Seinen Eltern gegenüber blieb er stets das liebevolle Kind und an den großen Feiertagen besuchte er sie stets da­heim in seinem Geburtshause, wo der Vater noch immer sein Uhrengeschäft hatte und auch noch fleißig arbeitete. Mit dem Geschäft ging es aber nicht mehr so flott wie früher, die Konkurrenz erdrückte ihn und seelisch gebrochen fehlte dem ergrauten Manne die Spannkraft, um den Kampf mit den zeitgemäßen Fachgenossen aufzunehmen.

Das Geschäft ging mehr und mehr zurück und das Haus war bereits verschuldet.

Auch im lokalen Teil der Zeitung stand noch ein langer| Kräften an der Tür, vergeblich; sie riefen durch das Fenster Artikel, der auf das eigenartige, voraussichtlich gesicherte um Hülfe, auch umsonst. Mehrere Stunden vergingen, bis Unternehmen hinwies. die Eingesperrten befreit wurden. Hieke fängt inzwischen Als der alte Müller das Blatt von seinem Sohne er- wider lustig Enten. hielt, schüttelte er anfangs den Kopf und starrte dann sin­Ein Sohn des dritt en Napoleon. In nend vor sich hin. Die alte Mutter aber füßte den Sohn Paris ist plötzlich vor einigen Tagen ein nicht mehr junger und sprach: Gott wird seinen Segen geben." Mann aufgetaucht, anscheinend bemittelt, der behauptet, ein Und so war es auch. illegitimer Sohn Napoleons III. zu sein. Man hat diesen An­Es wurde dem blinden Korbmacher mehr Geld ange- gaben nicht besonders starken Glauben geschenkt, denn in Paris boten, als er nötig hatte und nicht nur aus Hochherzigkeit, tauchen beinahe jeden Tag Abenteurer aus allen möglichey Immerhin hätte Christians Vater in seinem Geburts: sondern selbst aus Gewinnsucht, denn jeder Geschäftsmann Ländern auf. Trokdem verdient Monsieur de Dufayel mehr hause wohl auch noch die Augen schließen können, wenn nicht fah bei dem eigenartigen Unternehmen den sicheren Gewinn. Vertrauen, als ihm gezollt wird. Wie er nämlich einem fran­ein neuer Unglücksfall den Alten heimgesucht hätte. Für Mit sechs blinden Gehilfen eröffnete Christian Müller zösischen Journalisten aus Briefen, die sich in seinem Besize einen alten Freund, auf dessen Redlichkeit er hätte Felsen sehr bald das neue Geschäft. Aus Mitleid und Neugier tamen befinden, bewiesen hat, dürfte er mit seiner Behauptung recht bauen können, hatte er gut gesagt und zwar für eine größere anfangs die Kunden, doch bald sprach es sich herum, daß man haben. Vor allem ist seine ähnlichkeit mit dem charakteristi Summe. Der alte Freund aber starb plötzlich und da stellte nirgends so gut und so wohlfeil kaufen könne wie bei Chrischen Kopfe des Beherrschers des dritten Kaiserreiches ganz sich heraus, daß er so gut wie nichts sein Eigen genannt haffe, stian Müller, und so blühte das Geſchäft immer mehr und auffallend, dieselben dunklen Augen, die scharfgebogene Nase, und der alte Müller sollte nun dem Gläubiger die Schuld des mehr. der kohlschwarze Knebelbart. Und Leute, die den Kaiser ge­Verstorbenen bezahlen. Das Gericht tam ins Haus und der Den alten Müller aber sah man emsig im Laden und fannt haben, erklären, daß Monsieur de Dufayel ihm auch in alte Mann mußte Bankrott ansagen. Viel blieb bei dem im Kontor arbeiten, denn er war von seinem Sohne zum den Bewegungen und im Gange genau gleiche. Eine inter­Abschluß nicht übrig, obgleich ein Vergleich zustande kam, Geschäftsführer ernannt. Die Mutter aber war oben in der essante Geschichte erzählen aber die vergilbten alten Briefe, und trauernd verließ das arme Elternpaar das Haus, in dem Küche tätig und sorgte für eine gute Mahlzeit. etwa 70 an Zahl, die von der Hand Napoleons stammen. Der fie fünfunddreißig Jahre miteinander gelebt hatten. Man erkennt Sie ja gar nicht mehr wieder", sagte ein Kaiser stand Ende der sechziger Jahre in Beziehungen zu einer Bekannter zu dem Alten, als er ihn auf der Straße traf. jungen Pariser Schauspielerin, und das flüchtige Verhältnis Sie werden ja noch einmal jung auf Ihre alten Tage. Ja, mit Madame Luison de Dufayel entwickelte sich bald zu einer wer solchen Sohn hat, wie Sie, der fann wohl stolz sein!" innigen Neigung. Ein Vierteljahr, nachdem der Kaiser von " Ja, ja", entgegnete der Alte und Tränen glänzten in der Schauspielerin sich zurückgezogen hatte, erfolgte die Geburt seinen Augen, er ist ein wahres Sorgenkind, denn er hat eines Sohnes, für den sein Vater immerhin starkes Interesse meine Sorgen von mir genommen. Jetzt weiß ich, weshalb bewahrte. Er sorgte durch Niederlegung eines Vermögens von mir Gott fünf sehende Kinder nahm und dieses blinde mir 350 000 Fr. für die Zukunft des Kindes. Madame Dufayel gütig bewahrte.".

