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Nr. 203.

Freitag, 30. August 1912.

Geschichtsnoitzen. 30. August.

Wilhelmshavener Tageblatt.

2. Beilage.

Expedition: Kronprinzenstr. 1.

des Rathauses teilzunehmen. Der glänzende Aufschwung und dig ist, während Krebs immer noch leugnet, der Anstifter zu die Blüte der Stadt Dresden seien nächst der landesväterlichen der Tat gewesen zu sein. Man wird in der Verhandlung, die 525 Theodorich, König der Ostgoten, geft. 1707 Vertrag zu Fürsorge des Königs vor allem der Zugehörigkeit zum deut- im Oktober vor dem Mannheimer Schwurgericht vor sich gehen Altranstädt zwischen Karl XII. von Schweden und Kaise Joseph I. schen Reiche und dem von des Kaisers starter Hand gefestigten wird, lediglich auf die Aussage des Beutel angewiesen sein, 1748 Der franz. Maler Jacques Louis David geb.( 1525). 1757 Frieden zu danken. Der Rat und die Stadtverordneten hätten da außer Beutel kein Zeuge vorhanden ist. Die Russen unter Aprayin schlagen die Preußen unter Lehwaldt bei Großjägersdorf. 1794 Pomolog Johann Georg Konrad Oberdieck beschlossen, eine Stiftung ins Leben zu rufen, die den Namen Bewjum, 28. August. Ein Holländer hat, laut ,, L.- A.", geb.( 1880). 1805 Naturforscher Michael Sars geb.( 1869). 1813 des Raisers tragen soll, um den Uebelständen der Großstadt in hiesiger Gegend etwa 3 Millionen Pfund Stroh aufgekauft ( 29. und 30. Aug.) Sieg der Verbündeten bei Kulm un Mollendorf auf dem Gebiete des Wohnungswesens und der Jugendfür- zum Preise von 16 M pro 1000 Pfund. Dieses Stroh wird über die Franzosen. 1844 Geograph Friedrich Razel ger( 1904)." forge entgegenzutreten. Die Wünsche für die baldige Genesung nach Holland versandt und dort in einer Kartonfabrik ver­1849 Die Oesterreicher ziehen in Venedig ein. 1852 Chemiter Jacobus Hendrikus van't Hoff geb.( 1911). 1856 Sir John Rob, Entdecker des Kaisers und die Verehrung und die Liebe zum Könige arbeitet, um womöglich dann in Gestalt fertiger Kartons noch des magnetischen Nordpols, geft.(* 1777). 1870 Die Maas- Armee faßte Redner in einem dreifachen Hoch auf den König und einmal wieder über die Grenze befördert zu werden. Wenn unter Kronprinz Albert von Sachsen schlägt die franz. Armee unter den Kaiser zusammen. Mac Mahon bei Beaumont. 1886 Fürst Alexander kehrt nach Bul­man die sehr erheblichen Transportkosten in Betracht zieht, garien zurück. 1910 Geschichtsmaler Franz Wilhelm Steffens gest. Der König erwiderte auf die Rede des Oberbürgermei- so sollte man glauben, daß eine ähnliche Fabrik hier in Pew­(* 1818). Der franz. Geschichtschreiber Albert Vandal gest.(* 1853). ſters etwa folgendes: Herzlichen Dank für die freundlichen fum, im Mittelpunkt des Krummhörn, gute Geschäfte machen Begrüßungsworte, die Sie an mich und meine lieben erlauch- würde, da hier in nächster Nähe eine Unmasse Stroh versandt Die Dresdener Festtage. ten Gäste gerichtet haben. Wir alle stehen unter dem schmerz- wird. Damit der Holländer möglichst den ganzen Gewinn bei lichen Eindruck, daß Seine Majestät der Kaiser, der bei der seinem Strohhandel einstreicht, ist er mit Pferden und Wagen Dresden, 28. August. Die Stadt zeigt aus Anlaß der Gelegenheit der Parade meiner Armee an dieser Stelle auch und einigen Arbeitern selbst herübergekommen, um das Stroh Manöverfestlichkeiten einen überaus reichen Festschmuck, der die würdige und schöne Stätte städtischer Arbeit hat besichtigen nach der Bahn zu befördern. besonders in den Einzugsstraßen ein künstlerisches einheitliches wollen, durch Gottes Fügung daran verhindert worden ist. Strückhausen, 28. August. Über eine neue Torfftechma­Gepräge trägt. Am Eingang der Prager Straße ist eine impo- Ich hoffe, daß der Himmel Seiner Majestät recht bald die schine, die von einem Herrn aus Papenburg erfunden ist, sante Ehrenpforte errichtet. Besonders prächtig ist der Platz Gesundheit wiedergeben möchte, und daß Seine Majestät schreibt die Wes. 3tg." Die Bestrebungen, das seitherige vor dem neuen Rathause ausgeschmückt. Die Morgenblätter dann den jekt weggefallenen Besuch zur Wirklichkeit werden zeitraubende und kostspielige Torsstechen durch maschinelle Ein­widmen dem deutschen Kronprinzen sowie den übrigen als lasse. Was die große und hochherzige Stiftung anlangt, so richtungen zu ersehen, können jetzt als völlig gelöſt betrachtet Gäste des Königs hier eintreffenden Fürstlichkeiten herzliche glaube ich wohl, daß sie die volle Zustimmung des allerhöch- werden. Die patentamtlich geschützte Torsstechmaschine ist in Willkommartikel. Prinz Ludwig von Bayern traf heute früh sten Herrn finden wird; denn auch er ist immer bemüht, wo natürlicher Größe hergestellt und hat sich bei vor zahlreichen 8 Uhr 35 in der Uniform des Sächs. Inf.