Dies ist oft genug geschehen, sowohl bei uns in Deutschland,| 150 000 Menschen. In dem manchmal geradezu beängstigen-| gegenstand, entweder Gemälde, Radierung usw. oder eine wie anderwärts. Freilich ist solche Feststellung durch einen den Straßengewühl ist es natürlich auch nicht ausgeblieben, Bronze, alles Werke von ersten Meistern, zu gewinnen. Wer vierbeinigen Kriminalisten feineswegs unbedingt beweis- daß Kinder ihrer Obhut abhanden tamen. Auf den Polizei eine Serie von 10 Losen tauft, muß unbedingt einen Gefräftig, und wenn nicht andere schwerwiegende Indizien stationen wurden insgesamt 22 führerlose Kinder einge- winn erzielen, deshalb kann der Ankauf dieser Loſe aufs hinzukommen, wird man mit solchen Feststellungen eben nicht liefert. angelegentlichste empfohlen werden. Die Lotterie ist ideal sonderlich viel anfangen können. Die Lieblingsblume des Grafen 3 ep- zu nennen, da das Ausstellungskomitee für seine BemühunIndessen stehen wir doch erst im Anfange der Polizei- pelin. 3ur Erinnerung an die Pfingstfahrt des Grafen gen nichts erhält und der ganze zur Verfügung stehende Behundbewegung, die, wie gesagt, ihr erstes Dezennium noch 3eppelin, die auch über Leipzig ging, wurde beschlossen, in trag von 150 000 M den Künstlern durch den Ankauf der Genicht lange überschritten hat. Etwa fünfhundert Polizei- einer Villa in Goschwitz eine Zeppelin- Eiche zu pflanzen. winne zu Gute kommt. Lose à 1 M( für Porto und Liste verwaltungen in Deutschland halten zurzeit Polizeihunde, Man fragte beim Grafen Zeppelin an, welche seine Lieblings- 25 extra) sind bei den Königl. Preuß. Lotterie Eindie sorgfältig abgerichtet sind, und dem Polizeihundverein blume sei, da die Teilnehmer des Festes sich mit dieser nehmern, in allen durch Plakate fenntlichen Loseverkaufsgehören etwa dreimal soviel Mitglieder an. Blume schmücken wollten und auch der Platz, auf dem die stellen zu haben und durch die Lose- Vertriebs- Ges. K. Preuß. Eiche steht, mit diesen Blumen bepflanzt werden sollte. Auf Lotterie- Einnehmer, Berlin, Monbijouplatz 2 sowie die Firdie Anfrage ging ein Telegramm aus Friedrichshafen ein, ma A. Molling, Hannover, zu beziehen.
Natürlich ist es mit der Einstellung solcher Hunde bei einer Polizeiverwaltung durchaus nicht allein getan. Es gehört auch dazu, daß geeignete Beamte vorhanden sind, die sich die Abrichtung und die tägliche übung mit dem Hunde angelegen sein lassen. Dazu gehört aber auch eine besondere Fähigkeit des Beamten und viel, viel Zeit.
Es wohl also wohl noch recht viel Zeit vergehen, ehe der Polizeihund in Deutschland die Bedeutung hat, die ihm in Kriminalfällen beim großen Publikum zugeschrieben zu werden scheint. Denn das Beamtenpersonal wird sich selbst erst an dieses neue Moment der Kriminalistik gewöhnen müssen, um es seiner wirklichen Bedeutung gemäß zu benützen.
Vermischtes.
Seemannstod.
