dürfen, der großen Welt, die soviel des Schönen, Begehrens- schweres Gallenfeffen ist über den alternden eber noch rüftigen Imehrere Flügeltüren eingedrückt wurden. Schlösser wurden werten in sich birgt, und in die hinaus man sich selbst doch Mann gekommen und die Kunst des braven Hausdoktors hat gesprengt, Glastüren zersplittert und sämtliche Fenster des nicht traut. da versagt.„ Nach Berlin, Herr Bürgermeister!" hatte er Lichtschachtes zertrümmert. Als man herbeieilte, fand man Unter den müßigen Zuschauern befinden sich auch die gesagt ,,, eine Operation fann noch helfen." Da hatte sich der in dem neben dem Wartezimmer befindlichen Flur den 41 wenigen, die der Zug selbst hinwegtragen soll in die unbe- Kranke aufgerafft; ja, nach Berlin wollte er, nach Berlin, Jahre alten. Diener Josef Bimrajt mit schweren Brandwunfannte Ferne. Bescheiden in einer Ede steht eine ältliche nicht um gesund zu werden- daß das nicht möglich war, den an Sänden und im Gesicht bewußtlos am Fußboden lieFrau. Ein grobwollenes Tuch umhüllt den Kopf und die hatte er dem Arzt an den Augen abgelesen aber hin wollte gend auf, eine Streichholzschachtel neben ihm. Anscheinend ist edigen Schultern. Schön ist das Gesicht nicht; Gram und er doch, um die Tochter zu versöhnen, die einst im Zorn von der Gasometer im Warteraum undicht gewesen, sodaß große Sorge haben vorzeitig tiefe Runen gegraben. Neben ihr steht ihm geschieden war. Damals, als er zum zweitenmale hei- Mengen Gas ungehindert ausströmen fonnten. Als dann der ein halbwüchsiger Bursch, scharf zeichnet sich unter dem dünnen ratete und so das Erbe seiner Kinder scheinbar bedrohte. Die Diener mit einem brennenden Streichholz den Raum betrat, Röckchen der mißgestaltete Rücken ab. Die frostblauen Hände Stolze hatte ihm auch nicht verziehen, daß er seine Wirt- erfolgte die Explosion. umspannen zitternd ein rotgewürfeltes Taschentuch, darin sich schafterin heiratete, gerade die, von der die ganze Stadt wußte,- Paris, 27. Dez. Im Museum der hiesigen Bergbausein Reisegepäck befindet. Heut soll er hinaus in die Lehre, daß sie einmal ganz arm war und um ihr Brot mit ihren schule sind in der vergangenen Nacht aus einem großen Schrank in eine fremde Stadt, zu einem fremden Meister. Die großen Händen gearbeitet hatte. Und jetzt ging diese Frau ihm zur ein überaus seltener Platinerzklumpen und diamanthaltiges wasserblauen Augen blicken ängstlich auf die vielen sonntägig Seite, still und sorgend; und mitfahren wollte sie zu der Gestein im Werte von 25 000 Francs gestohlen worden. geputzten Menschen. Aber niemand fümmert sich um die zwei. stolzen Tochter, deren zweite Mutter sie nun einmal war.
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- Der Perlenschöpfer. Jn Tokio, der HauptJetzt richtet die Frau ein Wort an ihren Sohn; hart und Der Zug hält schon, als die Drei ihm nahen. Mit starken stadt Japans, ist jetzt ein Gelehrter gestorben, der ein be= rauh klingt die Stimme und leise zuckt der Junge zusammen: Armen hebt der Diener seinen Herrn ins Abteil.„ Hedwig, sonderes Gebiet, das für viele Menschen ein bestrickendes „ Dat Du Di got schickst, Friz, dat Du mi teen Schann' matst bist Du auch da?" haucht ängstlich der Kranke. Leise breitet Interesse besitzt, zum Gegenstand seiner Forschungen gemacht -sünst hart und drohend bricht die Sprecherin ab, sie Decken auf die weichen Wagenpolster, bettet ihn hinein hatte. Dr. Nischikawa, jahrelang Mitglied der Staatsbehörde nur die Hand unter dem Wolltuche scheint sich zum Schlage und streichelt zärtlich seine heißen Hände. Und die Menschen für die Fischereien in Japan, wandte sich später der Erfor zu erheben. Instinktiv duckt sich der Junge. Es ist der letzte, draußen tuscheln und plauschen, wie man mit einem so franken schung der Perlen zu und entdeckte dabei ein Mittel, die den Frau Matthes, die Waschfrau, hinausschickt ins