a) Betriebsbeamte. Betrieb in diesem Sinne ist ein| Hinterbliebenenrente in der vorgeschriebenen Höhe gewähr- gung von Abordnungen der Richterorganisationen Deutsch­Inbegriff fortdauernder wirtschaftlicher, d. h. auf Erwerb ge- leistet ist. Das Gleiche gilt für diejenigen Angestellten, auf lands, Ungarns und Italiens. richteter Tätigkeiten, gleichviel ob sie vom Staate oder einer die Paragraph 10 des Gesetzes anzuwenden ist. Erinnerungsfeiern in Frankreich. anderen öffentlich- rechtlichen Person oder von Privaten aus- 3) Handlungsgehilfen und Gehilfen in Apotheken. Ver­Paris, 2. Sept. Anläßlich des Jahrestages der Schlacht geübt werden. sichert ist als Handlungsgehilfe, wer in einem Handelsge­Hierher gehören u. a.: die Gutsverwalter, Gutsinspek- werbe zur Leistung kaufmännischer Dienste angestellt ist, also von Sedan fanden sowohl auf dem Plateau von Floing bei toren und in ähnlicher Stellung Beschäftigten, die technisch z. B. Verkäufer, Kassierer, Reisende, Korrespondenten, Buch- Sedan als auch in dem Dorfe Bazeilles Feiern statt, an denen gebildeten Betriebsbeamten in Industrie, Bergbau, Bauge- halter; nicht versichert sind die in gesindeähnlicher Stellung sich der Senator Hubert, die Abgeordneten Etienne, Marcel werbe, Gärtnerei, Tierzucht, Forstwirtschaft, Jagd, Handel und beschäftigten Hilfspersonen, wie Hausdiener, Ausläufer, Wäch- Habert, der Freund Derouledes, und der Bürgermeister aus Verkehr, einschließlich der Gast- und Schankwirtschaft, z. B. ter, sowie die bei den gewerblich- technischen Aufgaben des Be: Floing beteiligten. Sie hielten deutschfeindliche Reden, die Prokuristen, Disponenten, Betriebsinspektoren, Ingenieure, triebes mitwirkenden Arbeitskräfte, wie Gesellen, Fabrikar- auf die heutige politische Lage Frankreichs Bezug nehmen. Chemiker und Techniker in Fabriken, ferner Beamte staatlicher beiter, Packer, Rollkutscher, Koch oder Kellner eines Gast­und gemeindlicher Unternehmen, wie Fabriken, Berg- und wirtes, Zuschneider. Anschluß Spaniens an den Gegen- Dreibund. Hüttenwerken, einer städtischen Brauerei oder Gasanstalt, 4) Bühnen- und Orchestermitglieder. Schauspieler, Arti- Paris, 2. Sept. Die hiesigen Blätter widmen ber iner städtischen Sparkasse, bei Gemeindeforsten usw. sten und Musiker sind versichert, wenn sie einem Dirigenten Nachricht von einem bevorstehenden Anschluß Spaniens an oder sonstigen Unternehmer untergeordnet sind, dagegen nicht die Tripleentente äußerst befriedigte Kommentare und geben versichert, wenn sie selbständige Unternehmer, insbesondere dem Wunsche Ausdruck, daß die Ankündigung bald zur Tat Mitunternehmer sind. Schauspieler, Artisten oder Musiker, sache werde. Sobald der französisch- spanische Marokkovertrag Sie nicht Bühnen- oder Orchestermitglieder sind, können Ange zur Unterzeichnung gelangt sein werde, solle eine Anregung stellte des Inhabers eines Lokales sein. In diesem Falle sind in dieser Richtung erfolgen. Sie werbe jedenfalls noch vor der Abreise König Alfons nach Paris erfolgen. Das sind sie als andere Angestellte" versicherungspflichtig.