OREGEERD
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in dem der Dank des Grafen ausgesprochen und mitgeteilt- Spinat für den Winter zu schaffen, ist wird, daß die Nelke die Lieblingsblume des Grafen sei. für alle Gemüseesser von Wichtigkeit, da ja Spinat sehr ge* Seemannslos. über ein schweres Schiffs- sund und ein gangbarer Marktartikel ist. Der praktische unglüd berichten dänische Blätter von der nordöstlich der Ratgeber im Obst- und Gartenbau in Frankfurt a. Oder Lofoten gelegenen Insel Hindö. Vor dem an der Südseite hatte auf Anregung aus seinem Leserkreis die Preisfrage der Insel gelegenen Orte Lödingen fenterte das dortige gestellt, wie man am besten einen Haushalt für den Winter Lotsenboot, als es einem englischen Dampfer, der durch mit Spinat versorgt. In der neuesten Nummer werden nun Flaggen signal um einen Lotsen bat, bei schwerem Wetter die preisgekrönten Arbeiten zweier Praktiker veröffentlicht, zusteuerte. Alle drei Insassen fanden in den Wellen den die genau beschreiben, wie sie in ihren Betrieben den nötigen Winterspinat heranziehen. Es müssen mehrere Aussaaten, Die weise Frau. Das gemeingefährliche Trei- vom August beginnend, gemacht werden, so daß man Spinat ben gewisser ,, weiser Frauen" wurde wieder in einer Verhand- beete in verschiedenen Entwicklungsstufen hat. Die Beete lung beleuchtet, mit der sich die zweite Ferienstrafkammer des für die eigentliche Winterernte müssen so angelegt werden, Kassel, 1. Sept. Die Typhusepidemie in Kassel Landgerichts III in Berlin zu beschäftigen hatte. Der Schrei- daß sie geschützt werden können. Spinat will Boden in alter und in den Vororten nimmt stündlich zu. Amtlich sind 110 ber Hans Mazanke, dessen Frau Jda und die Arbeiterfrau Dungkraft, aber keinen frischen Dünger, da er sonst scharf schwere Fälle festgestellt worden. Die Zahl der Leicht- Melanie Hennig waren angeklagt. Frau Mazanke ist der schmeckt. Diejenigen unserer Leser, die sich für Spinatbau crkrankten and Typhusverdächtigen ist so groß, daß alle Kriminalpolizei schon seit langer Zeit als sogenannte„ weise interessieren, erhalten auf Wunsch die betreffende Nummer Kiantenhäuser gefüllt sind. Frau" bekannt, die sich mit Dingen befaßt, die gegen den Pa- vom Geschäftsamt des praktischen Ratgebers in Frankfurt * Camphausen, 1. Sept.( Amtlich.) In dem ragraphen 18 des Strafgesetzbuches verstoßen. Sie ist wegen a. Oder postfrei zugesandt. im Abteufen begriffenen Schacht Camphausen stürzte gestern Beihilfe zu einem derartigen Verbrechen schon einmal mit Ginguter Bote.„ Jeder für sich" ist ein uralter Abend 11 Uhr die Mauerbühne in den Schacht. Hierbei einem Jahre Gefängnis bestraft. Durch ihre Tätigkeit hat Wahlspruch, der seine Berechtigung hat, aber zuweilen auch verunglückten vermutlich 8 Arbeiter tötlich, die auf der sie jetzt zwei Familien unglücklich gemacht. Sie erließ in namentlich für den anderen etwas unangenehm werden - nach der Daily News" beim Halten Bühne beschäftigt waren. Die Bühne ging mittels Stahl- Provinzzeitungen Inserate, in denen sie ihren Rat und Hilfe fann. So ruft drahtseiles an einer Dampffördermaschine. Die Bremsvor- in diskreten Fällen anbot. Auf dieses Inserat hin meldete eines Zuges ein Reisender einen auf dem Bahnhof herumlun: richtung beim Tieferlassen der Bühne versagte, so daß sich sich ein in Konstadt in Schlesien wohnhaftes Fräulein M., gernden Jungen, gibt ihm ein Sixpencestück und sagt ihm: das Seil schnell abwickelte und die Bühne in die Tiefe stürzte. das ein Liebesverhältnis mit dem Postassistenten L. unter: Besorge mir ein Stück Kuchen, eines kaufe Dir selbst und Die Bergungsarbeiten sind im Gange. halten hatte. Um die Folgen dieses Verhältnisses beseitigen gib mir dann die übrigen zwei Pence zurück." Ein paar MiNürnberg, 1. Gept. Der in deutschen Buch- zu lassen, tam Fräulein