Du aber wirst notirt und nicht mehr aus den Augen gelassen, und das, Freund, ist dieScyattcnseite aus diesem Spaß."

Macht mir durchaus keinen Kummer! Dem Grafen Oginskofl der über mehr als zweitausend Seelen unumschränkter Herr, und Hauptmann in der Garde des allmächtigen Czaren ist, krümmt man kein Haar. Außerdem habe ich Dir ja auseinandergesetzt"

Daß die Babanosf von Deinem Großvater freigelassen wurden." fiel der Hetmaun Ogiuskoi in die Rede. Du nennst den Wunsch, Ka- thinka kennen zu lernen, mit ihr in dauernden Verkehr zu kommen, ein Recht der Anhänglichkeit an eine Familie, die Deinem Großvater zu Dank verpflichtet sei. Gut ich will Dir zu Gefallen dies sonderbare Recht anerkennen, allein ich sehe wirklich nicht ein, weßhalb Du Dich Babanosf gegenüber in ein undurchdringliches Dunkel hüllst."

Das ist zur Zeit noch mein Geheimniß," versetzte schlau lächelnd der Graf. Gedulde Dich noch einige Zeit, und Du siehst so klar, wie ich. Hier aber biegen wir in die Fontanka ein. Fahre Schritt, Iwan! Siehst Du dort das zweistöckige Haus mit den zwei er­leuchteten Fenstern in der Bel-Etage7 Da sitzt Kathinka, läßt sich von ihrem sehr ungeduldigen Bruder Rcsidenzgeschichten erzählen, oder hört andächtig auf das Geplauder ihrer alten Amme, die sich einbildet, als ganz kleines Kind sich aus den Brand von Moskau erinnern zn können, das sie flüchtend mit ihren Eltern am Tage des Einzuges der Franzosen verließ. Diese Amme ist die verdienstliche, treue Tugend­wächterin der schönen Kathinka. Ihr Wort gilt der sehnsüchtigen Braut, die freilich sehr stolz aber nicht weniger gefühlvoll ist, für ein Evan­gelium. Ich werde mir also angelegen sein lassen, die treue Alte durch meinen Geist zu inspiriren, was nicht sehr schwer sein wird, wenn Peter keinen dummen Streich macht. Verdammt! Da ist Babanosf! Wenn ich doch nur eine kurze halbe Stunde an seiner Stelle sein könnte!"

Unter Hellem Klingen der Schellen glitt der Schlitten des Grafen an der Wohnung Kathinka's vorüber.

An dem Geschirr sowohl, wie an der Livers des bärtigen Kut­schers, erkannte Babanosf, daß Pferde und Schlitten Eigenthum des Grafen Oginskoi sein müßten. Von dem Grafen hatte er nur häu­fig sprechen hören, da man sich die seltsamsten Dinge von seinem aben­teuerlichen Leben erzählte. Persönlich hatte er den in den höchsten Cir- keln sich bewegenden und überall mit Aufmerksamkeit behandelten Grafen nie gesehen.

3.

Kathinka.

Kathinka Eliander, die Tochter des verstorbenen kaiserlichen Rathes, war nach dem Tode des Vaters bei Verwandten ihrer Mutter, die von einer unbemittelten russischen Adelsfamilie abstammte, sorgfältig erzogen worden. Ähre gründliche Bildung, ihr angenehmes Wesen und ihre ungewöhnliche, ideale Schönheit erregten bald Aufmerksamkeit. Obwohl durch die Verhältnisse genöthigt, ein zurückgezogenes Leben führen zu müssen, verhalf ihr dieser seltene Verein von Vorzügen doch schnell zu einflußreichen Bekanntschaften!, welche das bescheidene junge Mädchen auch mit Kreisen der guten Gesellschaft in Verbindung brach­ten. Hier lernte sie Babanosf kennen, den Inhaber eines der größten Modewaarengeschäfte, welchem ein großer Theil des höchsten Adels und die Mehrzahl der höheren Beamtenfamilien ihre Bedürfnisse an eleganten Kleiderstoffen entnahmen.

Babanosf kannte die Welt, hatte widerholt Deutschland, Frankreich und England besucht, und war durchaus ein Mann von guter Bil­dung.

Seine Schwester Scraphine, ein Jahr jünger als Kathinka, nicht von so blendender Schönheit wie die, abermunter, keck, oft ausgelassen, schloß sich ihr mg an, und ward alsbald ihre vertrauteste Freundin. Es verging selten ein Tag, an welchem die beiden jungen Mädchen, die gerade ihrer verschiedenen Natnranlagm wegen sich zu einander hin- gezogen fühlten, nicht zusammen kamen.