Der Wirrwarr in der Türkei. Westüb, 2. Sept. Die Bahnwache fand bei Köprülü

b) Die Werkmeister bilden eine Mittelstufe zwischen dem Betriebsbeamten und dem Gewerbegehilfen( Vorarbei­ter, Arbeiter), in der die betriebsleitende und die auf kör­perlicher Mitwirkung beruhende Tätigkeit ungefähr von gleicher Bedeutung sind. Hierher gehören neben den eigent lichen Werkmeistern" Obersteiger und Steiger, die mit einer gewissen Selbständigkeit ausgestatteten Monteure größerer 5) Lehrer und Erzieher. Versichert sind Lehrer und Er- Vermutungen, deren Verwirklichung nicht viel Wahrscheinlich. Bauunternehmungen, Zuschneider in besonderen Fällen. c) Andere Angestellte. Versichert ist das wissenschaftlich, zieher in abhängiger Stellung, wie angestellte Lehrer an feit für sich haben. Militärflugwefen. technisch oder kaufmännisch gebildete Verwaltungs- und Auf- öffentlichen oder privaten Schulen oder Anstalten, oder Haus­sichtspersonal in öffentlichen und privaten Verwaltungen und lehrer, insofern ihre Tätigkeit sich auf die geistige Entwick­Geschäftsbetrieben jeder Art, sowie im Haushalt, soweit nicht lung auf dem Gebiete der höheren und elementaren Wissen- Brüssel, 2. Sept. Wie verlautet, wird der belgische der Begriff des Betriebsbeamten zutrifft. Hierher gehören schaften und der schönen Künste sowie auf die Bildung des Kriegsminister im Budget 1913 eine Forderung von 500 000 3. B. Chemiker und Techniker in Fabriken, Mustermaler, Charakters und Gemüts richtet. Hierhin gehört auch die Francs zur Ausgestaltung des Militärflugwesens einbringen. Zeichner in Konstruktionsbüros von Fabriken oder in Archi- Unterweisung in förperlichen übungen und Fertigkeiten, so- Der Betrag soll vornehmlich zur Ausrüstung der drei Festun teftenbüros, Lokomotivführer, u. U. Oberkellner, Küchenchefs, weit sie dem Erziehungszwecke dient. Zur Lehrtätigkeit ge- gen Antwerpen, Lüttich und Namur mit Flugzeugen dienen. ferner Fleischbeschauer und Trichinenschauer, die in Schlacht hört nicht der vom Erziehungszwecke losgelöste und überwie­häusern angestellt oder als Einzelbeamte tätig sind, Erheber, gend nach gewerblichen Gesichtspunkten betriebene Unterricht Eichmeister, Bezirksbauschäzer, Feuerschauer und Bezirksbau- in förperlichen und mechanischen Fertigkeiten, wie er in Reit­Kontrolleure in Baden, Stadtmissionare, Postagenten und ihre und Schwimmanstalten, Fahrradinstituten, von Fecht- und zwei Bomben. Der Zug konnte jedoch noch rechtzeitig aufge­Vertreter, Küster, wenn sie nicht lediglich niedere Dienste ver- Tanzlehrern oder Schneiderinnen erteilt wird. Personen, halten werden. Der 14jährige Sohn eines Notabeln wurde tichten, Verwalter bet gemeinnützigen Stiftungen, Hausväter welche solchen Unterricht in abhängiger Stellung erteilen, im Walde ermordet und zerstückelt aufgefunden. Vermutlich von Wohltätigkeitsanstalten oder Rettungshäusern, soweit sie sind Gewerbegehilfen. In besonderen Fällen können ste an- handelt es sich um eine bulgarische Greueltat zur Aufreizung nicht als Erzieher anzusehen sind, ferner Privatsekretäre, dere Angestellte" sein. Lehrer und Erzieher gelten auch dann der mohammedanischen Bevölkerung, die Ausschreitungen be Kinderfräuleins, Gesellschafterinnen, Hausdamen, Repräsen- als versicherungspflichtig, wenn sie nicht in einer Schulanstalt fürchtet und eine Verstärkung der Besatzung verlangt. Konstantinopel, 2. Gept. Wie die Blätter mel tantinnen, Justitiare, das Verwaltungspersonal an Biblio-| unterrichten oder Hauslehrer sind, sondern aus dem Stun­thefen, wissenschaftlichen Instituten, wissenschaftlichen und dengeben bei wechselnden Auftraggebern ein Gewerbe machen, den, kam es an der türkisch- griechischen Grenze bei Tirnove Kunstsammlungen, im Theater-, Musik- und Schaustellungs- indem sie in die Häuser gehen oder in der eigenen Wohnung zu neuen Grenzzwischenfällen, wobei es auf beiden Seiten wesen, das Verwaltungs- und Wartepersonal an Krantenan- den Unterricht erteilen. Lehrer und Erzieher, die Inhaber 15 Schwerverwundete gab. stalten, Redakteure und Schriftsteller, soweit zur Presse ge- einer Lehranstalt sind. Zu beachten sind auch die Paragraphen hörig, die Berichterstatter der Presse und die sonstigen Jour- 9 und 10 des Gesetzes. nalisten; dagegen nicht Berichterstatter, die lediglich Nachrich- 6) Schiffsbesaßung. Versichert sind aus der Schiffs ten für Anzeige und dergl. Blätter sammeln, ohne daß dabei besatzung deutscher Seefahrzeuge und aus der Besagung von selbständige geistige Leistungen in Frage kämen. Fahrzeugen der Binnenschiffahrt: Kapitäne, Offiziere des d) Büroangestellte. Versichert sind u. a.: Expedienten, Decks- und Maschinendienstes, Verwalter und Verwaltungs­Registratoren, Kalkulatoren, Kassenbeamte, Gemeindeschrei- assistenten sowie die in einer ähnlich gehobenen oder höheren ber, Gemeinderechner, Kirchenrechner, Personen, die in Rechts- Stellung befindlichen Angestellten ohne Rücksicht auf ihre anwaltsbüros Schriftsäge anfertigen oder Kostenrechnungen Vorbildung, sämtlich, wenn diese Beschäftigung ihren Haupt­aufstellen, Rechnungsführer und Buchhalter der Gutsverwal- beruf bildet. Als deutsches Seefahrzeug gilt jedes Fahrzeug, tungen, Stenographen. das unter deutscher Flagge fährt und ausschließlich oder, voy Nicht versichert sind die lediglich mit torperlichen Arbei- wiegend zur Seefahrt benutzt wird. ten, z. B. mit dem Reinigen der Zimmer und mit Boten­diensten beschäftigten Personen, ferner solche, die bloß ab­schreiben, gleichviel ob mit der Hand oder mit der Maschine. e) Die unter a- d fallenden in Betrieben oder im Dienste Der Panamalanal noch 1913 fertig. des Reiches, eines Bundesstaates, eines Gemeindeverbandes, Newyork, 2. Sept. Der Oberst Goethals, der Chef einer Gemeinde oder eines Trägers der reichsgesetzlichen Ar- Universität in Anwesenheit des Justizministers die Verhand­beiter oder Angestelltenversicherung Beschäftigten sind aber lungen des von der österreichischen Richtervereinigung veran- ingenieur des Panamakanals, hat in einem Schreiben an das versicherungsfrei, wenn ihnen Anwartschaft auf Ruhegeld und stalteten allgemeinen Richtertages unter lebhafter Beteili-| Hafenamt erklärt, der Kanal werde noch im Jahre 1913 fertig