Womit habe ich das verdient? Was habe ich ver­brochen?"

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Dem Sohne hatten sie alles verschwiegen und von wem sollte er es erfahren. Helfen konnte der arme Blinde ja doch nicht gottlob, daß er ihnen nicht noch zur Last fiel und der Krüppel sich selbst sein Brot verdiente.

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Vermischtes.

Ein Jahr lang war Christian nicht daheimgewesen, da es viel Arbeit gab, nun sehnte er sich wieder nach seinen Eltern und begab sich auf die Reise. Auf der Bahn wußte er schon Bescheid, da er die Fahrt schon öfters gemacht hatte. Auch das Haus seiner Eltern wußte er ja zu finden. Als - Berlin, 2. Sept. Gleichzeitig mit dem Unterpri­er dort ankam, füßte er in der ersten Freude Fremde, denn wer sollte für ihn anders im Hause sein als Vater und maner Kurt Skala erhängte sich der mit diesem innig befreun- hebt Monsieur de Dafayel nicht, er lebt Mutter. Bald erfuhr er nun die trostlose Wahrheit. dete Obersekundaner Adolf Brück. Ermittelungen über die Motive des Doppelselbstmordes sind eingeeitet.

Hilfreiche Hände führten ihn zu seinen Eltern, die in

einer Dachstube hausten und hier weinend den Abend ihres

Lebens vertrauerten.

Womit haben wir das verschuldet?!" Christian konnte das Elend und die Dürftigkeit, die seine Eltern umgab, in ihrer nadten Wirklichkeit ja nicht er blicken, aber er fühlte, wie Vater und Mutter elend waren, er begriff die Tragit des Lebens.

Was tonnte er aber tun, um dieser Not ein Ende zu machen? Er wußte nicht, was es heißt, sehen können, aber wäre er sehend, dann das fühlt er hätte er auch die Kraft, hier helfen zu können.

Herr, mein Heiland", betete er inbrünstig, als er sich abends auf das alte Sofa hinstreckte, wo ihm die dürftige Lagerstatt bereitet war,. ,, Herr, mein Heiland, Du hast ja die größten Wunder vollbracht ich flehe Dich anmache mich sehend! Ich bitte nicht für mich ich bitte für meine alten Eltern, die einen Führer brauchen, um nicht unter­zugehen."

Und der Herr machte ihn sehend.

Seine leiblichen Augen wurden dem Blinden zwar nicht aufgetan, aber Gott hatte ihn zum tatkräftigen Manne ge­macht, der den fühnen Kampf mit der Welt wagen wollte.

tor Felix Motti hat gegen seine Frau, die frühere Kammer­München, 2. Sept. Der Münchener Hofoperndirek­sängerin Henriette Steinhardter, die Ehescheidungsklage we­gen Verschwendung eingereicht. Das Gerücht, daß Mottl eine eingehen werde, wird von unterrichteter Seite als unwahr zweite Ehe mit der Münchener Kammersängerin Faßbender bezeichnet.