M. nach Berlin und fand in der nuten darauf kommt der Kleine aus dem Wartesaal zurüd, druckerkreisen wohlbekannte Gründer der Maschinenfabrik Wohnung der Frau Hennig Aufnahme, wo dann die unter mit einem Kuchen in der Hand, in den er kräftig und mit Rempewerk in Nürnberg, Karl Kempe, ist heute gestorben. Anklage stehenden strafbaren Handlungen vorgenommen offenbarem Behagen hineinbeißt, und reicht seinem Auftrag* Breda, 1. Sept. Ein Schiffer aus Rotterdam, wurden. Schon am nächsten Tage wurde ein Arzt hinzuge- geber vier Pence mit den erklärenden Worten zurück:„ Es der Maaßwasser getrunken hatte, ist gestern in der hiesigen zogen, der die sofortige überführung der offensichtlich schon dem war bloß noch ein Stück da." Sprach's und trollte sich Isolierbaracke an der Cholera gestorben. Tode verfallenen M. ins Krankenhaus anordnete. Dort starb
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29'
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Litterarisches.
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London, 31. Aug. Aus Havana wird gemeldet: die M. bald nach ihrer Einlieferung. Als der Geliebte der Man fürchtet, daß zwei Schiffe unbekannter Nationalität bei M., der ihr 150 Mark für die Reise nach Berlin gegeben hatte, der Isla de Pinas mit allen an Bord befindlichen Personen von dem tragischen Ausgange hörte, packte ihn die Berzweif- Eingegangene Bücher und Zeitschriften; Besprechung nach Auswahl vorbehalten. untergegangen sind, sowie, daß der Küstendampfer Nicolas" lung. Er ging in den Wald und jagte sich eine Kugel in den Eingegangene Bücher und Zeitschriften; Besprechung nach Auswahl beim jüngsten Sturm verloren ging. Kopf. Vor Gericht beantragte der Staatsanwalt mit RückSelbstanfertigung der Wäsche lehrt und über Neuheiten informinert am Newyork, 1. Sept. Einer der beiden Diebe, die sicht auf die Gemeingefährlichkeit derartiger Straftaten eine gründlichsten und besten die im Verlage von John Henry Schwerin, Berlin am 8. Juli auf dem Postamt am Minoritenplay in Wien Zuchthausststrafe von je drei Jahren, während Rechtsanwalt W. 57. erschienende Monatschrift Illustrierte Wäsche- Zeitung, deren reichaus dem unverschlossenen Schalter in Abwesenheit des Be- Bahn die Notlage der Angeklagten, die sie zu ihrer Hand- baltige Septembernummer soeben zur Ausgabe gelangt ist. Abonnements auf Juustrierte Wäsche- Zeitung" für nur 60 Pfg. vierteljährlich durch alle amten 119 000 kronen in 1000- Kronenscheinen stahlen, ist lungsweise getrieben habe, als mildernden Gesichtspunkt an- Buchhandlungen und Bostanstalten. Gratts- Probenummern durch erstere und den Verlag. heute in der Person des Engländers Robert Freemann ver- führte. Das Gericht erkannte auf je ein Jahr Zuchthaus. haftet worden. - Reiseverkehr nach der Schweiz. Das * Santiago de Chile, 1. Sept. Die Regie Internationale öffentliche Verkehrsbüro in Berlin, Unter rung wird die Künstler Europas und Amerikas zur Teil- den Linden 14, schreibt uns: Da aus Anlaß der Besichtigung nahme an der Kunstausstellung einladen, die anläßlich der des Reichsluftschiffes 3. 3" in Friedrichshafen durch die Jahrhundertfeier der Unabhängigkeit und Einweihung des Mitglieder des Reichstags und des Bundesrats in den ersten neuen Kunstpalastes im September 1910 hier stattfinden soll. Tagen des Monats September ein lebhafter Verkehr von Von der Berliner Fest stimmung an- Norddeutschland nach dem Bodensee zu erwarten ist, werden läßlich des Zeppelin- Tages geben folgende Ziffern einen un- die Nachtschnellzüge D 69 und D 70 zwischen Berlin und gefähren Begriff: Die Straßenbahnen beförderten am Sonn- Lindau noch bis mit 6. September durchgeführt( Berlin an abend rund 1 450 000, am Sonntag 1 650 000 Personen und 9,47 vorm., ab 9,45 abends). erreichten mit diesen Ziffern den Reford des Verkehrs seit
ben Verlag.
