Als deutscher Lokomotivführer in Indien

Begegnungen mit Elefanten, Tigern und Schlangen

Otto Schultheiß, ein deutscher Loko­motivführer, hat in den letzten Jahren von Deutschland exportierte Lokomotiven in Südafrika, Brasilien und Hinterindien eingefahren und das ein­heimische Bedienungspersonal in der Handhabung der Maschinen unterwiesen. Er erzählt uns hier von seinen Erlebnissen als Führer des Singapore= Expreßzuges in Siam.

Allenthalben auf dem Erdball fahren Lokomotiven, die in Deutschland gebaut wurden. 3m südafrikanischen Busch und im Urwald Brasiliens, in den Ebenen Hinterindiens und in den Dschungeln begegnet man diesen Erzeugnissen deut­scher Ingenieurkunst. Es ist selbstverständlich, daß jede Loko­motive, die aus einem deutschen Werk nach Uebersee geliefert wird, von einem sprachenkundigen Fachmann begleitet wird, der sie nicht nur einfährt, sondern auch das Bedienungs­personal, das später die Lokomotive führen soll, in der Hand­habung der Maschine unterrichtet und einarbeitet. Es liegt ja im Interesse des deutschen Exportes, daß die Maschinen ihre Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit der Auftraggeber er= füllen. Einer dieser Fachleute ist der deutsche Lokomotiv­führer Otto. Schultheiß, der erst unlängst von einer Dienstreise zurückkehrte, die er im Auftrag eines großen deut­schen Werkes nach Siam unternahm.

Eine Lokomotive modernster Bauart war per Schiff von Hamburg nach Bangtot, der Hauptstadt von Siam, ge­bracht worden, um dort den Dienst am Singapore- Ex preß, der von Bangkok durch die Malaiische Halbinsel nach Singapore fährt, zu übernehmen. Schultheiß führte selbst ein halbes Jahr lang den Expreßzug von Bangkok bis zur Grenzstatioi Allor Star, um bei dieser Gelegenheit zwei sta­mesische Lokomotivführer, zwei Maschinenschlosser und malaiische Heizer anzulernen. Es war, wie Schultheiß erklärt, der schwerste Dienst seines Lebens abenteuerlich und ge­fahrenreich. Denn im Singapore- Expreß fährt man nicht so sorglos, wie etwa im Fliegenden Hamburger", dessen Weg hundertfach gesichert ist."

Ungebetene Gäste auf dem Schienenstrang

pier

Wenn ich durch die Drehfenster auf die Strecke sah", er­zählt Schultheiß ,,, mußte ich jeden Augenblick gewärtigen, eine Elefantenherde aufzuscheuchen. Kam ein solcher Dick­häuter unter die Räder der Lokomotive, konnte sie ent­gleisen und die Katastrophe war fertig. Wie oft fand ich die Blockvorsignale" Freie Fahrt" anzeigend, donnerte mit 90 Kilometer Geschwindigkeit vorbei, um in letter Sekunde zu erkennen, daß das Hauptsignal auf Salt" stand. Immer wieder mußte ich die Dampfpfeife betätigen, denn die Ein­geborenen benügten mit Vorliebe den Schienenstrang zu ihren Wanderungen. Außerdem hatte ich, wenn es tagelang ununterbrochen regnete, stets eine Hand am Sandstreuer und mußte immer damit rechnen, über unterwaschene Schienen zu rollen."

Das schwierigste Problem für den Lokomotivführer des Singapore- Expresses sind die plöglichen Begegnungen mit großen Tieren. Der Todfeind des Zuges. ist der Tiger. Sei es, daß er, aufgeschredt vom Scheinwerferlicht, vor der Maschine herjagt, die ständige Gefahr heraufbeschwö­rend, überfahren zu werden und dadurch womöglich den Zug zum Entgleifen zu bringen, oder daß er gar einen Bremser anfällt. Als Schultheiß einmal einen Personenzug führte, hatte er ein schreckliches Erlebnis. Im Gepäckwagen, der an den letzten Personenwagen angekuppelt war, befand sich ein offener Bremsstand. Der Wagen war vorschrifts­mäßig durch eine rote Laterne gekennzeichnet. In der Nähe der Station Lang- Suon stand das Signal auf Salt. Schult­heiß blickte nach rückwärts und bemerkte, daß das rote Schluß licht erloschen war. Er eilte mit den beiden Heizern nach hinten und machte eine entsetzliche Wahrnehmung. Die Schluß­

Die Werfthäuser von Rodewarden

Roman von Georg von der Dring Copyright 1937 by Gerhard Stalling A.-G., Oldenburg i. D. 25) ( Nachdruck verboten)

Ich freue mich ungemein, daß Sie da sind", sagte der Meistersknecht erfreut und ließ sich auf einem Holzstapel nieder. Ich finde also heute doch noch Gelegenheit, mit Ihnen ein wenig über unser gemeinsames Thema zu plaudern. Ich wäre vorhin gern zu Ihnen herübergekommen, wie ich es den ganzen Tag vorhatte, aber der Baas wünscht es nicht." Ich kann es mir denken", sagte Frank.