Dieser intime Freundschaftsbnnd führte Kathinka häufig in das Haus Babanoffs. Dem Chef desselben blieben die Vorzüge der Freundin seiner Schwester nicht lange verborgen, und da ihm Kathinka mit un­verkennbarer Freudlichkeit mtgegeukam, so trat Babanosf schon nach kurzer Zeit mit seinen Wünschen hervor, und fand bei dem schönen Mädchen die günstigste Ausnahme. (Fortsetzung folgt.)

Darlegung des Zustandes des Armenwcsens in der Gemenide" Hammelwarden für das Rechnungsjahr vom L- Mai 1862 bis 36. April

Die Hammelwarder Armm-Nechnung für das Rechnungsjahr vom

1. Mai 1862 bis 30. April 1863 ist festgestellt und die Armen- Commission will nunmehr zur Befolgung der Vorschrift des Art. 169 der Gemeinde-Ordnung den Zustand des Armenwcsens möglichst um­ständlich darlegen.

Das Armenvermögen der Gemeinde besteht:

1. in einem zn Fünfhausen (Hammelmardeu) an der Rönnet be-

legenen Hamm Landes, groß 4 Jück 309 ft/jNuthen 50 siZF. Kataster-Maaße oder 5 Jück 55 210 ftsjF. a. M.

Dieses Land wird zum Weiden verpachtet und die Pachtgelder haben für das hier in Betracht kommende Rechnungsjahr be­tragen 133 Thlr. 11,z gs. Cour. (22 Thlr. Gold n Jück). Diese Pachtgelder werden zu den laufenden Ausgaben der Ar- mencassc verwandt.

2. in 370 Thlr. Gold Armen-Capitalien.

Die Zinsen für diese Capitalien werden ebenfalls)zu den laufenden Ausgaben der Armencasse verwandt.

3. in 75 Thlr. Gold Oltmanns scheu Legatcn-Capitalien.

Die Zinsen kommen an die Armen von Fünfhausen bis in'S Hammelwarder Kirchdorf als eine außerordentliche Unter­stützung zur Bertheilung.

4. in 1255 Thlr. Gold Jde AddickS und Johann Sondags Fun- dnSgelder.

Die Auskünfte sollen der Bestimmung der Stifter gemäß zum besonderen Unterricht armer und verlassener Kinder ver­wandt und diese dafür zu solchen Geschicklichkeiten und Kennt­nissen angehalten werden, deren Kosten in der Regel aus der Armencasse nicht bestritten werden.

5. in 240 Thlr. Gold Hullmann'schen Legatengeldern.

Die Zinsen sollen nach Anordnung der Stifterin für die sog. verschämten Armen verwandt werden.

Die Ausgaben der Armencasse haben im Rechnungsjahre 1862 auf 1863 betragen:

3188 Thlr. 4,z gs. gegen 2284 26,i im Jahre 1858/59

2347 ' 4,4 1859/60

2871 6,g 1860/61

3943 10,g 1861/62

Der Gefammtbetrag der Ausgaben im Rechnungsjahr 1862/63 ist demnach hinter den Gesammt-Ausgaben des vorhergehenden JahreS um 755 Thlr. 16,, gs. zurückgeblieben. Darunter befinden sich jedoch Ausgaben, die nicht auf die eigentliche Unterstützung der Ar­men verwandt sind, namentlich Ausgaben aus früheren Jahren ad 2 Thlr. 4,5 gs., der allgemeinen Verwaltung s.cl 71 Thlr. 20,s gs., der Verwaltung desjenigen Vermögens aci 17 Thlr. 11,z gs., an Vorschüssen für andere Gemeinden nci 102 Thlr. 26,» gs., für rohe Materialien und an Arbeitslohn für Arbeiten der Armen 66 Thlr. 18,i<> gl und für vermischte Ausgaben 175 Thlr. 15,, gs. Um zu einer Beurtheilung des Zustandes des Armenwcsens befähigt zu werden, bedarf es einer Zusammenstellung der Ausgaben an wirk­licher Armenunterstützun g und einer Vergleichung derselben mit den des vorhergehenden Jahres.

Die Ausgaben an Armen-Unterstützung haben ümMckhuungsjahre 1862/63 betragen im Ganzen 2751 Thlr. 27,, gs. und nach den einzelnen Abschnitten der Rechnung in diesem und den vorhergehende» vier Jahren:

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