fich die Mohammedaner vertrauensvoll unter seinen Schutz begeben und die silberne Sichel als neues Wahrzeichen dem Kreuze gegenüber aufgestellt, ähnlich wie man schon im Alter= tum kleine eherne Metallbilder in Mondgestalt als Amulette gegen bösen Blick und allerlei Zauber umhängte.
Dabei hatte Arnold nicht bemerkt, daß die Dame von vorhin in das Kupee getreten ist.
,, Wie gut Sie sind! Und wie ich Ihnen danke!" ,, Nein, ich ich muß noch um Verzeihung bitten", Offenbar hatte sie noch die Scheltworte des jungen Man- nimmt sie heftig das Wort. Wie durfte der Tölpel von nes gehört. Der machte ehrerbietig Plaz, aber sie nahm nicht Gepäckträger auch die schwere Hutschachtel gerade Ihnen zu die mindeste Notiz von ihm, musterte mit sicherem Blick die Häupten auf das Netz legen! Dazu meine Ungezogenheit, Gepäckstücke und entlohnte den Bringer, setzte sich auf ihren daß ich kein Wort der Erwiderung kannte auf die Fragen, Plaz und las aus einem Buche, das sie einem Pompadour die Sie an mich gerichtet aus Silberfiligran entnommen. ,, O, das holen wir nach! Dafür plaudern wir jetzt um so eifriger!"
Der Zug setzt sich in Bewegung.
Die Dame ist wirklich bildhübsch das findet Arnold von neuem. Aber diesmal hütet er sich, es laut zu denken. Ja, er gibt sich reichlich Mühe, sein Gegenüber so diskret wie irgend möglich zu beobachten.
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Wie in allem Aberglauben ein Körnchen Wahrheit liegt, dem vielen Falschen etwas Richtiges beigemengt erscheint, so dürfte es sich auch bezüglich des Einflusses des Mondes auf Welt und Menschen verhalten. Er gehört einmal zu jenen Dingen zwischen Himmel und Erde, von denen sich unsere Und sie sprachen von Büchern und Menschen, von Theater Schulweisheit nichts träumen läßt, und Lichtenberg hat, geund Musit, von der Landschaft, durch die sie das Dampfroß rade im Hinblick auf die neueren Theorien über die Wechselschier auf Windessittichen dahintrug, und dem Sommer, der beziehungen zwischen Mond und Wetter vielleicht den Nagel die Welt ringsum eben in sein farbensattes Kleid gehüllt. auf den Kopf getroffen, wenn er den drastischen Ausspruch tat: Er dagegen wird keines Blickes gewürdigt. Sie sprachen und er ward inne, eine wie echt frauen„ Der Mond soll zwar keinen Einfluß auf das Wetter ,, Da habe ich was Schönes angerichtet!" sagte sich Arnold. hafte Denkweise hinter jener ernst- heiteren Stirn wohnte, haben, aber er hat ihn doch." Die Erzeugung von Ebbe und Während der ganzen so weiten Reise lechzte ich ordentlich während sie mit einer Freude, über die sie sich nicht RechenFlut deutet gewiß auf eine geheimnisvolle und wunderbare nach einem Abenteuer. Und jetzt, wo sich endlich einmal die schaft abzulegen vermochte, merkte, daß sie die so fröhlich dreinKraft hin, die sich in anderen Punkten auch auf Seele und Gelegenheit bot, mußte ich die Dummheit begehen, es von schauenden Augen des ihr gegenübersizenden Mannes sich im Körper des Menschen erstrecken mag, und mehr als eine aus- vornherein unmöglich zu machen! Aber wagen will ich's mer tiefer in ihr Herz stahlen. gebrannte, wertlose Schlacke, als die ihn die Wissenschaft eine doch" Sie sprachen und schließlich wußten beide kaum mehr, Zeit lang abtun wollte, haben wir jedenfalls in ihm zu sehen. Er räuspert sich und will beginnen. Aber da strauchelt was die Lippen kündeten. Um so lauter pochten die Herzen. Feste Grenzen zwischen dem, was als berechtigter Glaube oder er schon über die Anrede. Ein Backfisch- das war sein Die Hutschachtel aber hatte es jetzt fein. Sie stand auf dem fantastischer Aberglaube