- Regts. Nr. 102 auf es gilt, Unglück und Elend zu mildern und abzuschwächen. Die Interessenten aus allen Teilen Deutschlands erfolgten Vor­dem hiesigen Hauptbahnhofe ein, wo er von dem König, der Herren können überzeugt sein, daß auch mir der Gedanke der führungen auf das glänzendste bewährt. In den letzten Tagen die Uniform seines Bayr. Inf.- Regts. angelegt hatte, herzlich Stiftung höchst sympathisch war, und ich glaube, daß( zum wohnten u. a. die preußischen Landtagsabgeordneten Herold begrüßt wurde. Zum Empfang waren außerdem erschienen der deutschen Kronprinzen gewendet) Dein Vater damit einver- und Klode den Arbeiten der durch zwei Motore von je 15 bayerische Gesandte Graf Montgelas und der bayerische Gene- standen sein wird. Ich hoffe, daß die Stiftung reichen Segen Pferdestärken betriebenen Maschine bei und sprachen sich sehr ralkonsul Reichel, sowie der dem Prinzen zugeteilte Ehren- und Nutzen für die Armen Dresdens haben wird." anerkennend über die Leistungen derselben aus. dienst. Auf dem Wiener Plaze vor dem Hauptbahnhof hatte Die Fürstlichkeiten besichtigten alsdann die Hauptsäle des Oldenburg, 28. August. Der oldenburgische Fahrradhan­der Militärverein mit Fahne Aufstellung genommen. Der Rathauses und fuhren unter dem Jubel der Bevölkerung zum del hat im Laufe der letzten Jahre sich ganz bedeutend gehoben. Prinz schritt die Front des Militärvereins ab. Nach einem föniglichen Schloß zurück. Um 7 Uhr abends fand beim König Das Herzogtum Oldenburg steht hinsichtlich des Fahrradge­von dem Vorsitzenden des Vereins auf den Prinzen ausgebrach- im Bankettsaal Tafel zu 130 Gedecken statt, an der die Fürst brauches von sämtlichen deutschen Landesgebieten an erster ten Hoch fuhr Prinz Ludwig an der Seite des Königs in das lichkeiten mit Gefolge und Ehrendienst teilnahmen und zu Stelle. Jedem Auswärtigen, der erstmals ins Oldenburger Residenzschloß, wo er Wohnung nahm. Um 9.39 Uhr traf auch dem Einladungen an die Herren des diplomatischen Korps, Land kommt, fällt es unmittelbar auf, wie stark hier geradelt der Fürst zu Hohenlohe- Bartenstein hier ein und wurde vom die Staatsminister, die eingetroffenen Armeeinspekteure, den wird. Im Hinblick auf diese Tatsache hat sich auch der Fahr­Kronprinzen im Auftrage des Königs empfangen. preußischen Kriegsminister, den Chef des Generalstabes der radhandel gehoben. War früher, und zwar noch nicht vor Dresden, 28. August. Heute Nachmittag 5.30 Uhr Armee, die Inspekteure der Spezialwaffen, sowie an die langer Zeit, der Radbezug von auswärts reger, als lieb sein fand in den Festräumen des neuen Rathauses feierlicher Emp- Spiken der staatlichen und städtischen Behörden ergangen wa- konnte, so ist das neuerdings infolge der Bemühungen der fang der hier anwesenden Fürstlichkeiten statt. Die städtischen ren. Daran schloß sich um 9 Uhr im Marmorsaale des Residenz- Fahrradhändler ganz anders geworden. Das barkaufende Behörden hatten sich im Festsaale versammelt, mit ihnen die schlosses Abendgesellschaft. Publikum jedenfalls zieht sich von auswärtigen Versandthäu­Ehrenbürger der Stadt und die Ehrengäste. Es fanden sich ein sern und Scheinfabriken, wie auch ein Bericht der Handels­der Großherzog von Baden, Prinz Ludwig von Bayern, der fammer Oldenburg besagt, immer mehr zurück. Herzog von Sachsen- Altenburg, der sächsische Kronprinz und Holzminden, 27. August. Die Weser führt seit heute Hoch­Prinz Johann Georg von Sachsen sowie Prinz Eitel Friedrich Bockhorn, 28. August. In der Nacht auf Sonntag statte- wasser und ist unterhalb des Strandhotels aus den Ufern ge= von Preußen. Zuletzt erschienen der König und der deutsche ten Einbrecher der Bockhorner Mühle einen Besuch ab und treten. Falls der Wasserstand, der heute Mittag 1,56 Meter Kronprinz, die bei ihrer Vorfahrt vor dem Rathause von der stahlen verschiedene Kleidungsstücke, u. a. einen grauen und über Null betrug, noch mehr steigen sollte, ist zu befürchten, Gallerie des Hauses mit Fanfaren begrüßt wurden. Im Fest- einen schwarzen Jackettanzug, einen schwarzen überzieher, eine daß die Personendampfer kaum mehr unter der Brücke hin­saale hielt Oberbürgermeister Dr. Beutler eine Ansprache, in grau- grüne Joppe und einen schwarzen Hut. Schon vor etwa durchkommen. Ein orfanartiger Sturm hat heute hier zahl­der er den König namens der städtischen Kollegien und der acht Tagen wurde auf derselben Stelle einzubrechen versucht, reiche Bäume in den Straßen und in den Gärten entwurzelt. Bürgerschaft Dresdens willkommen hieß und die Gäste des doch wurden die Einbrecher damals vertrieben. Das Obst liegt zum größten Teile am Boden. An vielen Stel­Königs, an deren Spize den Kronprinzen des deutschen Rei­ches, begrüßte. Er sprach das lebhafte Bedauern darüber aus, daß der Kaiser durch Krankheit verhindert sei, an dem Besuche