, So ist es, Herr Franksen. Er hat mich vorhin rufen lassen und mir erklärt, daß er es durchaus unpassend fände, wenn ich zu Ihnen auf die Werft ginge. So muß ich es also wohl bleiben lassen." Er seufzte und stützte den bärtigen Kopf in die Hände.

Sie unterhielten sich dann eine Weile über Fragen, die den eisernen Schiffbau betrafen. Es zeigte sich, daß Rümkoff das Buch, das Vater Franksen ihm mitgegeben, bereits in Angriff genommen hatte. Nächste Woche würde er ein eigenes Erem= plar von diesem kostbaren Werk bekommen, erklärte er, dann gäbe er das geliehene Buch zurück.

Das sei nicht so eilig, sagte Frank. Er erkundigte sich, was für ein Raum nebenan wäre. Ich sah vorhin, daß sie Licht brinnen hatten", fügte er hinzu.

Der Meistersknecht nickte:

"

Es ist mein Arbeitsraum. Wollen Sie ihn sehen, Herr Franksen? Kommen Sie, Sie können gern eintreten, ich habe dort teine Geheimnisse nur eine kleine Erfindung für einen Seidenwebstuhl in Amerika nichts Besonderes, o nein. Außerdem habe ich die Maschine verhängt, und so tönnen Sie mir gar nichts abgucken."

Er lachte und nahm die Kerze. Sie traten in den Neben=

raum.

Dort, unter den Tüchern, befindet sich die kleine Sache", erklärte Rümkoff und deutete in die Ecke.

Wieso?

War es die, die neulich getickt hat?" fragte Frant. " Getickt hat sie nie", sagte der Meistersknecht. Die braucht nicht zu ticken und kann es überhaupt nicht." Diese Antwort überraschte Frant. Ich soll mich also immer noch verhört haben, dachte er.

Sie fehrten in den größeren Raum zurück und nahmen, wieder Play.

Rümtoff zog ein Lederetui aus der Tasche und bot Frant eine Zigarre an. Sie rauchten. Der Meistersknecht lehnte fich gegen die Holzwand, spizte den roten Mund aus dem Bart und blies Rauchringe. Er sagte:

-

Ieer. Die

laterne war eingeschlagen, der Bremssih war Außentreppe war blutbefleckt, der Bremser verschwunden, und eine Blutspur führte vom Gleis aus in den Dschungel hinein. Ein Tiger hatte den unglücklichen eingeborenen Bremser angefallen. Seit jenem Tage wurden die Waggons mit offenem Bremsstand aus dem Verkehr gezogen.

Nicht minder gefährlich war das Ausräumen des Aschen­tastens, in dem man häufig Schlangen, manchmal schon zerstückelt oder halb angebrannt, meist aber noch lebend, vor­fand. Oft genug mußten die Räder von blutigen Resten mit der Radreifensprize gereinigt werden der einzige Beweis dafür, daß der Singapore- Expreß auf seiner Reise ein Tier überfahren hatte, wenn es nicht gar ein Eingeborener war, die mitunter, wie bereits erwähnt, mit einem beispiellosen Leichtsinn die Bahnstrecke als Landstraße benügen.

-

Der Elefant auf dem Bahndamm

Das interessanteste und gefährlichste Erlebnis aber war die Reise eines siamesischen Prinzen, der dem Volks= senat angehörte. Irgendwie war es den Behörden zu Ohren gekommen, daß auf den Prinzen von politischen Gegnern ein Attentat geplant sei. Darum wurden in einem hinter dem Salonwagen befindlichen Lastwaggon 40 Soldaten mit

acht Maschinengewehren von Bangkot aus mitgeführt. Zu dieser Zeit hatte bereits der siamesische Lokomotivführer die Leitung der Maschine übernommen, sein neben ihm stehender deutscher Kollege überwachte ihn nur und bediente das Hand­rad zum Drosselventil für die Gegendruckbremse, um für alle Fälle gerüstet zu sein. Der Prinz hatte seinen Wagen be­stiegen, die Fahrt verlief zunächst ohne Zwischenfall, bis Schultheiß in der Nähe von Tscha- ja im Streutegel der Schein­werfer einen Elefanten auf den Schienen liegen sah.