Der Sturmgefang der Liebe.

( 29. Fortsegung.)

Roman von Robert Heymann. ( Nachdruck verboten.) Im Augenblick stand jene schreckliche Szene mit Renate, beren Zeugin ste gewesen, vor ihren Augen. Wie jene, um beretwillen Joachim den Arm verloren, an die Wand gelehnt stand und dieser da und sein Freund auf sie einredeten, und wie sie beide mit unerbittlich falten Worten Joachim Rem­merts Lebensglück zerstörten, wie sie Renate förmlich Gewalt antaten in unmännlicher Roheit.

Husland.

Wien, 2. Sept. Heute Vormittag begannen in der

,, Daß sie in den Tod reiten!" Nein!" schrie sie trozzig.

Er brach halb in die Knie.

,, Ruth!" rief er entsegt, ein tiefer Vorwurf lag in seiner Stimme. Ruth! Ruth, was hast Du getan?"

22

" Ich hasse ihn!" sagte sie leise und voll zähen Wider­standes.

Einige Sefunden lang stand er, als fönnte er die Füße nicht vom Erdboden heben. Dann riß er ihr die Flinte aus der Hand und feuerte sie in die Luft.

Mit Windeseile sah sie ihn durch die Station fliegen und weithin gellte seine männliche Stimme, in der immer eine reizende Schärfe lag:

Köln, 2. September. Zur Saltung der türkischen Re: gierung gegenüber der Anregung des Grafen Berchtold meldet der Konstantinopler Korrespondent der Köln. 3tg." in Be­stätigung seiner früheren Nachrichten weiter, daß die amtlic Türkei sich solange wie möglich sträuben möchte, sich andere in ihre Angelegenheit innerer Verhaltung mischen zu lassen. Das Zureden werde an diesem Standpunkte nicht viel ändern. Man sieht die Notwendigkeit, eine Unterhaltung mit Außen stehenden zu beginnen, nicht ein. Das Ergebnis der Unter haltung wird man aber zur Kenntnis nehmen. Man glaubt in Konstantinopel, daß Österreich- Ungarn durch seinen Schritt dem König Ferdinand zur Hilfe tommen will, der, von seinem Volfe zu folgereichen Entschlüssen gedrängt, nicht nachgegeben hat, nun aber mit irgendwelcher Errungenschaft seiner fried­lichen Politik gern vor sein Volk treten will

so schloß er die Augen und bekleidete Meta von Bederiz mit dem Purpurmantel seiner Illusion. So hatte er sich hinge täuscht Monat um Monat und ein fiebriges Glück durchlebt, das seine Kräfte erschöpft und ihn schließlich, nach dieser schred­lichen Herbstnacht, da der Sturm pfeifend durch die Straßen fuhr und des Herrn von Landed- Salden scharfe Stimme die Situation beherrschte, aufs Krankenlager geworfen hatte.