Der Sturmgefang der Liebe.

Roman von Robert Heymann.

( Nachdruck verboten.)

( 25. Fortsetzung.) Joachim Remmert hatte ihn aufgerüttelt und alle bösen Instinkte, die bislang in ihm geschlummert, geweckt. Wie ein Volk, das die Notwendigkeit eines Entscheidungskampfes mit einer andern Nation voraussieht, sich langsam, halb instinktiv, halb bewußt, darauf vorbereitet, Schätze sammelt, Material häuft, ohne den Zeitpunkt der Entscheidung zu kennen, fast ohne sich seines Eintritts durchaus klar zu sein, so war Kurt von Oldenskott plötzlich bestrebt, Waffen zu schmieden für einen Streich, der seinen schwer geschädigten Gegner endgiltig pernichten sollte. Denn daß in Renate die unglüdliche Liebe weiterglühte und nicht erlosch, das sah er. Daß sie ihn ver­achtete, fühlte er. Statt bemüht zu sein, sich in ihrer Achtung zu heben, dachte er über ein Mittel nach, sie von jeder Hilfe für Zeit ihres Lebens abzuschneiden.

Umgegend u. Provinz.

Norden, 27. August. Zu der Verhandlung gegen Krebs len wurden die Telephonanlagen beschädigt und die Leitun­und Beutel, die beiden Mörder des Studenten Arjes, erfährt gen infolgedessen unterbrochen. Der angerichtete Schaden iſt der O. C.", daß der Mörder Beutel in allen Punkten gestän- sehr groß.

Er konnte ebenso Sicheres, noch besseres, erhalten. Germania- ihn. Er stürzte auf Meta zu und machte ihr stürmische Vor­Aftien. Die fonnte er anlegen, und sie trugen vierzig Prozent. Haltungen. Verdoppelten sich fast, ohne daß man einen Finger rührte. Sie gebrauchte eine nichtssagende Ausrede. Er ließ sich Dem Erfinder schwindelte. Er erhielt fünftausend Mark in die kleine Reise in den Harz ausschwägen, obwohl Frau von Kuren. Rein für nichts. Nur dafür, daß er seine Erfindung Bederitz sonst nie von den Gepflogenheiten der guten Gesell­vorläufig zu Diensten der Germaniagesellschaft hielt, daß er schaft abging, und es unverständlich war, daß sie gerade bei ihr den Vorzug gab. Beginn der Saison Berlin verlassen wollte.