Die Moden- und Familienzeitschrift Mode und Haus, Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 57, bietet neben Belletristik einen reichen Modeteil, Handarbeiten, die„ Illustrierte Kinderwelt", die spannende Romanbeilage und Mode und Haus" fostet pro Quartal nur 1 Mt., mit vieles andere noch. Moden- resp. Handarbeiten- kolorits Mt. 1.25. Abonnemts bei allen Buchbandlungen und Bostanstalten. Gratis- Probenummern bei ersteren und durch ,, Ein Bruder und eine Schwester- Kommissionsverlag E. Jvens, Gutin( Holstein). Diese neueste Schöpfung von Gräfin Annie Baudissin reiht sich den übrigen Werfen der feinsinnigen Verfasserin glänzend an. Al Trägerin eines in der Welt des Geistes und der Geburtsaristokratie bekannten Namens, den sie meist nnter dem Pseudonym; A. v. Bauer verbirgt, ist sie erfüllt von heißer Liebe zum Holstenlande. Aufgewachsen an der Waters Die Kunst in der Häuslichkeit. Am tante, vertraut mit dem Millen der Offizierwelt der Armee und Marine, ihrem Bestehen. Die Omnibusse beförderten am Sonntag 4. Oktober d. Js. findet die Ziehung der Großen Berliner schildert sie den Lebenstampf eines edlen Baares. Das Werk ist durch 55 000 Menschen mehr, wie sonst an besten Sonntagen. Die Kunstausstellungs- Lotterie statt. Hier ist jedem Gelegenheit glüht von patriottichem Gefühl zum meerumschlungenen Vaterlande und auch zu unsern neuesten Kolonien. Ein Buch für jeden, der das Schöne, wo Hochbahn beförderte am Sonnabend 160 000, am Sonntag geboten, für eine Mark, soviel kostet das Los, einen Kunst- er es auch findet, sich zu eigen macht.
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Um Taß willen schweigt er und packt die Sachen des Jungen ein. Die Gräfin hat sich auf einen Stuhl gesezt und schluchzt mit ihrem Liebling um die Wette, zum Gotterbarmen. Nach einer halben Stunde ist der Junge reisefertig. ,, So lange Du Dich danach beträgst, werde ich Dir monat= lich tausend Mark zahlen zu Deinem standesgemäßen Unterhalt, bis zu Deiner Rückkehr nach Kwelerath, aber ich be= tone, die Zahlung findet nur direkt von mir an Dich statt, kenne ich Deine Adresse nicht, so rühre ich keinen Finger für Dich!"
Dann reicht er seiner Frau die Hand.
Auf Wiedersehen, Stephanie, darf ich den Leuten sagen, Du kämst bald zurück?"
Ihre Lippen zucken, stände dieser Prechten nicht unten auf der Straße, vielleicht führe sie mit nach Rwelerath. ,, Warten wir ab, was aus Taß wird!"
Da nimmt ihn der Vater beim Arm.