gelten muß, hat gerade die Mete- Gegenüber ganz bestimmt nicht mehr. Im Grunde liebte er weichen Polster, dicht neben Arnold. Von Zeit zu Zeit rückte orologie bisher am wenigsten zu ziehen gewußt, um so mehr, ohnehin die Frauen,„ die lieblich entknospete Weiblichkeit", er sie sogar sorgsam zurecht, daß sie ja nicht herunterfalle als viele unserer Wetterregeln sich ja in durchaus natürlicher in entschieden höherem Grade. Aber wenn er nun anhob: Weise erklären lassen. Wir denken dabei nur an den soge- ,, Meine gnädige Frau!" und die Dame war noch unverheiratet, nannten Hof oder Ring des Mondes, der bei allen Völkern dann hatte er wieder eine neue Dummheit beganger' als Zeichen des nahenden Regens aufgefaßt wird und es in Er verschluckt also die Anrede und beginnt: der Tat auch ist, denn hier handelt es sich um nichts anderes, ,, Vielleicht darf ich Ihnen meinen Plaz anbieten! Sie als die Brechung seines Lichts in den der Erde entstiegenen bekommen Zugluft! Oder wünschen Sie, daß ich das Fenster trüben Dünsten, deren Feuchtigkeit naturgemäß zu baldigen schließe?" Niederschlägen führen muß. Und so lange die Wissenschaft
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die rätselhaften Erscheinungen, die wir an Mondsüchtigen Da der Wind geradezu stramm hereinbläst, hält Arnold beobachten, nicht zu erklären vermag, wird man es den es für geboten, trotzdem das Fenster zu schließen. Dabei fann Bauern wie der Masse des weniger gebildeten Volfes nicht er nicht umhin, einen Blick auf das Buch zu werfen. Und da verübeln können, wenn sie nach wie vor allerlei abergläubische er scharfe, gesunde Augen hat, liest er: Vorstellungen mit dem bleichen himmlischen Nachtwandler Derknüpft.
Die Hutschachtel.
Novellette von Silvester Frey.
( Nachdruck verboten.) B
Arnold lehnte sich aus dem Kupeefenster. „ Jst denn hier ein längerer Aufenthalt, Schaffner?" " Nur wenige Minuten! Das heißt: so genau läßt sich das nicht sagen! Je nachdem der Zug aus Thüringen, der jenseits des Bahnsteiges hält, mehr oder weniger Passagiere abliefert!"
In eben dem Augenblick ging eine Dame vorüber. Alle Wetter, ist die hübsch!"
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,, Romeo und Julia auf dem Dorfe!" Wie beneide ich Sie, daß Sie ein so herrliches Buch mit sich führen! Gott fried Keller ist nämlich mein Lieblingsautor!"
Statt jeder Erwiderung rückt sie so weit weg, daß fünftig der Einblick in ihre Lektüre unmöglich ist.
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Arnold sah die fein geformte Hand, die vorhin so lindernd auf seiner Stirn geruht. Dabei übertam ihn ein Verlangen, diese Wonne nochmals zu durchkosten- ein Ber langen, dessen er faum mehr Herr zu werden vermochte. „ Das Pflaster ist ja abgefallen!" sagt die Dame.„ Halten Sie still, wir müssen ein neues auflegen." Glückselig zugleich heimlich lächelnd bietet er die Stirn dar.
Aber diesmal wurde Arnold dabei ertappt, wie er's eben mit Nach kurzer Zeit war das Pflaster wieder verschwunden. verstohlener Geste herunterriß.
Die Dame hob drohend den Finger:
,, Wenn Sie unfolgsam sind, muß ich mein Samariter werf einstellen!"
Arnold beißt sich ärgerlich auf die Lippen. Die Ge- von legenheit, ein Gespräch anzuknüpfen, ist, das leuchtet ihm ein, unwiederbringlich geschwunden.
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, Bitte, bitte!"
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Nun denn noch dies eine Mal!"
Damit sie bequemer hantieren könne, streift sie jetzt auch der Rechten den bisher bergenden Handschuh. Arnold jubelt auf.
,, Was haben Sie?" fragt sie erstaunt.