* Der eingeschlossene Untersuchungs­richter. Ein lustiges Stücklein von der Art, wie sie die alten deutschen Schrankbücher von Till Eulenspiegel zu erzäh= len pflegen, hat sich in dem an einer Zweiglinie der Böhmi­schen Nordbahn gelegenen Städtchen Warnsdorf ereignet. In dem dortigen Gefängnis saß ein armer Sünder, Wendelin Hiefe, der öfter Appetit auf Entenbraten verspürte und aus Mangel an barem Gelde diesem Gelüste durch kunstgerechte, wenn auch unerlaubte Jagd auf die leckeren Vögel in den Dorf­straßen fröhnte. Sieke's Entenliebhaberei war den Bauern wohl bekannt, und sie gaben ihm zur Unterscheidung von ande­ren Namensvettern den Beinamen Entenhieke". Wegen verbotener Entenjagd saß also Hieke im Gefängnis von Warns= dorf und gedachte wehmütig der goldenen Freiheit mit ihren kulinarischen Genüssen. Ausbrechen war unmöglich, denn das Gefängnis war mit den modernsten Einrichtungen versehen. Als eines Tages neues Belastungsmaterial gegen Hiefe ein­gelaufen war, wurde er vor den Richter geführt, um ver­nommen zu werden. Der Richter und der Gerichtsschreiber faßen auf ihren Gesseln und der erstere begann mit seinen hatte nur einen Ausgang. Als er glaubte, daß es genug sei des grausamen Spiels, machte er dem Richter eine höfliche Verbeugung, verschwand durch die Tür und schloß diese von außen ab. Den Schlüssel nahm er zur Vorsorge mit. Unter­suchungsrichter und Gerichtsschreiber rüttelten mit vereinten

,, Gott hat mich erleuchtet- Gott wird mich führen!" In der ersten Zeitungsnummer nach dem Fest erschien eine seltsame Anzeige in großen Lettern: Ein blindgebore­ner Korbmacher, der nachweislich sein Handwerk perfekt ver­steht, bittet hochherzige Menschen um ein Darlehen, um sich Fragen. Hieke erfaßte sofort die Situation: das Zimmer hier in seiner Vaterstadt etablieren zu können. Nur blinde Gesellen sollen in der Werkstatt beschäftigt werden und der sichere Erfolg des Geschäfts sichert den Gebern auch ihr Kapi­tal. Gott gebe dem Unternehmen einen Segen. Christian Müller Ramtorstraße 1, vier Treppen."

Da lacht der General höhnisch.

,, Mir wirst Du auf's Wort parieren! Morgen früh fahren

Fremde, die nahmen sich Fuhrwerk nach Schwarzburg und verlebten dort schöne Tage. Sie, die immer dem Genusse nach­gejagt war, mußte verzichten und zusehen, wie andere, auf die wir und damit Punktum!" fie früher kaum ein Auge geworfen, sich die Vergnügen gönn­ten, die ihr Mann glaubte, sich nicht mehr leisten zu können, er, der alte, verdiente General, der sich in vier Feldzügen rühmlich ausgezeichnet.

Da öffnete sich die Gartenpforte. ,, Stephanie!"

Die Eltern sprangen auf. Rasch eilte die Tochter auf die Mutter zu und umarmte sie schluchzend. Mit hochgezogenen Augenbrauen stand der Vater daneben. Was würde es da wieder gegeben haben? Er machte dieser rührenden Szene ein rasches Ende.

,, Es wird nicht alles in Ordnung sein, Stephanie, also fommt mit in mein Arbeitszimmer!"

starb bei der Geburt. Georges de Dufayel wurde nach Havre zur Erziehung in ein Kinderheim, hierauf in ein Pensionat gegeben, später für ihn ein Hauptmann der französischen Armee zum Vormunde eingesezt. Erst am Tage seiner Volljährigkeit erfuhr er, wessen Sohn er sei. Irgend welche Ansprüche er­von seinem Vermögen, das inzwischen sich vermehrt und die Höhe von einer halben Million Franken erreicht hat,

Preis Rätsel.

( Auflösungen sind stets bis spätestens Donnerstag Abend einzusenden.) Silbenrätsel.