Mit großer geschäftlicher Sicherheit ergriff Herr von Lan dec- Salden die Maßregeln, die schlimmsten Konsequenzen ab zuwenden. Das higige Fieber, welches den jungen Offizier ergriff, erleichterte solche Schritte. Er begab sich am nächsten Morgen zum Kommandeur der Gardeulanen und stimmte ihn milder. Er sorgte dafür, daß nichts von der unglücklichen Rolle, die Rudolf von Friedrichswert in Sachen der Germaniaattien gespielt, in die breite Oeffentlichkeit drang. Er sprang noch einmal, um den Ruf derer von Friedrichswert zu retten, mil Die Unteringenieure waren gleich zur Stelle, bis an die finanziellen Opfern ein. Nachdem er so die Situation gerettet, Zähne bewaffnet. Ein Dugend Arbeiter, die ihre Dienstpflicht stellte er Rudolf kalt, klar und scharf gezogen ſeine Bedin beim Militär getan und aus denen Joachim eine Art Schuß- gungen

Sie stand da und blickte den Offizier in aufquellendem Haß mit funkelnden Augen an, blickte immerzu auf ihn hin, bis sie auf einmal durch Hufschläge aufgeschreckt wurde. Da augi" war die Stelle leer. Der Hottentotte wandte sich mit einem

breiten Lachen, das sein Gesicht tierisch verzerrte, und ver­

Schwand in der Nacht.

ritten.

An die Pferde, wer reiten kann! Auf! Gefahr im Ver­

Rings um Ruth war es still und öd geworden. Die Pa- truppe der Station gebildet, sammelte sich bei den Pferden. Ehrenwort, die Hand von der Pistole zu lassen! Und trouille war nach dem Ende des Tales gegen den Dub ge- Ebensoviele treu gebliebene Hottentotten schlossen sich an. Wer dann die Ehre des Rockes retten und sich nach Südwestafrik ein Pferd erwischte, schwang sich darauf. Manche Tiere muß- melden! In den Tod! schrie es in Ruth. Sie setzte an, zur Station ten zwei Männer tragen; die Hottentotten hielten sich am So ging Rudolf aus dem Regiment. Es wurde Zeit ge zurückzulaufen. Die Hand lag auf dem Gewehr, durch einen Baumzeug fest und liefen mit. So ging es, Joachim Remmert wonnen, zu vergessen, was geschehen war. Kehrte er in ein bis Schuß Joachim und alle Arbeiter zu alarmieren. zwei Jahren zurüd, so war Gras über die Geschichte gewach Doch der Finger sant vom Drüder. Sie lachte kurz auf. an der Spitze, in jogendem Galopp aus der Station. Jm. ersten Moment stand Ruth wie besinnungslos da, als fen, und Herr von Landed- Salden hoffte, ihn dann gereifter In den Tod- hatte er ihn nicht verdient? Joachim hatte Joachim ste keines Blides mehr gewürdigt hatte. Dann war und fühler wiederzufinden. Fiel er- Serr von Landen- Sal einmal von dem Geschick derer von Friedrichswert erzählt. ie in den Stall gestürzt, hatte ihr eigenes Pferd hervorgeris- deck zuckte bedauernd die Achseln, als er sich bei dem Gedankek War ihr ein Recht gegeben, einzugreifen? Das Schicksal er­füllte sich. Es war fein blinder Zufall, der ihn dem Tod ent- en, sich auf den sattellosen Rücken geschwungen und sich ange- an diese Möglichkeit ertappte-- so war es eben eine eiserne Konsequenz. gegenführte. Bestimmung war es

Sie schritt langsam, mit sich selbst streitend, der Station zu. Die eine Sefunde war Befriedigung in ihr, die andere Sefunde Angst, Schrecken, Entsetzen vor sich selbst.

schlossen.

Was die Pferde laufen konnten, ging es der Patrouille nach. Tie hatte einen Vorsprung von einer halben Stunde und mochte scharf geritten sein.

Ahnungslos dem Verderben entgegen.