„ Ich oh, ich sehe, daß Sie zwei Trauringe tragen! Verlust erlitten?" „ Und darüber freuen Sie sich daß ich einen solchen fret sind!" „ Jawohl! Unbändig! Denn das besagt, daß Sie
Oben aber auf dem Tragnez hockte ein Kobold- einer jener Gewalten, die uns unsichtbar begleiten, wohin sich auch Sie sind also Witwe!" unser Reiseziel lenken mag. Der kleine Geselle hatte, in eine Ecke gekauert, die beiden Menschenhinder unter drolligem Grinsen beobachtet. Leise troch er jetzt auf die Hutschachtel eigentlich muß man sagen: Hutkorb, denn um ein so an sehnliches Gepäckstück handelt es sich setzte sich rittlings auf die eine Ecke und tippte und wippte hier so lange, bis es pardauz! herunterfiel und dabei Arnolds Stirn streifte.
Ein leiser Schrei tönte von den Lippen der Dame. „ O Gott, Sie bluten ja!" bedauerte sie, erschreckt herzu
eilend.
So waren Arnolds Gedanken. Allein er dachte sie so laut, daß sie bestimmt von der Dame gehört werden mußten. Gie wandte feinen Blick zurück. Jedoch ihre Wangen übergoß tiefes Rot- das sah der sonst so wohlerzogene junge Mann deutlich, der sich darüber spitzbühisch wie ein kleiner Junge freute. Ein Gepäckträger, befrachtet mit einer Anzahl von Reiſe- ſchentuch auf die Wunde pressen will. „ Pah, es ist nichts", erwidert Arnold, der eben sein Tastücken, ging suchend die Kupees entlang. Doch sie kommt ihm zuvor, indem sie das ihre benügt. Ein feines Parfüm strömt Arnold entgegen. Behaglich zieht er den Duft ein. Gleichzeitig fühlt er, wie Finger, so zart wie die einer Elfe, sich auf seiner Stirn zu schaffen machen. ,, Vielleicht tragen Sie etwas englisch Pflaster bei sich?" Arnold nestelt seine Brieftasche auf und entnimmt ihr Gewünschte.
Vor dem, wo Arnold seinen Plaz hatte, blieb er stehen. Er stieg ein und lud ein Stück nach dem andern in das Netz zu oberst des Sizes, der sich gegenüber dem des jungen Man
nes befand.
Innerlich knirschte dieser freilich:„ Ade, trautes Alleinsein!" Dagegen ließ sich doch mal nichts machen. Als aber der Gepäckscherge, nicht zufrieden damit, die gesamte gegen übrige Negreihe mit Schirmen, Kisten und Koffern in allen möglichen und unmöglichen Größen beladen zu haben, jetzt sogar ihm zu Häupten eine riesige Hutschachtel schieben wollte, tochte die bislang verhaltene Wut auf und machte sich in durchaus deutlich zu verstehenden Ausdrücken Luft.
,, Geb ich den Taß weg, rennt mir Stephanie auf und davon!"
,, So laß sie rennen!"
„ Das darf ich nicht, ich bin der Graf von Kwelerath!" Und als solcher hast Du die Pflicht, vor allen Dingen Deine Jungen zu brauchbaren Menschen zu erziehen. Sie werden einst vielen Brot zu geben haben, da müssen sie fähig sein, ihren Posten auszufüllen. Adel verpflichtet!"
,, Wenn ich mich mit Stephanie verständigen könnte!" Das gib nur auf! Jm Guten geht es nicht, vielleicht aber ich glaube es nicht, im schlechten!"
,, Wenn mich mein Weib verläßt?" ,, Dann sagst Du aller Welt warum!"
,, Gut, ich handle nach Deinem Rat- im Alter will ich meine Ruhe haben!"
,, So geh zu Deinem Weibe, rede gleich mit ihr!" O, das hat Zeit bis morgen!“
Blut!"
Nein! Schlaf wohl und denke an Dein Fleisch und
das
Sie errötet.
Tiefes Schweigen. Dann erwidert ste, indem sie sichtlich mit sich kämpft:
,, Aber wir haben sehr glüdlich gelebt der teure Tote völlig in mir zum Schweigen zu bringen! Vor allem- wird und ich! Ich werde Mühe haben, die Erinnerung an ihn auch der, dem ich die Hand zum neuen Bunde reiche, mir Ges währ bieten, daß sie nunmehr einem in der Tat Würdigen gehört?"
Sie sagt es mit zittriger Stimme. Er beugt sich vor und erfaßt ihre Hand- die so schöne, schlankfingrige Hand, die er- und sie läßt es geschehen! ehrfurchtsvoll an seine Lippen führt.