Freudetrunken tam er nach Hause. Der Hauswirt lehnte zwar die Kugen als Zahlung ab. Aber der Bankier an der Ecke, der Darlehen gab und Grundstücksspekulanten als Ver: mittler diente, gab ihm Vorschuß. Einen blauen Lappen auf eine Tausendmark- Kure. Dazu mußte Max Edelmann ein Blankett unterschreiben, daß er weitere hundert Mark bar bei Einlösung nachbezahlte. Geld war rar und die Kuren- na ja, man konnte den Markt nicht übersehen.

Doch ihre heiligen Schwüre, ihre überzeugenden Worte beruhigten Rudolf. Er verbrachte eine schlaflose Nacht. Einige Kameraden hatten Andeutungen über Gerüchte fallen lassen, die in Berlin kursierten und sich mi. der Germaniagesellschaft in ungünstigster Weise befaßten.

Am Morgen jedoch jagte Rudolf durch den Tiergarten. Metas gewöhnliche Spazierfahrt ging die große Allee entlang zum Großen Stern. Bleich, im Sattel vorgebeugt, trabte der Ulan den Reitweg hinab, nach der Geliebten spähend.

Unnüße Sorge! Sie fam, zwar sah sie übernächtigt aus und lehnte müder als sonst in den seidenen Kissen. Doch nichts deutete auf Sorge oder schlimme Absichten.

May Edelmann unterschrieb. Er war ja reich. Nächsten Tages wurde er verhaftet. Wegen der Kuren. Ein neuer Riesenskandal hielt Berlin in Atem. Hundert­tausende waren in die Gosse geraten. Kleine Kapitalisten, die 3unächst sah er sich nach Leuten um, die ihm dienen tonn- durch ein Leben in Arbeit und Entbehrung sich ein sorgenloses Mit dem jugendlich strahlenden Lächeln, das sie, eine ten. Er wollte Mar Edelmann auf Gnade und Ungnade an Alter zu schaffen gehofft, waren die Leidtragenden. Die Poli- vollendete Komödiantin, in allen Nuancen beherrschte, erwi­sich fesseln. Er brauchte einen Sklaven der Lebensnot, um ihn zei, zu spät auf die Spur gelenkt, griff blindlings zu und holte derte sie den Gruß des Leutnants. Er ritt neben ihr her und im gegebenen Moment ausspielen zu können. Den ersten die, welche Kuren in Umlauf gesetzt hatten, zunächst heraus. wich keine Gefunde von ihrem Wagen; sie unterhielt sich an­Streich hatte er ja bereits mit May Edelmanns Hilfe geführt, Denn der Hauptschuldige, der Direktor der Germania G. m. geregter, liebenswürdiger denn je. Er begriff nicht, daß sie als er dem Ahnungslosen die schon in Vergessenheit geratenen b. H.", war abgereist. In keinem Safen zu finden, obgleich ihn neben sich als Staffage benutzte; er sah den Triumph in Artifel in der Deutschen Ingenieurzeitung abgekauft hatte der Telegraph nach allen Richtungen spielte. Untergetaucht im ihren Augen nicht, mit dem sie die Offiziere und Zivilisten die mit Joachim Remmerts Namen gezeichnet waren. Der Schlamme mit seinem Raub, vielleicht auf dem Wege nach musterte, die halb neugierig, halb indigniert dem Reiter und Erfinder war ein unglücklicher Narr, doch weit entfernt, nie- Polen oder Rußland oder der Türkei wer fonnte es wis deren Instinkten zu dienen. Hätte er eine Ahnung gehabt, daß sen? May Edelmann wurde zwar nach einigen Stunden be- ihrer Equipage mit den Augen folgten. Aber der Brand glühender Eifersucht und lodernden Miß­diese Artikel als giftige Waffe gegen seinen Feind, der ihn reits wieder in Freiheit gesetzt, nachdem er seine Unschuld ehrlich und in der Oeffentlichkeit bekämpft, dienen sollten nachgewiesen. Aber wieder war eine goldene Hoffnung in trauens war nun einmal in sein Herz geworfen. Er hatte nichts zerronnen, und was er gewonnen, war nur ein neuer. taum von ihr Abschied genommen, da fuhr er in ihre Woh­unerbittlicher Gläubiger, der Bankier an der Ecke, der ihn nung. Sein Bursche hatte ihm gemeldet, aus Frau von Bedes einen Betrüger schalt und sagte, solche Leute, die sich ein Ge- rit Wohnung seien am frühen Morgen ein Dutzend Koffer werbe daraus machten, ehrliche Menschen zu betrügen, sollte zum Anhalter Bahnhof gefahren worden. die Staatsanwaltschaft hinter Schloß und Riegel sezen.

er hätte sich trotz seines Haffes gegen den Ingenieur kaum dazu herbeigelassen, das Material zu verkaufen.