Leben, Manne noch auf die Reise gehen könne, das sei doch Unver- Perlenauster fünstlich zur Erzeugung von Perlen in einer der letzte, den sie nun nicht mehr hüten kann. Zwei hat sie stand und Leichtsinn. Im Abteil aber schläft vor Ermattung reinen Kugel oder Tropfenform zu zwingen. Die Ausübung schon früher zum Zuge geleitet, zwei, die nie wiederkamen. der franke Mann; ein glückliches Lächeln umspielt die schmalen von Reizungen auf die Perlmuschel zu diesem Zweck war schon Von dem einen, dem ältesten, weiß sie nur, daß er nach vom Tode schon gefüßten Lippen, und er flüstert leiſe: lange vor seinen Untersuchungen versucht worden, aber nur Amerika gegangen ist, nachdem er ein Mädchen zur Mutter Fränze, mein Kind, nicht wahr, nun bist Du wieder gut, zum Teil gelungen. Namentlich im Orient hatte man sich gemacht hatte. Frau Matthes hatte damals ihre erste Reise Dein Vater ist ja zu Dir gekommen und darum bemüht, die Perlenerzeugung künstlich zu vermehren. gemacht und ihre letzte. Das Kind ihres Sohnes fand sie nun gib auch der Mutter Deine Hand. Trozdem man jahrhundertelang herumprobiert hatte, war noch, die junge Mutter war schon tot. Sie hatte sich des Nachzügler kommen noch heran und eilen flüchtig durch man doch nicht weiter gekommen als bis zur Erzeugung von Kleinen angenommen, aber nur vier Wochen blieb ihr dieses die Schranke. über den Zaun hinweg reicht ein Mann seinem Perlen, die in der Hälfte ihrer Oberfläche eine Kugelform Andenken an ihren Sohn, dann holte es der Tod. Sie hatte Weibe die Hand, füßt schnell das emporgehaltene Kind noch, aufwiesen. Auch Dr. Nischikawa mußte wenigstens fast zehn nicht viel Worte gemacht, nicht geflagt, nur ein wenig ge- dann ist er verschwunden. Verschwunden auf eine lange, bange Jahre auf seine Studien verwenden, ehe er zum Erfolg kam, bückter ging sie seit jenen Tagen. Ihr zweiter Junge war Woche, denn nur des Sonntags fann er, frei vom Geschäft, und er erlebte es auch erst in den Tagen seiner letzten zum hinausgegangen, war ein tüchtiger Schlosser geworden, bis zu den Seinen eilen. Tode führenden Krankheit, daß er die ersten künstlichen Per
und
fie ihn eines Tages faßten, als er seine Kunst an fremdem Die fnappen Minuten verrinnen. Jetzt hebt der Sta- len von vollendeter Form in seiner Hand halten durfte. In Geldschrank übte. Damals hatte Frau Matthes aufgefchrien tions- Vorsteher die Hand, ein schriller Pfiff und langsam seyt Anerkennung der Bedeutung dieser Entdeckung und zum Geund ein hartes Wort war den schmalen Lippen entfahren, als sich der Zug in Bewegung und trägt mit hinweg die Kranken dächtnis ihres Urhebers wurde, wie Professor Dean in der man ihr die Nachricht brachte; dann war das auch vorbei. und die Gesunden, die Hoffnungsvollen und Starken, die aus-„ Science" schreibt, an der Universität in Tokio eine eigenNur einmal fand man sie bald danach am Waschkübel wie tot, gehen, sich die Welt zu erobern; trägt mit hinfort die Sehn- tümliche Feier abgehalten. In Gegenwart des Mikados und im Fieber hatte sie den Sohn gerufen, den zweiten, der sucht all der Menschen hinter der Barriere, die selbst zurück- wurde eine Anzahl der lebenden Perlenauſtern aus der im Gefängnis saß. Dat Du mi keen Schann' malſt", war bleiben müssen, gebunden durch Pflicht und Not, die an dem Hinterlassenschaft von Dr. Nischikawa geöffnet, die künstlichen es von den fieberheißen Lippen gekommen. Heute flangen vorüberfahrenden Zug nur immer wieder die sehnsuchtsfrohe Perlen herausgeholt, vorgezeigt und der Verlauf ihrer Erdiese Worte wieder, heute stand noch einer vor ihr, der sie Phantasie ergötzen. zeugung vorgeführt. Die vollkommen kugelrunden Perlen hören konnte, der dritte, der lezte. Wenn der Zug heranbrauste, verlor sie auch über diesen das Steuer. In wahn in Gruppen und einzeln ziehen sie die gleiche Straße wieder, Schnell löst sich nun der Menge enge