Die Erste läßt morgens und abends sich grüßen, Noch schöner auf lleblichem Antliß sich füssen, Sie kann sich den duftenden Blüten gesellen Und warm in dem Strome des Lebens quellen. Die Andern auf mancherlei Weise nügen, Sie pugen und zieren, wärmen und schüßen, Verlangend dafür auch die höchste Stufe, Sobald sie sich widmen ihrem Berufe. Wer lernte fürs Ganze nicht zittern und zagen In glücklicher Kindheit sonnigen Tagen? Und freundlich Gestalten, die ihr sich vermählen, Noch winken, wenn schon zu den Alten wir zählen.

Wechselrätsel.

Was als die deine du erkannt Wit Doppel- s im Leben, Darauf sei alle Kraft verwandt, Daß rastlos ernstem Streben Ea glücke, treu sie zu erfüllen, Um deines eignen Friedens willen. Mit Doppel- l wird's heiß begehrt Und viele nach ihm jagen, Die, überschäßend seinen Wert, Oft Bess'res dafür wagen; Und wenn es wirklich ward zu teil, Dem brachte es nicht immer Heil. Auflösungen aus Nr. 202;

des Logogiyphs: Ferse- Verse,

des Trennungsrätsels: Kehraus fehr aus!

Es gingen 3 richtige Lösungen ein. Die Prämie erhielt Katharina robn.

Die drei Damen sahen sich an, teine wußte recht, was sie dazu sagen sollte.

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,, Nun", meinte die Baronin Relingen, liebe Frau von Da läßt Stephanie den Kopf sinken, sie fühlt, daß sie ver- Saulsdorff, die Schröder wird Ihnen wohl noch mehr erzählt spielt hat, ihre Kraft versagt zu weiterem Kampfe. Sie fängt haben!" an einzusehen, daß sie den Bogen überspannt hat. Da er- ,, Gott ja, aber ich weiß nicht, ob es angebracht ist, diese innert sie sich Prechten's. Ein glühender Haß auf den Mann, Affäre allzubreit zu treten. Sie wissen doch, wie fürchterlich dem sie die Schuld an Taß' Verbannung" in die Schuhe in unserer Gegend geklatscht wird!" schiebt, kommt über sie; ste springt auf, eine Blutwelle schlägt Die beiden anderen Damen versicherten eifrig, daß sie über ihr Gesicht. verschwiegen seien wie das Grab. Dabei waren alle drei, im Verein mit der Frau Pastor Schröder, die größten Klatschbasen zehn Meilen in der Runde.

,, Auf keinen Fall gehe ich nach Kwelerath, so lange dieser Herr von Prechten dort ist!"

Aber der General bleibt völlig gelassen, kurz und bündig erklärt er:

Ich befehle, und mein Fleisch und Blut hat zu gehorchen, von Prechten habe ich viel Gutes gehört, ich werde zwischen Und was der General dort zu hören bekam, war schlim- Euch vermitteln!" mer, als er im verwegensten Traume gedacht!

,, Also regelrecht durchgebrannt und noch versucht, den Taß

,, 3ieren Sie sich doch nicht, liebe Haulsdorff", sagte Frau von Kaltenstern pikiert. , Aber das fällt mir ja nicht im Traume ein, nur um Diskretion muß ich dringend bitten!" ,, Natürlich! Selbstverständlich!"

Es hat den Anschein, ich betone: den Anschein, als ob Auf dem Lande spricht sich alles schnell herum, die einen dieser Herr von Prechten ein gewagtes Spiel wagen wolle. vor seinem Vater zu verstecken?! Schämen solltest Du Dich, als| nahmen Partei für Kwelerath, die anderen für die Gräfin. Sie wissen ja, Diplomaten pflegen Intriganten zu sein!" Mutter, wie als Gattin!".

Papa, es ging nicht mehr!"

Ganz verzweifelt sagte sie es.

Der General ballte vor Wut die Fäuste.

Glaubst Du vielleicht, das Leben ist immer nur ein Ver­gnügen? Hast Du für keinen Pfennig Pflichtgefühl? Ist Dit nicht beigebracht worden, daß Schwur Schwur ist, daß man feinem Gatten die Treue häit bis in den Tod? Fühlst Du er­bärmliches Ding denn gar nicht, was Du Deinen Kindern schul­dig bist?"

Aber Arthur?", versuchte Frau von Strahlendorff zu be­sänftigen.