„ Hast Du gehört? Wenn Du Dich gut beträgst, kommt Mama bald wieder nach Hause!"
Aber der Junge sagt nichts, er weint nur zum Stein und
Bein erweichen.
Noch einmal füßt die Mutter ihren Liebling unter Tränen. Der flammert sich fest an ihren Hals und will nicht vor ihr gehen, aber der Vater macht furzen Prozeß, er faßt ihn bei der Hand und zieht ihn zum Zimmer hinaus.
Als sie auf die Straße treten, ruft Prechten eine vorüberAls sie auf die Straße treten, ruft Prechten eine vorüberfahrende Droschke an.
„ Haben wir noch auf Deine Frau zu warten, Egon?" Nein!"
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Kweleraths Stimme flingt verschleiert, die Stirn hat er in Falten gelegt. Prechten nicht mit dem Kopfe, so hat er sich auch alles gedacht.
Schweigen Sie und packen Sie die Sachen!" Nach einer Pause fragt Emma aber schüchtern: ,, Wohin reisen wir denn, gnädigste Frau Gräfin?" Ja, wenn sie das nur selbst wüßte! „ Jedenfalls fort aus Berlin!"
IX.
Der Pastor Drossin, eine große, hagere Erscheinung mit bartlosem, energischem Gesicht, empfängt die Herren und Taß auf der Bahnstation, telegraphisch ist er von ihrem Kommen in Kenntnis gesetzt worden. Kwelerath nimmt ihn sofort bei Seite und erzählt ihm die Vorgänge der letzten Tage.
„ Also, Herr Pfarrer, passen Sie, bitte, auf Taß scharf auf, ich glaube auf das Bestimmteste, meine Frau wird binnen furzem versuchen, den Jungen von hier fortzuholen!" wissen!"
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Herr Graf, teine Sorge, ich werde das zu verhindern
Bringen Sie dem Jungen vor allen Dingen Gehorsam und Bescheidenheit bei, er wird nach meinem Tode einen
großen Besitz zu verwalten haben, er soll seinem Namen einst
Ehre machen!"
Eine halbe Stunde später fuhren Kwelerath und Prechten nach Hause.
Da wurde der Junge ruhiger, der Herr Pfarrer war ja ein ganz guter Mann.
Der schlaue Taß hatte trotz seiner acht Jahre bereits übung, den Leuten nach dem Munde zu reden; bei seiner Mutter war er auf die Weise immer auf die Kosten gekommen, hatte er sie erst um den Finger gewickelt, dann stellte er seine Forderungen mit einer solchen Beharrlichkeit, daß ihr nichts anderes übrig blieb, als sie zu erfüllen. Genau so wollte er hier handeln.
„ Vor uns liegt Dumbfow, Taß!"
Ein langgestrecktes Bauerndorf sah aus dem Grün der Bäume heraus.
Der Junge machte ein sehr enttäuschtes Gesicht, Dumb. kow war ein kleines Nest, mit einfachen Gehöften.
„ Das langgestreckte, weiße Haus neben der Kirche ist nun vorläufig Deine zweite Heimat, mein Junge! Gott segne Deinen Eingang!"
Ruhig, ohne Galbaderei, hatte es der Pfarrer gesagt. Taß biß die Zähne aufeinander, am liebsten hätte er los: geheult. Aber er schämte sich vor dem Pfarrer- und den drei Jungen, die dort waren. In dem kleinen Hause, mit dem Gärtchen daran, sollte er nun wohnen?
Ein schlankes, etwa zweiundzwanzigjähriges Mädchen mit blauen Augen, blondem Haare und gesunden Gesichtsfarben trat aus der kleinen Gartenpforte.
Pfarrer Drossin ging mit dem Taß den sieben Kilometer langen Weg nach Dumbkow zu Fuß, er wollte dem Jungen Vertrauen zu seiner Person beibringen und ihn allmählich in die neuen Verhältnisse einführen, eine Kindesseele durfte nicht zu sehr aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Das sah Gepäd nahm ein Bauer aus dem Dorfe auf seinem Wagen mit.