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,, Das verspricht er in treuem Gelöbnis! Die Probezeit die bestimmen Sie selber!-Nur bittet er, sie möglichst furz zu bemessen! Denn das Glück, das Sie ihm in Aussicht Beglückt verfolgt er mit den Blicken jede Bewegung seiner stellen werden Sie ihm verdenken, daß er sich darnach schönen Helferin. Wie sie das Stückchen Taffet, nachdem er sehnt, es zu fassen und auszufosten? Vorläufig das gesteht sich geweigert, es zu benetzen, an die Lippen führt und an- er Ihnen ist er aus Rand und Band vor Freude! Die feuchtet. Schließlich legt sie es auf die blutende Stelle und ganze Welt möchte er umarmen! Voran natürlich Sie und läßt die Hand darauf ruhen, bis es trocken geworden ist. alles, was Ihnen zu eigen. Sogar diese Hutschachtel!" wärtige Amt berufen worden. Den vierwöchentlichen Ur " So- o, hat Dir wohl auch Dein guter Freund, den laub vor Antritt seines neuen Postens verbrachte er nun Du vierzehn Jahre nicht gesehen, eingeredet?" endlich bei seinem Jugendfreunde Egon Kwelerath. „ Das habe ich schon längst gewußt, Stephanie!" " Und nie ein Wort drüber verloren, merkwürdig in der
„ Ich denke ja!"
Tat!"
,, Weil ich von der Zukunft hoffte!"
" Und Deine Hoffnung wird zu Schanden in dem Augenblice, in welchem Herr von Prechten Deine Schwelle betritt! Sehr wunderbar, lieber Egon!"
,, Vielleicht war es eine Fügung Gottes!" „ Jedenfalls ist's eine bequeme Ausrede!- Taß wird in Rwelerath bleiben!"
,, Nein!"
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,, Dann geh ich mit ihm!" „ Das würde mich furchtbar treffen, aber ich fönnte Dich nicht hindern!"
Die Gräfin hatte sich aufrichtig gefreut, als sich Prechten anfagte. Ihr Mann verließ seine Güter fast nie. Als er sie geheiratet, hatte er den Abschied genommen, um sein großes
Besitztum selbst zu bewirtschaften. Sein Vater war schon Behn Jahre früher gestorben, kurz vor Ausbruch des Krieges gegen Österreich. Siebzig wurde Kwelerath als Reserve offizier zum Regimente eingezogen und nahm rühmlichen Anteil an mehreren Schlachten und Gefechten.
Ihr Vater tommandierte nach dem sechsundsechziges Feldzuge die Demminer Ulanen, er kam von der Garde. Seine Vermögensverhältnisse waren teine glänzenden gewesen, die schöne Stephanie wollte heraus aus des Lebens Enge und verdrehte dem gutmütigen, reichen Egon Kweles Ich bin abgespannt, lieber Egon, schlaf wohl!" rath unschwer den Kopf, sie wähnte, mit Geld und Gut könne Da erst erkennt Graf Kwelerath, was für eine vorzügliche man sich ein Dasein schaffen, wie man es wünsche. Und ihr Schauspielerin seine Frau ist. Das Blut schießt ihm zu Mann trug fie auf Sänden, aber das Grau des Alltags Die Tür fiel ins Schloß, der Graf blieb allein. So war Kopf, er tnirscht mit den Zähnen und herrscht sie an: konnte sie nicht bannen, denn seine Sorgen waren nicht die der Wussow schon als Junge gewesen, zäh bis in die Puppen, ,, Spar mir gegenüber Dein Theaterspielen, die Zeiten ihren, auch seine Freuden nicht. Die Berliner und Bots den brachte keiner von seinen Vorsägen ab, niemals ging er sind vorbei!" damer Salons standen geistig auf einem höheren Niveau, um den heißen Brei, mochte die Geschichte noch so unangenehm Sprachlos sieht sie ihren Mann an. Der dreht sich kurz hier auf dem Lande in Pommern redete man von der Wirt sein, er würgte sie rücksichtslos ab, mußte er auch Haare um und verläßt ohne ein weiteres Wort das Zimmer. schaft, den Preisen, Avancements, den letzten Jagden, frischte dabei lassen. Kwelerath stützte den Kopf in die Hand. Eine