Reihe. Vaarweise, werden von dem Mantel des Muttertieres gebildet. * über Redakteurfreaden liest man in der sinniger Angst preßt die alternde Frau die schmalen Finger die sie gekommen. Der Zwang, der sich beim Hinweg lähmend Brigener Chronik": Hat das Blatt viel Anzeigen, beklagen des verwachsenen Knaben in ihre hartknochige Hand; von fern her tönt das Stampfen der Maschine, da beugt sie sich geltend machte, ist durch die Enge auf dem Bahnhof schon sich die Leser wegen Stoffmangels. Hat es wenig Anzeigen, gelockert. Ein Scherzwort fliegt von Mund zu Mund, ein so sagt man, es ist nichts wert. Läßt sich der Redakteur viel über ihr Kind:„ Min Jung, bliew brav..." Fast zärtlich kommt's von ihren Lippen, eine Träne rollt über die gefurchte ganz Kühner formt den ersten Schneeball. Und die älteren, auf der Gasse sehen, dann heißt es, er bummelt herum. ArGesezten und Erfahrenen plaudern von dem Erlebten; von beitet er fleißig zu Hause, dann ist er ein fauler Mensch, de Wange; dann stößt sie den Zögernden schnell durch die Menge dem Bürgermeister, der, haben Sie gesehen", so bleich aus- sich um keine Neuigkeiten bekümmert. Nimmt er einen lang= zur Eingangspforte. sah; von seiner Frau, die doch nicht hätte mit ihm auf die atmigen Bericht nicht auf, macht er sich Feinde. Nimmt er Durch die Reihen der Wartenden geht eine Bewegung. Reise gehen sollen aber, na ja, was versteht eine solche ihn aber auf, dann heißt es: der bringt jeden Quatsch. UnterDie Hauptstraße des Städtchens entlang kommt ein Schlitten. Frau aus„ solchen Verhältnissen" davon. Bei den ersten klei- drückt er peinliche Nachrichten aus gutmütigem Herzen, sag Langsam, fast bedächtig kommt das Gefährt näher. Auch das nen Häusern aber, die noch eben so starr und steif stehen wie man, er ist feige, bevorzuge gewisse Klassen. Bringt er aber Schellengeläute fehlt den Pferden. Nur ein feines, silbernes vordem, sind die Eindrücke schon verwischt. Man verabredet den Bericht, dann gibt es Krawall mit der betreffenden FaGlöckchen tönt durch die flare Winterluft, aber auch dieser sich zum Schoppen, zum Stat und sieht den Himmel an, als milte und deren Freunden. Nennt er in einem Bericht übe Ton ist so distret, als ob zwei Menschen im verschwiegenen ob es noch mehr Schnee gäbe. Tiefer und tiefer haben sich die Gerichtsverhandlung auf Bitten der Familienangehöriger Eck goldfunkelnde Römer aneinanderklingen lassen. Fein be- die Abendschatten gesenkt, die Vision vom Märchen wird noch des Angeklagten die Namen nicht, so läßt er sich bestecher. hutsam kommt der Schlitten näher und näher; jezt hält er wirklicher, nur achtet niemand mehr darauf; darauf so wenig, Nennt er die Namen, so begeht er eine Gemeinheit. Mach vor dem Bahngebäude. Der Kutscher im dicken Pelz springt wie auf die müde, olte Frau, die schweren Schrittes auf der er einen Wih, dann ist er bissig, anmaßend und unverschäms. vom Bock und eilt zu dem Schlag. Von Pelz und Tüchern um- glattgefrorenen Bahn einsam den andern folgt. Träne um Bleibt er mit seiner Schreiberei stets im Schatten tühles hüllt entsteigt, gestützt von dem starken Diener, eine Gestalt Träne rollt über die gefurchten Wangen,- hat der Nach- Denkungsart, dann ist er ledern und langweilig. Gebrauch dem Schlitten. Ein Windstoß schlägt das Tuch, das bis jetzt mittagzug die ausgepreẞt? Vielleicht ist's auch die er eine scharfe Schreibweise, so ist er flotzig und grob. Schreib? den Kopf umhüllt hat, zurüd, und sichtbar wird ein toten scharfe Winterluft. er gemäßigt und zahm, dann ist der Redakteur zu rücksichtsvoll blasses Männerantlig, umrahmt von einem silbermeißen Bart. Det er Mißstände auf, so ist er ein Prog; kommt er dabei Der alte Bürgermeister kommt!" raunt man sich leise zu. ins Gefängnis, ist er ein dummer Mensch. Unterläßt er es Schwankenden Schrittes, gestützt auf seinen Begleiter, naht infolge dieser üblen Erfahrungen und