,, Du wirst bei mir drei Kameraden vorfinden, Taß, ich hoffe, ihr werdet gut Freund werden. Der älteste, Alexander von Engen, ist schon zwei Jahre bei mir, die beiden anderen, Kurt Lamprecht und Hans Lüdenscheidt, sind wenig älter wie Du, während Alexander kommenden Sonnabend zwölf wird!" ,, Sind die auch bei Ihnen, weil sie zu Hause unartig waren, Herr Pfarrer?"
„ Hier bring ich unsern neuen 3ögling, liebe Maria!" Sie beugte sich herab zu Taß, reichte ihm die Hand und ihm freundlich in die braunen Augen. ,, Willkommen in Dumbkow, Taß, ich denke, wir werden uns recht gut vertragen!"
Ihre Stimme klang wohllautend, mild, der kleine Majoratserbe war zwar bis jetzt eine andere Behandlung gewöhnt gewesen, aber er faßte gleich zutrauen zur Tochter des Pfarrers. Er sah ihr offen in die Augen und dankte ihr in sehr gesetzten Worten:
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Sie sind sehr gütig, ich werde mich bemühen, Ihnen keinen Anlaß zu Klagen zu geben!"
Der Geistliche fuhr dem Jungen über die Wange. ,, Nun tomm, mein Kind, ich will Dich zu meiner Frau und Deinen drei Kameraden führen!"
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über Stettin fahren sie zu Dritt, zum Pfarrer Drossin nach Dumbkow, Aribert haben sie nicht mehr gesehen, er hatte noch Dienst. Der Taß heult weiter, aber er bekommt wedes vom Vater noch von Prechten ein gutes Wort zu hören.- Stephanie Kwelerath aber schämt sich aus ihrem Zimmer Da blieb der Geistliche stehen und sah seinen neuen Zögzu gehen. Was sollten die Leute von ihr denken? Einen ling an, die Frage hatte ihm gefallen. bodenlosen Haß bekommt sie auf ihren Bruder, natürlich hat ,, Mein liebes Kind, unartig sind wir alle, so lange wir der ihren Aufenthalt verraten. auf der Erde wandeln, denn wir verstoßen bis zu unserem Frau Drossin saß im Lehnstuhle, sie war gelähmt. Das Tode immer gegen Gottes Gebote. Was wir aber tun müssen, weiße Häubchen mit den breiten Bändern umrahmte ein blei das ist ankämpfen gegen die Erbsünde, die in uns allen stedt ches, von Leidenszügen durchfurchtes Gesicht. Sie reichte Taß von Geburt an, ein Christ sein, heißt ein Kämpfer sein, durch die schmale Hand, auf der die blauen Adern weit herausKampf werden wir mit mancher ,, Unart" fertig! Wir beide, traten. Der Junge machte eine stumme Verbeugung und Taß, wollen uns mit Liebe und Vertrauen entgegenkommen, füßte die spitz herausstehenden Gelenkknöchel. Sanft entzog keine Geheimnisse vor einander haben, dann werden wir bald die Pfarrerin dem neuen Zögling die Hand. gute Freunde werden!"
Als die Zofe zurückkehrt, befiehlt sie ihr sofort, die Sachen zu packen. Kurz setzt sie ihr auseinander, daß ihr Mann hier gewesen und Taß mitgenommen habe.
Der wird die Situation unangenehm, sie hat es in Kwe Terath so gut gehabt. „ Gnädigste Frau Gräfin, wollen wir nicht lieber nach Hause fahren, wenn der Herr Graf"
Redaktion, Rotationsdrud und Verlag von Th. Süß, Wilhelmshaven. Telephon Nr. 16.
( Fortfegung folgt.)