Feldzugserinnerungen auf und tummelte ein wenig das böse Stunde würde. für ihn fommen, wenn er jetzt zu seinem politische Schlachtroz. Bismard war Fleisch von ihrem Wetbe ging; aber der Wussow hatte ihn gepackt, vor dem Kwelerath hatte seinem Weibe viel von Wussow Prech Fleische, Blut von ihrem Blute, mit Stolz blickten sie auf wollte er nicht als schlapper Kerl dastehen, er, der den roten ten erzählt; die Freunde standen in Briefverkehr. Mehr- ihn, den geistig turmhoch über ihnen Stehenden. Stephanie Adler mit Schwertern und das eiserne Kreuz besaß, ehrmals hatte er kommen wollen, immer hatte sich ein Hinder- Kwelerath hörte das Gepolter der Herren, an dem sich manche nis eingestellt. Einen Diplomaten wirft das Schicksal durch brave Landjunkersfrau mit großem Redeschwall beteiligte, Schwerfällig erhob er sich und ging über den Flur in die ganze Welt. Prechten war während des sechsundsechziger mit herunterhängenden Mundwinkeln an und dachte sich ihr das Boudoir seines Weibes. Bei seinem Eintritt sah sie Bei seinem Eintritt sah sie Krieges in Petersburg, siebzig in London unter dem Bot- Teil und schwieg. Sie hatte die letzten Jahre der Konfliktsflüchtig von einem Buche auf, dann las sie weiter. Kwele schafter Grafen Bernstorff gewesen und dort hatte er sich die zeit vor sechsundsechzig in Berlin, wenn auch als junges rath würgte es in der Kehle. Stephanie wußte, daß er kam, ersten Sporen verdient. Die Sympathien der Engländer Ding, mit erlebt. Ihr scharfer Verstand ersetzte das Fehlen um über den Taß mit ihr zu reden und sie tat, als ginge den eingefädelt, die Londoner preußische Botschaft befand der Wissenschaft, mit Leuten, die in Opposition zu Bismarc waren auf Seiten Frankreichs, Intriguen auf Intriguen wur- der Jahre, sie war zusammengetroffen mit ersten Koryphäen
lich erworben vorm Feinde!
sie das gar nichts an. Mit wenigen Worten schoß er auf sein Ziel los. „ Der Taß muß weg, Stephanie, es hilft alles nichts!" Ruhig schlug sie eine Seite um. „ Der Gedanke wäre Dir nicht einmal im Traume gekommen, wenn dieser Prechten uns nicht aufgesucht hätte, um unsern Frieden zu stören!"
IV.
sich damals in des Wortes verwegenster Bedeutung auf dem standen. Gewiß, er hatte den Erfolg für sich und sie freute Kriegsschauplaze. Kein ehrlicher Feind stand ihr gegenüber, sich dieses Erfolges, denn auch in ihren Adern rollte troziges sondern eine Clique von Ränkeschmieden, von jeher waren Junkerblut, aber ihr Verstand sagte ihr, daß andere auch das die englischen Diplomaten und sind's geblieben bis auf das Recht haben, ihre politische Meinung zu äußern und daß den heutigen Tag. Aber Bernstorff mit seinem Stabe hatte man ihren Reden mit Respekt folgen müsse. Ihr war es alle Schläge geschickt pariert, und der unaushaltsame Vor- nicht gegeben, sich in den Jdeenkreis der pommerschen Junker marsch der deutschen Armeen mar seine beste Unterstützung hineinzufinden, er schien ihr eng, beschränkt, da hatte sie gewesen. Da war Bismard auf Mussow Prechten aufmerk- bald nur ein mitleidiges Lächeln für die Männer übrig, die „ Ich dächte, mit dem Frieden in unserm Hause wäre es sam geworden, er wurde der neuen deutschen Botschaft in sich führen ließen in blindem Vertrauen, denen es mangelte Washington nach dem Feldzuge als erster Legationssekretär an eigener Urteilskraft. zugeteilt und war soeben als vortragender Rat in das Aus
Gie las meiter, er wurde heftig.
schon längst vorbei!"
,, Bin ich etwa dran schuld?"
Redaktion. Rotationsdruck und Verlag von Th. Süß. Wilhelmshaven. Telephon Nr. 16.
( Fortsegung folgt.)
