die Masse des Volkes und das Militär erfaßten die Lage des Landes und begannen sich mit aller Kraft um den Präsidenten der Republik zu scharen. Sahen sie doch in diesem den großen Brasilianer, der trok des nahe bevorstehenden Ab­laufes seiner Amtsperiode infolge seines ungeschmälerten An­sehens die einzige Persönlichkeit war, das Land vor der drohen= den Anarchie zu retten, die den Endsieg des Kommunis mus bedeutet hätte.

Nach einer eingehenden Prüfung der Lage und im Einklang mit der der öffentlichen Meinung des Landes am meisten ents sprechenden politischen Strömung hat die Regierung vor dem Lande und der Welt die große Verantwortung übernommen, den Kongreß aufzulösen und die Verfassung von 1934 zu bes seitigen. Sie hat diese durch eine neue ersetzt, die wie dies jenige des brasilianischen Kaiserreiches im Jahre 1823 dem Präsidenten der Republik weitgehende Vollmachten gewährt, aber die demokratisch- repräsentative Staatsform und die Autos nomie der brasilianischen Einzelstaaten aufrechterhält. Wenn auch der Wortlaut der beiden vorangegangenen Verfassungen stark geändert worden ist, so sind somit doch die beiden Grunds elemente, die das politische Leben Brasiliens praktisch immer beherrscht haben, beibehalten worden.

Die heute erlassene Verfassung wird in furzem einer Volkss abstimmung unterworfen werden. Die Regierung wird sogleich ein großes Aufbauprogramm durchführen, um dem Lande die wirtschaftliche Großmachtstellung zu geben, auf die es Anspruch hat, und um ihm die Rüstung zu schaffen, die es für seine Ver­teidigung und Sicherheit braucht. Diese Rüstung ist auch not­wendig, um die auswärtige Politik durchzuführen, die von hohen Idealen beseelt ist, aber auch den Einfluß Brasiliens auf den eigenen Kontinent sichern soll. Alle wohlerworbenen Rechte werden sorgfältig geachtet werden, ebenso das ausläns dische Eigentum, die ausländischen Staatsangehörigen und deren gesezmäßige Betätigung".

Wie verlautet, hat der brasilianische Botschafter einen Bes such im Auswärtigen Amt abgestattet und sich zur Lage in seiner Heimat im gleichen Sinne geäußert.

Bestochene Beamte schädigten ehrliche Firmen Notstandsbauten als Schacherobjekte

3 Im weiteren Verhandlungsverlauf im Korrups tionsprozeß in Schneidemühl fam es zu einem Zwischenfall. Der angeklagte Reichsbahnbeamte Vagt zeigte bei seiner Vernehmung ein so auffallendes Ver­halten, daß das Gericht beschloß, den Angeklagten auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. Es besteht aber der begründete Verdacht, daß Vagt, der behauptete, die Schmiergelder aus sozialen Gesichts punkten" angenommen zu haben, nur ein Simu lant ist. Der Unternehmer Wagner, der Vagt mit 3000 Mark bestochen hatte, bekannte offen, daß er sein Geld nicht um der schönen Augen des Herrn Vagt willen" her­gegeben habe.

Die Vernehmung ergab einen genauen Einblick in die Methoden, mit denen die korrupten Beamten und Unter­nehmer arbeiteten. Als in einem Kreis aus öffentlichen Mitteln zur Behebung der Arbeitslosigkeit 60 000 Mart für Notstandsbauten zur Verfügung gestellt wurden, ver­anlaßte der Angeklagte Lonkowski die für Bestechungen zugänglichen Firmen, nur solche Angebote zu machen, daß alle Firmen an den Aufträgen beteiligt werden konnten. In der entscheidenden Kreistagssigung befürwortete er dann die eingereichten Angebote. Um jeden Verdacht ab. zulenken, regte er aber an, den Zuschlag nur zu erteilen, wenn fünfzehn Prozent von jedem Kostenanschlag ge strichen werden könnten. Der Angeklagte wußte, daß seine Freunde die Angebote so berechnet hatten, daß sie auch bei den erschwerten Bedingungen noch reichlich verdienten. In einem anderen Falle hielt der Angeklagte ein ehrliches Angebot solange zurück, bis eine der Bestecher- Firmen den Kostenanschlag ein­gereicht hatte, den er dann vordatierte und beim Zuschlag zur Annahme empfahl.

Neue Muster in der Verkehrsluftfahrt

Glatte Metallflächen werden bevorzugt

In einem Lichtbildervortrag sprach in Hamburg ein Vertreter des Focke- Wulf- Flugzeugbaues, Bremen, über die Entwicklung der deutschen Verkehrsluftfahrt. Nachdem die Luftwaffe des Reiches, so führte der Redner aus, sich jetzt den Luftwaffen anderer Staaten mindestens ebenbürtig gemacht hat, könne der deutsche Flugzeugbau sich nun dem Verkehrs­flugzeug widmen. So war es möglich, daß gerade in der letz­ten Zeit eine ganze Reihe von neuen Baumustern entstand. Mehrmotorige Typen werden jetzt überhaupt bevorzugt. Auch in der Verwendung glatter Metallflächen, die aerodynamische Vorteile bieten, ist eine Wandlung erkennbar. Die hohe Landes geschwindigkeit der neuen Flugzeuge fordere die Zuhilfenahme von Landeklappen.