Schultheiß hatte den Auftrag, den Zug vor dem auf den Schienen liegenden Elefanten abzubremsen, um keinen Unfall herbeizuführen. Er brachte den Expreß rechtzeitig zum Stehen, um gleich darauf zu bemerken, daß der Elefant nur eine Falle war. Denn taum hatte der Zug angehalten, als von allen Seiten her Schüsse trachten und die Fenster des Salonwagens zerschlugen. Schultheiß gab Gegendampf und fuhr ein Stück zurück. Inzwischen schwärmten die Soldaten aus und schlugen die Banditen in die Flucht. Der Feuer­überfall hatte zum Glüd keinen weiteren Schaden angerichtet. Der tote Elefant, den man auf die Schienen gelegt hatte, war mit zentnerschweren Steinen angefüllt; hätte man den Expreß nicht rechtzeitig zum Stehen bringen können, wäre eine entsegliche Katastrophe unvermeidlich gewesen. Der deutsche Lokomotivführer erhielt für seine Geistesgegenwart ein besonderes Anerkennungsschreiben. Vier Wochen später fonnte Schultheiß die Heimreise antreten, da das siamesische Bedienungspersonal eingearbeitet und die deutsche Maschine zur Zufriedenheit eingefahren war.

,, Landgraf werde hart!"

Humoreste von Kurt Krüger

Niemand ist imstande, sich der Wirkung einer schlagträf­tigen Werbung zu widersezen. Deshalb ließ mich auch das Bild nicht los, das die Titelseite der buntgewürfelten Drud­sache bedeckte, die wiederum die Fähigkeit besaß, sich gleich einer Ziehharmonika auszudehnen. Ich fand das aufregende Heft in meinem Korridor, wohin es eine geübte Hand durch den Türschliz geschleudert hatte. Tief ergriffen versenkte ich mich in die symbolische Darstellung, die so eindringlich und überzeugend war, daß sie wie beabsichtigt mein Denken umkrempelte und mich veranlaßte, ganz unvoreingenommen den Bestand meiner Muskeln nachzuprüfen. Denn eben dar­um ging es in der buntgewürfelten Drucksache: um Inhalt und Umfang der Muskeln.

Auf dem Bild war nämlich ein Mann zu sehen, der aus gar nichts anderem als aus Muskeln bestand, er war ge= wissermaßen eine lebendige Anhäufung von Muskeln. Man konnte es deshalb auch gut verstehen, daß er mit einem ein­zigen Fausthieb den Löwen bestegt hatte, der nun mit gespal tenem Schädel leblos zu seinen Füßen niedersant, während seine demütige Miene der Welt verkündete, daß er sich künftig davor hüten werde, mit muskelstrogenden Männern anzubän= deln. Eigentlich hätte sich der Löwe das schon vorher sagen müssen, denn der einleitende Schlag hatte ihn bereits sämt­licher Zähne beraubt, die ihn jetzt, zu einem stattlichen Haufen geordnet, anstarrten.

Unter dem Gemälde aber stand in knallroten Buchstaben geschrieben: Diese Athletenmacht können Sie auch gewinnen, wenn Sie regelmäßig unser Kraftmittel: Landgraf werde hart!" einnehmen. Landgraf werde hart!" ist bekömmlich, stärkt Muskeln, Herz und Nerven und steigert das allgemeine Wohlbefinden."

3war lag es nicht im Bereich meines Ehrgeizes, Löwen­schädel mit wohlgezieltem Faustschlag zu spalten, ganz ab­gesehen davon, daß es mir auch niemals vergönnt sein wird, einem Wüstenkönig auf der Landstraße zu begegnen. Dennoch hielt ich es für ratsam, mir für alle Fälle die Athletenmacht zu verschaffen, denn man kann nie wissen, zu welchem Zweck sfies einmal nußbringend verwertet werden kann. Ich setzte mich

وو

Wenn ich nicht wüßte, daß sie mit dem Baas Seeberg verzankt sind, würde ich Sie herzlich bitten, mit mir auf mein Zimmer zu kommen. Aber das wird wohl nicht gehen, wie?"

Frant begann sich zu ärgern, daß er hier eingetreten war. Vielleicht würde Juliane ihn irgendwo erwarten. Er wollte aufstehen.