des Undantes der Welt, der alte Herr der Eingangspforte. Stumm, als wage niefür andere die Kastanien aus dem Feuer zu holen, so ist er mand, die lautlose Stille zu unterbrechen, fliegen die Hüte Berlin, 27. Dez. Heute Vormittag erfolgte in der ein Feigling. von den Köpfen und es ist, als ob mit leisem Nicken der Greis Wohnung des württembergischen Gesandten Frhrn. v. BarnFlede aus weißem Marmor entfernt man für die stumme Ehrenbezeugung dankt. Ein Frostschauer bühler im zweiten Stockwerk des Hauses Poststraße Nr. 10 am besten dadurch, daß man auf dieselben eine scharfe, mit schüttelt seinen Körper. Die brennenden Augen spähen dem eine Gasexplosion, deren Ausgangspunkt sich in einem nach dem Ton vermischte Seifenstederlauge aufträgt, diese dann trocknen Zug entgegen; der soll ihn hintragen zur Reichshauptstadt, Hofe zu belegenen einfenstrigen Warteraum für die Diener- läßt und dann ein mäßig erwärmtes Plätteisen eine Zeitdort winkt dem franten Manne die letzte Hoffnung. Ein schaft besand. Die Gewalt der Explosion war so groß, daß lang darauf stellt.
Vermischtes.
Empfindungen."
man Dir befahl. Ggon ist ein viel festerer Charakter und Man hat Dir, in Unkenntnis unserer Vermögensverhält- 13st übrigens Fräulein d'Epinay ein Mädchen, das man mur wurde, was schwer ins Gewicht fällt, von Deiner Schwägerin nisse, über welche nur wuchertreibende Gelddarleiher Bestimm- feines Reichtums wegen Gegehrt? Sah ich nicht, daß ihr erzogen. Karmelitta lehrte ihn, mich und alles, was mit tes wissen, eine Falle gelegt, in der Du Dich fangen ließest. Anblick Dich mit staunender Bewunderung erfüllte?" teuer ist, zu hassen." Ich hätte Dir niemals erlauben dürfen, in der Oberförsterei ,, Bewunderung und Liebe sind zwei sehr verschiedenartige „ Ich möchte ihr nicht raten, mir entgegen zu arbeiten!" zu verkehren. Aus goldenen Haaren werden oft gefährliche Wie kannst Du das ändern? Dein Vater sicherte ihr Schlingen geflochten. Diese zerreiße ich aber, dessen sei gewiß." ein lebenslängliches Heim in diesem Schlosse." Mas Du sagst, ist eine Beleidigung, die ganz unverStauffenbach murmelte etwas, das wie ein Fluch flang, dientermaßen Onkel Harald und seiner Familie zugefügt und bat Isabella, ihn allein zu lassen, da er sofort mit seinem wird. Edlere und selbstlosere Menschen gibt es überhaupt turz Sohn darüber sprechen wolle. auf dieser Welt nicht."
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„ Und lettere gibst Du einer anderen?" Allerdings."
zu sein, dem hübschen Kinde in der Oberförsterei?" ,, Einem blonden Mädchen mit Bergißmeinnichtaugen? Um „ Ich leugne es feineswegs."
,, Es hat wohl schon eine heimliche Verlobung stattges ,, D nein! Du tennst Ontel Harald schlecht. Er ist viel
, Du darfst nicht sagen, daß der Vorschlag von mir ausgeht", ermahnte Isabella.„ Du selbst bist es, der Egon die ,, Gut! Halte fie neinetwegen für die idealsten CharatMöglichkeit zeigt, auf diese Weise die arg zerrütteten Ver- tere, welche es jemals gab, aber ergreife die rettende Hand, funden?" hältnisse wieder zu arrangieren, und der durchblicken läßt, welche sich uns bietet." daß seine Werbung nicht zurückgewiesen würde. Ich will mein ,, Du irrſt, wenn Du meinst, daß nur die Wucherer wissen, zu stolz auf seine Tochter, um ein derartiges Versteckspiel zu wie es um Dich steht. Deine traurige finanzielle Lage ist dulden. Er würde sicher jeden Freier schroff abweisen, der ,, Was ich in dieser Sache tun kann, geschieht, verlasse Dich kein Geheimnis mehr; aber sowohl Inspektor Kirschner, als nicht offen vor aller Welt um Gertrud werben könnte." So?-Aber Du und das Mädchen? Jhr habt Euch darauf. Wir haben alles besprochen und wollen nun teine auch andere erfahrene Männer sind der Ansicht, daß sich mit Minute verlieren." wohl längst verständigt und wenn nicht Ringe, so doch die Schwäre ausgetauscht?"
einziges Kind glücklich wissen!"