Das Haus der Frau von Bederiz schien dem Baron geeig­net zu sein, Max Edelmann in Täuschung zu halten. Die dortige Gesellschaft war verschwiegen und verpflichtete zu

sichts.

Der Erfinder sah sich gleichwohl Generalen und Fürsten und Königen des Mammons gegenüber, als er den lichtdurch fluteten Salon mit den vielen ineinanderspielenden weichen Farben betrat.

Der Baron führte ihn mit vomphaften Worten ein. Edel­mann fühlte sich ungemein geschmeichelt und sein eigenes Jch wuchs förmlich vor seinen Augen über ihn selbst hinaus.

Auch Kurt von Oldenskott wurde vernommen. Er zuckte die Achseln und wußte von nichts. Wer wollte ihm verübeln, daß er vorübergehend in einem Hause verkehrt hatte, das fürzere oder längere Zeit von vielen Leuten besucht worden war, die hoch über dem Verdacht betrügerischer Absichten stan den?

Und hinter Kurt von Oldenskott stand als unwiderleg­licher Zeuge sein Reichtum. Großmütig bezahlte er May Edel­manns Wucherschuld; zunächst war er durch Rudolf von Fried­richswert in Anspruch genommen, der mit in die Affäre ver­

wickelt wurde.

Er forderte stürmisch Rechenschaft. Sie leugnete. Aber er hatte den Burschen wohl instruiert und als Aufpasser abgerich­tet. Zum zweiten Mal ließ er sich nicht täuschen. Sie wandte alle Macht auf, die sie über ihn hatte. Er warf sich ihr zu Füßen, umschlang sie mit den sehnigen jungen Armen und bat. flehte, drohte. Sie war nahe daran, das Spiel zu verlieren. Nicht eine Sekunde empfand sie Mitleid, obgleich sie sah, daß er innerlich und äußerlich zusammenbrach.

,, Ich bin ein Friedrichswert," sagte er. Uns war nie ein Die Leute hier, gewohnt, sich selbst über ihre Werte zu täuschen, betäubten ihn mit großen Worten und Perspektiven. günstiges Geschick beschieden und mir liegt nichts am Leben. Jch werfe es weg wie meine Zigarette was liegt mir dar= Franz von Leisten interessierte sich sofort für das neue Es war dem Offizier, der in seiner Liebesleidenschaft an? Ich suche das Glück, und wenn Du mich darum betrügst, Projekt. Das Futurit" war etwas, das er sehr gut mit seinem Bergwerksunternehmen verbinden konnte. Die Futuritgesell- zwar blind für alles war, doch doppelt scharf beobachtete, was um diese einzige Illusion, die ich in meinem Leben hatte, dann haft sollte sozusagen eine Schweſtergründung werden. Kapi- Meta von Bederik anging, nicht entgangen, daß fie fich in den will ich wenigstens mit einer großen Geſte enden und Du sollst Franz von Leisten lächelte verächtlich. Er hatte Kapi- letzten Tagen in fieberhafter Erregung befand. Sie hatte ge- nicht umsonst meine Jugend vergiftet, mich hingehalten haben durch Lüge und Heuchelei ich mollte alles für Dich opfern, talisten an der Hand, so viel er wollte. War selbst Millionär. heime Unterredungen mit Franz von Leisten. Als Rudolf eines Nachmittags unerwartet ihr Haus be- Glück, Laufbahn, Karriere, Familie Gott im Himmel, Man würde sich leicht einigen. Die Frage war nur, wieviel der Erfinder Anteil verlangte. Vielleicht ließ er sich mit einer so- trat und ohne weiteres als vertrauter Gast in das Wohnzim- gibt es denn solch ein Maß von weiblicher Verstellung?" ( Fortsetzung folgt.) fortigen Anzahlung verpflichten. Bargeld war garnicht nötig. Imer schritt, sah er gepackte Roffer. Ein jäher Schreck durchfuhr

tal?

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