,, Auf meinem Zimmer habe ich Wein", fügte Rümkoff rasch hinzu. Außerdem ist es dort bedeutend gemütlicher. Wie meinen Sie?"

Frank schüttelte den Kopf.

Geradezu gräßlich ist das mit diesem Streit", fuhr der Meistersknecht ärgerlich fort. Man meidet einander, und nun wird mir gar verboten, zu Ihnen hinüberzugehen. Da ich nicht die Absicht habe, mir das auf die Dauer gefallen zu lassen, so überlege ich mir eben, ob ich mich nicht lieber ver­ändern soll. Die schwere Luft im Hause Seeberg ertrage ich nicht lange mehr. Ich suche mir eine andere Stelle, fertig."

Frank merkte, daß der Riese ihn mit einem prüfenden Blick ansah. Er blieb also sizen und wartete.

,, Sie, Herr Franksen, und Ihr hochverehrter Vater", be­gann Rümtoff wieder, haben eine große Zukunft, Sie müssen demnächst vergrößern..."

Wie wissen Sie das?" fragte Frank rasch.

,, Jede Veränderung spricht sich an einem kleinen Orte so­fort herum", erklärte Rümtoff. Was schadet es auch! Caspar Seeberg fann es nicht ärgern. Er gibt das Rennen ohnehin bald auf."

Wieso?"

" Wieso? Alle Welt ist davon überzeugt Ich aber möchte Sie jetzt etwas sehr Wichtiges fragen, Herr Franksen. Darf ich?"

Bitte."

,, Legen Sie bei Ihrem Vater ein gutes Wort für mich ein! Ich will mich verändern, das wissen Sie. Es... ist aber nicht wegen meiner vielleicht drohenden Entlassung, daß ich dies möchte. denn, wieso? Entlassen tann er mich ja gar nicht, denn er ist ja auf mich angewiesen. Ich bin sogar der Meinung, daß ich ihn herausreißen könnte, wenn er mir etwas Zeit ließe zum Lernen gar nicht viel zuließe, daß ich bei Ihnen hereinschaute, was Sie mir doch gewiß nicht verwehren würden, nicht wahr Nun, seit heute weiß ich es, daß er den Weg der Vernunft nicht gehen will, und so mache ich mich los. Wenn es also möglich wäre, daß Ihr Vater mich

wenn er es

Frank schüttelte leicht den Kopf. Rümtoff verstummte und sentte das Gesicht auf die Brust. Ein schmerzlicher Seufzer drang aus seiner Kehle herauf.

Frank sagte leise:

"

, Einmal ist es bei uns noch lange nicht so weit, daß wir eine neue Kraft brauchen, Herr Rümtoff; und zweitens dürfen Sie Seeberg in der Not nicht verlassen. Wir Franksen werden ihn auch nicht verlassen, davon sollen Sie überzeugt sein. Caspar Seeberg mag sich verhalten, wie er will wir stehen zu ihm."

-

Das ist überaus ehrenwert", sagte Rümtoff. Er atmete

deshalb mit fröhlichem Eifer hin und füllte eine Postkarte aus, die sich in den tiefen Gründen der Ziehharmonika- Druck­sache befand. Mit dieser Karte erbat ich eine Sendung ,, Landgraf werde hart!", die für eine Kur ausreichen und die versprochene Wirkung erzielen sollte.

Man muß schon sagen; die Athletenfabrik war pünktlich. Kaum waren vier Nächte und drei Tage vergangen, da brachte der Briefträger ein Nachnahmepäckchen, das ich bebend vor Aufregung öffnete. Und nachdem ich mehrere Pappstreifen und Papierrollen herausgewühlt hatte, grub ich einen himmel­blauen Beutel aus, den eine Bleiplombe geheimnisvoll ver­schloß. Auf dem Grunde des Päckchens aber ruhte ein großer, grüner Briefumschlag, in dem ein kleiner gelber Briefumschlag steckte, der wiederum ein Schreiben enthielt, das mit kühnen, begeisterten Worten die Kur ,, Landgraf werde hart!" anpries, die kinderleichte Gebrauchsanweisung erklärte und mit dem heiteren Versprechen schloß, daß jeder, der diese Vorschriften gewissenhaft befolgt, in Kürze zum vollkommenen Krafts menschen heranreifen werde.