Mache mir sofort Mitteilung!" Sie schlüpfte hinaus.
großer Energie, verdoppelter Arbeitskraft, ernstem Willen und sofortiger strengster Regelung der Ausgaben doch mit der Zeit dieser Besiz wieder entlasten wind. Zähe Ausdauer und Wenige Sekunden später fand eine Unterredung statt zwi- vollständiges Verzichten auf einen Lupus, der bisher Unsummen verschlang, wäre allerdings die Hauptbedingung."
schen dem Freiherrn und dessen Sohn.
Wohl eine halbe Stunde lang wurde sie in ruhigem, gemäßigtem Ton geführt, dann aber mit steigender Aufregung. „ Der Sohn ist dem Vater Gehorsam schuldig!" donnerte Stauffenbach.
„ Die Verpflichtung, meine Freiheit zu verkaufen, habe ich auch Dir gegenüber nicht", erwiderte Egon.
,, Du bildest Dir wohl ein, ich werde jezt anfangen, das Leben eines Pächters zu führen, der wie ein Knecht arbeitet für dürfte es denn doch schon zu spät für mich sein. In meinen und jeden Pfennig dreimal umdreht, ehe er ihn ausgibt? Da Jahren ändert man sich nicht mehr."
,, Wenn die Notwendigkeit es aber gebietet?" „ Mein Vorschlag führt leichter und schneller zum Ziet. Verlange ich etwa ein übermenschliches Opfer? Ist bie Tochter des Marquis d'Epinay nicht ein entzückendes Wesen?" Du wirst nicht so töricht ſein, das glänzende Angebot fahren zu Tassen. Gar viele würden jubelnd nach solchem Glücke greifen."
„ Eben deshalb verdient sie das glücklichste Los, welches ihr an meiner Seite nicht beschieden wäre, denn, was sie fordert und zu fordern berechtigt ist: Liebe", vermöchte ich ihr
nicht zu geben. Ich bewundere ihre Schönheit, ihren Geist, ihre Talente; aber ein wärmeres Gefühl wecken diese Vorzüge
nicht in mix."
„ Wohl weil Du einer anderen ins Nek gingst?" Nege auszuwerfen mag Isabella Mauroner verstanden haben. Das Mädchen, welches ich mir als Lebensgefährtin erfehne, ist die lautere Unschuld und Reinheit selbst."
,, Daran zweifle ich nicht. Renee selbst dürfte es aber als
,, Nein, weber gab Trude mir, noch ich ihr ein bindendes Versprechen, dennoch wissen wir beide, daß nichts auf der Welt uns zu trennen vermag."
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Es müßte denn der Väter Mille sein."
Auch der nicht, so weit ich in Betracht tomme," ,, Bedeutet das eine entschiedene Ablehnung2" „ Ja!"
,, Nun, so befehle ich Dir, kraft meiner väterlichen Autorität und im Interesse Deiner eigenen Zukunft, diese kindische Spielerei aufzugeben und um Fräulein d'Epinays Hand zu bitten."
Biehe diesen Befehl zurück, denn gehorchen dann und werde ich nicht!" ,, Wagst Du offenen Widerstand? ❤
„ Wenn es sich um mein Lebensglück handelt und um
unverdiente Schmach und Erniedrigung empfinden, nur ihres meine ehrliche überzeugung – ja! Du hast weder das Recht Vermögens wegen geheiratet zu werden."
„ Braucht sie das zu wissen, mußt Du ihr eine Beichte
ablegen?"
noch die Macht, mich zu zwingen,"
,, Das wollen wir sehen."
„ Du siehst es bereits. An der Grflärung, welche ich eben abgegeben habe, ist nicht zu rütteln. Ste bleibt bestehen jezt
Ich gehöre nicht zu jenen, die lügen und heucheln können." ,, Wohl aber zu denen, die einfältig genug sind, Geld und und immerdar." Gut gering zu achten, weil es ihnen bisher an nichts mangelte. Redaktion, Rotationsdruck und Verlag von Th. Süß. Wilhelmshaven, Telephon Nr. 16.
( Fortsetzung folgt.)