Was war das für ein Haß, der sie so ganz verwandelte? Graf Friedrichswert hatte nichts davon gewußt, daß der Sie war eben auch eine Remmert, ziellos in ihrer Güte wie im Gegenteil. Joachim war inzwischen erwacht. Im Osten tühne Oberingenieur, der die Eisenbahnlinie mit einer Hand­rötete sich leicht der Simmel, und eine fahle Helle brach durch voll Arbeiter beschützte, Joachim Remmert war. Er hatte ihn, die blaue Finsternis. Auf den Sandwellen zitterte in fahlem eine Zeit lang ausschließlich mit dem eigenen Geschick beschäf Purpur das Licht.

,, Wo kommst Du her, Ruth?" fragte er. Und wie siehst Du aus? Warum hast Du mich nicht gewedt?" Man hat mir Du aus? Warum hast Du mich nicht gewedt? Man hat mir gesagt, es sei Militär vorübergekommen."

Rudolf sagte zunächst zu allem fa. Er lag meist halb be täubt da; als die Erinnerung in voller Schärfe wiederkehrte, wurde er wochenlang ein Opfer peinigender Unruhe, die sic bald durch Gewissensbisse steigerte.

Meta von Bederiz war vergessen. Er wunderte sich selbst daß es ihm so leicht fiel, sie aus seiner Erinnerung zu strei chen, ja, daß sich diese Wandlung ganz von selbst, ohne sein 3utun, vollzog. Er erkannte bei tieferem Nachdenken, wie wenig Gemeinsames ihn mit ihr verbunden hatte und begriff, tigt, aus den Augen verloren. Als er in jener verhängnis- daß er zu rechter Zeit mit etwas Willenskraft bereits alles vollen Nacht durch Landeck- Salden daran gehindert wurde, hätte durchschneiden können. Als es ihm etwas besser ging, einem Leben gewaltsam ein Ziel zu sehen, da war er zunächst wurde er nach Schloß Friedrichswert gebracht und Renate vollständig erschlafft und zusammengebrochen, unfähig, auch pflegte ihn. Aber er konnte die drückende Resignation, in der nur einen Gedanken für seine Zukunft zu fassen. Das Schlimm fie lebte, nicht ertragen. Sie ging in einer Atmosphäre von ste stand bevor. Es war anzunehmen, daß er den bunten Rock Schmerz und Entsagung. Diese Berhältnisse verwirrten Ru ausziehen mußte, nachdem er ihn ebenso wie seinen Namen dolf, und er war froh, endlich soweit zu sein, sich zur Abreise kompromittiert. Ihm war im Augenblic alles gleichgiltig. melden zu können. Die Formalitäten waren bald erledigt. ,, Du hast sie gewarnt? Hast ihnen gesagt, daß am Dub Er hätte die Katastrophe widerstandslos über sich hereinbre- Er kam gerade recht, die ersten bedeutenderen und ernsten Ge ein paar Hundert Hottentotten im Hinterhalt liegen?" chen lassen, denn das Fürchterlichste für ihn war die bittere fechte in Südwestafrika mitmachen zu können. Ich habe..." die Stimme versagte thr. Dann richtete Erfahrung, die er mit Meta gemacht. Dugendmal hatte man ste sich auf in jähem Troz: Der Offizier war Rudolf von ihm ins Ohr geflüstert, daß sie das nicht war, wofür er sie Friedrichswert." hielt. Andeutungen, diskretes Lächeln der Kameraden und Jähe Glut flog über Joachims Züge. Heiser stieß er vieles andere hätten ihm längst die Augen öffnen können. hervor:

,, Ein paar Reiter," entgegnete sie und wurde ganz fas­sungslos, als sie sein Auge groß auf sich geheftet sah. Sie wußte, jezt würde er fragen. Und er fragte!

,, Du hast und Du hast es ihnen zugerufen?" Was?"

Er hatte sich gesträubt, zu glauben, daß sie ein Spiel mit ihm trieb. Wurde er früher durch irgend einen Zwischen fall beinahe gezwungen, zu glauben, was er nicht sehen wollte,

Es ist etwas anderes, ob man die Kugeln auf dem Erer zierplaze pfeifen hört oder im Ernstfalle, wo die Rosse, ſchen: end in die Linien sprengen oder laut aufwiehernd vor Schmerz sich im Sande wälzen, wo gute Kameraden stürzen, lautlos oder mit einem dumpfen Schrei, wo das Blut spritzt oder Schimmernde Fäden an lebendigen Leibern niederrinnen. ( Fortsetzung folgt.)