Es wird nun jedem Einsichtigen einleuchten, daß ich von diesem Tage an mein Leben unter die Devise Landgraf werde hart!" stellte, und ich muß gestehen, daß ich schon in furzer Zeit einen merklichen Erfolg spürte. Es war nur ver­wunderlich, daß die erste Wirkung sich so ganz anders als ers wartet äußerte. Es geschah nämlich nicht, daß sich die vers sprochene stahlharte muskelstrogende Kraft einstellte, es ges schah vielmehr, daß mein Gesicht rosig aufblühte und so voll und rund wurde, daß meine aufrichtigen Freunde von einem Säuglingsgesicht" sprachen. Bald danach fing ich an, mich wirklich zu ängstigen, weil die aufquellenden Fettpolster un­entwegt zunahmen, in denen die vorhandenen Muskeln all­mählich versanten. Als es dann so weit mit mir gekommen war, daß ich schon als entmuskelter Fettwanst gelten fonnte, unterbrach ich die Kur und schrieb an die Athletenfabrik einen Brief.

, Sehr geehrte Herren! Anbei schicke ich Ihnen den Rest des sogenannten Kraftmittels Landgraf werde hart!" zurück, weil ich davon nicht muskulös, sondern fett geworden bin und

und schnaufte. Die Zigarre hing an seiner großen schlaffen Hand und war ihm ausgegangen.

Frank wandte feinen Blick von ihm. Er merkte plöglich, daß der Meistersknecht am ganzen Leibe zitterte. Was war das?

Gleich darauf ermannte sich Rümkoff. Er flüsterte: ,, Ich habe in diesen Tagen was entdeckt Sie wissen das selbst.. und es würde mich retten, jawohl. Ich bin Ingenieur wie Sie, und so würde es mich retten, wenn ich mich einer Aufgabe zuwenden dürfte, die mir am Herzen liegt. ich würde da meine Dieser neue Schiffbau, der ist es wunderbare Aufgabe finden.

"

Frant schwieg immer noch. Der Meistersknecht machte eine Pause und zündete sich die Zigarre wieder an. Er brauchte drei Zündhölzer dazu, so sehr bebten ihm die Finger. Dann umhüllte ihn der Rauch, und er fuhr fort:

Ich will ganz offen zu Ihnen sein, Herr Franksen, damit Sie sehen, daß kein Falsch an mir ist. Oder trauen Sie mir etwas Schlechtes zu? Halten Sie mich auch nur der geringsten Hinterhältigkeit fähig? Unmöglich, nicht wahr! Ich bin nämlich deshalb aus Amerika nach Deutschland gekommen, oder weil es mich verlangte, meine alte Heimat zu sehen die Heimat meines Großvaters, wenn Sie so wollen. Ich hatte aber noch einen anderen Plan. Ich wollte versuchen ja, wie soll ich das sagen? Sie müssen wissen, daß in meinem väterlichen Hause in Baltimore viel von der Heimat ges sprochen wurde, und auch darüber, daß der Großvater dort in seiner Jugend Mitbesizer einer stolzen Schiffswerft gewesen set und so nahm ich mir schon als Junge vor, einmal hins überzufahren und mir die stolze Werft anzuschauen. Daß ich also schon früh den Plan faßte, das was der Familie als schmerzlich verloren galt, wiederzugewinnen, dürfen Sie einem jungen Menschen nicht übelnehmen. Später vergaß ich das... Ich wurde Ingenieur. Ich hatte immer guten Verdienst, ars beitete sogar ein paar Jahre im Holzbau bei Donald Mac Kay in East Boston auf der Werft, ging dann aber fort, weil ich den Eisenbau nicht gelernt hatte und damals wohl auch nicht lernen wollte, denn ich dachte wieder an meines Großvaters

verlorene Holzbaumerfi an der Weser.. So tam ich her­über. Das wollte ich Ihnen heute sagen. Und sodann sollen Sie wissen, daß ich jetzt weiter nichts wünsche, als bei Ihnen Meistersknecht zu sein und von Ihnen und Ihrem Vater zu lernen, und daß ich nie mehr meine Gedanken und Wünsche so hoch erheben werde, wie in meiner Jugend und wie damals, als ich mich nach Deutschland einschiffte Er erhob sich

von seinem Breiterstapel und fam zu Frank. Er flüsterte: Glauben Sie mir, was ich Ihnen heilig schwöre, lieber Freund?"

Frant sprang auf. Was war das? Hier kam ein Mann auf ihn zugeschwankt und begehrte seine Hilfe. ein Mann, der nach seiner Heimat gesucht hatte... durfte er ihn zurück­stoßen?

Eben, als er die ausgestreckte Sand des Riesen ergreifen wollte, flopfte es gegen die Tür, zwei, drei Schläge. ( Fortsegung folgt)

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