,, Willst Du vielleicht noch auf Stephanie's Seite treten, Adele?", brauste er auf.

Ich denke nicht daran, aber rege Dich doch nicht so auf!" ,, Allerdings tue ich das, mit Fug und Recht! Du gehst wie ein Dieb heimlich in der Nacht auf und davon und nimmst Dein ungeratenes Kind noch mit? Schämen solltest Du Dich! Ja, wie denkst Du Dir eigentlich die Zukunft?"

Ich werde nach Kwelerath zurückkehren, wenn Taß wie­der dort ist, eher nicht!"

,, Und unterdessen wird Egon zum Gespött der Nachbarn! Morgen bringe ich Dich zu Deinem Manne zurück!"

Ein Zittern geht durch Stephanie's Leib, sie droht zu jammenzubrechen, fraftlos sinkt sie auf einen Stuhl. ,, Ohne Taß bleibe ich nicht bei meinem Manne", sagt die Gräfin völlig erschöpft.

Die Baronin Relingen sagte zur Frau von Kaltenstern: Die Relingen und die Kaltenststern waren so klug wie Nicht wahr, meine Liebe, der Taß hat Ihnen doch auch immer sehr gut gefallen, stets propre und so artig und gar nicht derb wie der Friedrich Karl, der hat's vom Vater!"

Und Frau von Kaltenstern zog das spize Näschen in die Höhe: Ich habe niemals für den Friedrich Karl geschwärmt, immer läuft der Junge malpropre herum, gibt sich mit den Tagelöhnerfindern ab, tauscht sein belegtes Brot gegen eine dice Pflaumenmusstulle ein und schmiert sich die Rester über Gesicht, Hände, Rod und Hosen, horrible!"

Da tam Frau von Haulsdorff hinzu.

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vorher.

Aber in wiefern denn?"

Da zuckte Frau von Haulsdorf mokant die Schultern. ,, Mehr kann ich unmöglich heute sagen, vielleicht

ein ander Mal!"

Sie brach bald auf und ließ die beiden Freundinnen allein, bie würden sich nun den Kopf zerbrechen, was die Haulsdorff eigentlich gemeint habe. Nun, die hatte sich interessant ge­macht, ohne selbst etwas zu wissen, das genügte ihr vorläufig. In den nächsten Tagen würden die Kaltenstern und die Re Aber wissen Sie denn, wer an dieser ganzen tollen Ge- lingen hübsch einzeln bei ihr vorfahren und sie weiter auszus schichte Schuld ist? Ein Herr von Prechten!" horchen versuchen. Verächtlich fragte die Baronin Relingen: ,, Ein Jugendfreund des Grafen, so viel ich hörte!" " Allerdings, soll aber ein enorm fluger Kopf sein, Diplo­mat, Bismard hat ihn in das Auswärtige Amt berufen!" Da machten die anderen große Augen. ,, Nicht möglich!"

,, Doch, ich habe es aus ganz sicherer Quelle, von der Frau Pastor Schröder aus Hohen- Schönau!"

An die wendete man sich immer, wenn man über Klatsch genau unterrichtet sein wollte, wie ein Spürhund stöberte sie jeden Irrgarten auf.

rath's?"

Taß schmeckte der Kaffee nicht, der war sehr dünn und wurde aus riesigen Tassen getrunken. Dazu gab es dicke Butter­stullen. Aber der kleine Schlauberger griff herzhaft zu, ants wortete auf alle Fragen bescheiden, doch ohne Schüchternheit, so eroberte er sich auch schnell das Herz der Pastorin voll­kommen.

,, Nun fomm mit mir und Hans nach oben, Tak", sagte des Pfarrer. Ihr beiden schlaft zusammen!"

Das Zimmer war klein und hatte einen hellen Anstrich, über Taß' Bett hing der Spruch: Er hat seinen Engeln be fohlen über Dir, daß sie Dich geleiten auf allen Deinen Wegen." ( Fortsetzung folgt.)

Und dieser Herr von Prechten steht auf Seite Kwele­Ja, liebe Frau von Kaltenstern, denten Sie nur!" Redaktion, Rotationsdrud und Verlag von Zh. Süß, Wilhelmshaven. Telephon Nr. 16.